Samstag, 21. Dezember 2013

Railwaygirl

Bin zurück aus dem Krankenhaus. War mal wieder sehr hübsch. Das Schwindelgefühl ist noch da. Lebe immerhin noch. Zwischen Literatur von George Orwell, Wolfgang Borchert und Heinrich Böll. 

Wir haben den 21.12.2013 und ich bin kein Fan von Weihnachten. Nicht mal ein Unterstützer. Ich hasse es fast. Aber trotzdem habe ich das beste aller Schrottwichtelgeschenke abgestaubt - ein hässliches Sparschwein und eine Christbaumkugel in Schweinoptik - und auch noch Glück mit dem Wetter. Bisher war Schnee nur ein 2tägiges Thema. Perfekt. Schnee mag ich nämlich auch nicht. 

Ich bin wieder in der schönsten Stadt der Welt. Gestern angekommen. Mit Glühwein und Liebe begrüßt worden. Und mit schönen Nachrichten. 
Seit Neuestem bin ich Teil eines absolut kitschigen Pärchens. Und da ich im Luftschlösser bauen ja bekanntlich ganz groß bin (und weil diese Beziehung zur Abwechslung nicht nach 3 Monaten enden wird, da sie auf reiner Liebe aufbaut), tun wir genau das. Über die Zeit nach meinem Abi reden. Was dann kommt. Wo wir leben wollen und wie. Ich liebe es. Luftschlösser bauen ist so total mein Ding. Rumträumen und im Kopf Zukunftsbilder ausmalen. Meine erste eigene Wohnung gedanklich einrichten, den Hund im Tierheim schon mal aussuchen. Schon im Bett liegen und aus dem Fenster auf die Stadt meiner Liebe schauen. Die Angst vorm Studium und der FSJ - Bewerbung ausweiten. Aber die Freude auf all das übertrifft die Furcht...

Heute bin ich endlich wieder durch diese Schönheit gelaufen. Weihnachtsfeeling mit 1/2 Meter Bratwurst, Christkindelmarkt und Menschen en masse. An P's Arm festhalten, um ihn nicht zu verlieren. Was eigentlich eh nicht geht, da P viel zu groß ist; den kann man nicht so wirklich übersehen. 
P plant auch. Und nicht nur seine Zukunft - auch meine. Sagt mir, dass er immer für mich da sein und meine Hand nicht loslassen wird. Das gibt mir Sicherheit. Genau die brauche ich. Und diese Stadt. 

Aber nicht nur das. Ich brauche auch den zweiten Teil besagter kitschiger Beziehung. Auch wenn ich ein Freund von Distanz bin - diesmal bin ich wohl ordentlich verliebt. Hätte ich nicht von mir erwartet.

Heute darf ich mit einem iPad bloggen. Müdigkeit und Ungeduld zeichnen mich in letzter Zeit recht deutlich. Vor allem Ungeduld. Meine Haare wachsen zu langsam, bis zu meinem neuen iPhone vergehen noch zu viele Tage und die Borussia spielte auch schon wesentlich besser. Aber solange ich noch mehr als einen Tschick in meiner Tasche hab, mein Liebling nicht fremdgeht und mein 3er iPhone noch halbwegs funktioniert, will ich mich nicht beschweren. 
Hab gestern in der Bahn drüber nachgedacht, ob das Leben mehr schön als traurig ist und wofür es sich zu Leben lohnt. Ich bin 17, ich darf das, tiefgründig in der Bahn sitzen. 
P schreit den Fernseher an... Für die Borussia lohnt es sich heut nicht zu leben. Aber für unsere Zeit zusammen, unsere Spaziergänge durch diese wunderschöne Stadt, unsere Gespräche und den Hobbit nachher. 

Samstag, 30. November 2013

30.11.

einer meiner kleinen Lieblinge hat heute Abschlussball vom Tanzkurs. bei mir auch schon wieder 2 Jahre her. ich hab damals das Foto, was die da von den Tanzpärchen machen, direkt beim dm liegen lassen, als ich Abzüge machen wollte. auf solche Fotos sind Omis und Tanten ja immer ganz scharf. jedenfalls ließ ich mein Bild liegen... und fand es nie wieder. irgendjemand hat es gefunden und mitgenommen, beim dm - Personal wurde es nicht abgegeben. was wohl aus dem Bild geworden ist? ob es jemand weggeschmissen hat? oder hat es der Jemand behalten, so wie Nino Quincampoix aus der fabelhaften Welt der Amélie immer die weggeworfenen Passbilder? hat dieser Jemand mich vielleicht mal gesehen und wiedererkannt? 

manche Tage sind dazu da, um sich auf dem Sessel in eine Decke einzumummeln und Dragonball zu gucken. dabei Tee trinken und an einem Apfel rumknabbern. aber bloß nicht rausgucken, um Himmels Willen. mit dem Hund erst rausgehen, wenn es dunkel ist, alles andere macht nur depressiv.

mhhhhmm. solche Tage können nur geliebte Menschen highlighten. und Son Goku. 
einer dieser Menschen, und sogar einer der meistgeliebten, liegt bald wieder hinter mir und küsst mich in den Nacken - dann bekomme ich Gänsehaut. und morgens wir er sich wieder auf einem Arm abstützen und mich anschauen, wenn ich aufwache. mich anlächeln und sagen "na?". mhhhhm. ich mag das. das Beste ist, dass es nichts macht, wenn meine Heizung auf 5 steht und trotzdem nicht warm wird, denn wenn dieser Mensch, mein Prinz, neben mir liegt, ist mir eh warm. das ist echt verdammt praktisch. und dass er sich nicht aufregt, wenn ich die ganze Decke für mich beanspruche.

mein Zimmer ist so ordentlich, dass es mich fast gruselt. außerdem habe ich mich heut mit einem Kind beschäftigt, es sogar hochgehoben und herumgetragen. und das, obwohl es schon sprechen konnte und, ich glaube, 5 Jahre alt ist. irgendwas stimmt doch hier nicht. zur Beruhigung: die Prokrastination ist geblieben.

Mittwoch, 20. November 2013

listopad

wenn sie nicht nach Head&Shoulders oder Suff riechen, duften deine Haare nach Skiurlaub in Tschechien. ewig her. aber so schön wie deine Aura. so sicher. so bekannt. behaglich, vertraut, sympathisch, warm.
im Dunkeln alleine in meiner Ecke draußen zu stehen, ist atemberaubend. die Luft ist so klar und kalt. man sieht nicht viel mehr als ein paar Schatten. aber wenn du da bist, ist es noch besser. wenn wir über Jubel reden oder einfach nur gemeinsam schweigen. Letzteres ist fast noch schöner. wenn du mich in den Arm nimmst und mich küsst, du ascht mich nicht an, sicher nicht. ich mag es so, wenn du lachst, während du mich küsst. halt mich fest. ganz fest. im Wald oder in der Ecke erfüllt das immer alles. es ist dunkel, still, wir sind allein. und du bist da. 
danke für das Astra. 
lass dir nicht so viel von mir gefallen. du weißt am Besten, dass ich Arschtritte und klare Ansagen brauche. und lass meinen verschlafenen Blick in Ruhe!

zwischen Shutter Island auf Englisch - Seite 21 - und Dürrenmatts Besuch der alten Dame (noch nicht mal angefangen) bin ich einfach nur müde. egal, ob ich sieben, acht oder sogar neun Stunden schlafe. der Termin für meine Weisheitszahn - OP steht und jeder versichert mir, dass die OP nicht schlimm sei... nur die Schmerzen danach wären die Vorhölle. Danke für diese aufmunternden Worte. bäh. die Prinzessin ist ein bisschen eifersüchtig und quetscht ihren Kopf zwischen uns. süße Olle. Liebe meines Lebens. schleicht durch mein Zimmer und schnuppert. setzt sich hin. glubscht mich an. 9 Punkte in der Philoklausur sind verdammt bitter. morgen schon wieder 3 Freistunden zwischen jedem Block. so macht Abitur Spaß. nicht.  
die MMLP2 lässt sich nicht tot hören. weil Marshall M. der Größte ist. könnt die Biographie gleich noch mal lesen... stünden da nicht 20 andere Bücher vorwurfsvoll auf meinem Bett.
ich freu mich auf die Badewanne.

das letzte Wochenende mit meinen süßen Winzlingen war so schön. aber es braucht leider ein bisschen Alkohol, um die witzigsten und verschärftesten Choreographien aufs Parkett zu legen. ihr solltet mich da auf keinen Fall verpassen. haha. 

Sonntag, 10. November 2013

#P

blöde Verabschiedungen immer. versauen einem wirklich alles. in dunklen Momenten ist es so verdammt schwer, sich an die hellen, bunten mit Glitzer versehenen zu erinnern...

ich wollte diesen Satz mit "unsere Begrüßungen sind immer so impulsiv, bis oben hin gefüllt mit Gefühlen und Freude" beginnen. doch es ist schwer mit dem Wort "wir". ich weiß nicht, was du denkst. wie es dir geht. keine Frage - ich liebe dich. ich liebe dich wirklich und abgöttisch. das weißt du. das wissen alle anderen. aber manchmal fällt es mir schwer. ich glaube, dir auch. 
doch du hast es vorhin gesagt. du sagtest, du seist stolz auf mich. ich war müde und hab gelächelt, nach unten geschaut. doch genau das ist es, worauf ich hin arbeite. diese Worte erfüllen mich, auf sie habe ich gewartet. denn du hast sie gesagt, obwohl ich dir von meinen 6 Punkten in der Matheklausur erzählt habe. obwohl es in Deutsch nicht für 13 gereicht hat. obwohl ich soziale Arbeit studieren will. du hast diese Worte ausgesprochen, auf die ich gewartet habe. die ich erwartet habe, so oft. wenn ich dir erzählt habe von meinen Einsen in Deutsch oder Englisch, davon, dass ich auch mal die Beste war. du hast oft gemeint "nicht getadelt ist gelobt". aber du weißt auch, wie viel es mir bedeutet. es bedeutet mir fast genauso viel wie deine riesigen, warmen Umarmungen, in denen ich versinken kann, kurz abschalten kann. die dafür sorgen, dass sich ein wohliges Gefühl wie eine Decke um mich wickelt. du hast mein Wochenende gehighlightet. und ja, die E - Klasse auch.

aber nicht nur du. auch mein Prinz. nur ein wahrer Prinz nimmt einer mit Schmerzen geplagten Sneakerträgerin, die im Wahnsinn einmal jährlich Kleid und Gaborschuhe trägt, besagte Absatzschuhe ab, zieht sich seine Adidas aus, gibt sie besagtem Mädchen und läuft ohne Schuhe durch die Nacht.
manchmal kann ich mir nichts Besseres vorstellen, als einfach nur neben ihm zu liegen. und über Pokémon zu quatschen. über Familie, Schule, beschissene Leute, über alles. oder nichts. das ist das Wundervolle an diesem Prinzen - ich muss keine Angst haben. ich kann zwar viel Falsches sagen und tun, mich aber nicht blamieren. nicht mehr. Vertrauen ist wohl das passende Wort, das es zu assoziieren gilt. und auch, wenn ihm meine Entwicklung nicht gefällt und wir uns ab und an streiten, würd ich ihn nicht einfach hergeben wollen. denn neben den ganzen aufregenden und neuen Dingen muss es auch etwas Vertrautes geben, etwas, das man kennt, etwas, wo man sich ausruhen kann. und das ist er, mein Prinz.

und meine Prinzessin natürlich. meine flauschige, nervenstehlende, schwanzwedelnde Prinzessin mit den braunen Augen. sie mag den Prinz, also kann er so schlecht nicht sein.

doch all die schönen Gefühle und Dinge schieben Aufgaben, Bauchweh und Selbstzweifel nicht zur Seite. ich wünschte es. ich wünschte, ich könnte mich so für Schulkram begeistern, wie für euch. und ich wünschte, ich könnte öfter bei euch sein, mehr mit euch unternehmen, auf euch eingehen. ich wünschte es. 

Sonntag Abend. was wir alle brauchen, sind ein Sofa, eine Kanne Tee und jemanden zum Kuscheln / Vollquatschen / "einfach nur da sein".

Sonntag, 3. November 2013

Rumkugeln

Müdigkeit schwappt wie eine riesige Welle über mich. machste nix. passiert eben. Leute sagen, ich hätte mich verändert. was, bitte schön, soll ich denn sonst machen? außer halt allen mal die Zunge raus- / meinen krummen Mittelfinger entgegenstrecken und mir die Stiefel zubinden. und mit meinem Prinz nachts im tiefschwarzen Wald am Ende der Welt stehen, ihn umarmen und ins Dunkel hören. geht ganz gut. Jackass: Bad Grandpa auch. "Meine Mama hat Mundgeruch, weil sie so viel Crack raucht!"

machen wir uns nichts vor. ich werde niemals meinen geliebten Arsch in einen Club bewegen oder Ski fahren. Hunde werden mir immer lieber sein als Menschen und ob meine Haare jemals ihre ursprüngliche Farbe haben werden, ist ungewiss. so ist das eben. 

ich arme, geplagte Abituranwärterin muss mich an diesem Sonntagabend von meinen geliebten, vorletzten Herbstferien verabschieden. viel zu schnell haben sie meine Leidensgenossen und mich verlassen. morgen gibts dann direkt die Matheklausur zurück. das wird ein Spaß. 

am Wochenende haben mir meine drei Cousins mütterlicherseits - dreizehn, neun und drei Jahre alt - seit Langem mal wieder alle Nerven geraubt und mir gezeigt, wie fucking verdammt alt ich bin. der Vergrößerungsspiegel gab dem Ganzen noch den letzten Schliff und zeigte mir LACHFALTEN. Lachfalten. ich. jaha. ich glaubs selber auch nicht so ganz. 

hab fünf Kilo zugenommen, alle sagen man siehts nicht; mein frisch bezogenes Bett sieht mich verführerisch an und mein Hund will mir ans Abendbrot. zu allem Überfluss schreibe ich schon wieder einen Text, der einfach nur sinnlos ist und wohl bald gelöscht wird. Leben kann so ernüchternd sein. aber mit Oma und Cousinchen Rumkugeln machen und ihnen die Füße massieren ist okay. macht sie glücklich und mich auch. 

Donnerstag, 31. Oktober 2013

nejlepši

es ist halb zwei nachts. mir ist kalt, ich bin unglücklich und schlafen geht auch mal wieder nicht. du liegst neben mir, schläfst, atmest tief.

ich weiß jetzt, was mich das alles ertragen lässt. was mich dazu bringt, nicht aufzugeben oder auszurasten, was mich weiter machen und lächeln lässt. 
du bist es. du. du bist jeden Tag da, du bist etwas Alltägliches. jemand hat gesagt, wir begehren das, was wir alltäglich sehen, und ich habe es nicht geglaubt. ich war der festen Überzeugung, dass mich nur Neues und Unbekanntes wirklich fesseln kann. 

doch so ist es nicht. 
ich schau dich an und bin glücklich. 
morgens bist du der Erste, den ich sehe, mit dem ich rede. immer begrüße und verabschiede ich dich, unabhängig davon, wie ich mich fühle. bei anderen sieht das nicht so aus. doch es lohnt sich. denn du umjubelst mich, wenn ich nach Hause komme. niemand freut sich so sehr, mich jeden Tag aufs Neue zu sehen, niemand freut sich so über meine Anwesenheit wie du. und du wartest immer. immer bist du da und wartest auf mich. abends bist du der Letzte, den ich sehe, mit dem ich rede. und doch jedes Mal scheinen mir die Worte "ich liebe dich über alles" nicht genug. sie drücken nicht aus, was du mir gibst, was ich dir verdanke. furchtbar genug, dass ich nicht weiß, ob du mich verstehst, meine Gefühle spüren kannst - doch das ist ähnlich erdrückend. 

du hast Menschen gegenüber einen entscheidenden Vorteil: du sprichst nicht. denn genau das ist es, was mich Menschen so verachten lässt: ihre Worte. hilflos. verlogen. betrunken. ohne Wirkung. 

oh nein, frei von Fehlern bist du sicher nicht. jeden einzelnen Tag raubst du mir Nerven, die ich schon gar nicht mehr zu haben glaube. ich könnte dich nahezu jeden Tag anschreien, dich ignorieren bis zum getno.  aber ich tu es nicht. 
denn da ist noch etwas, was dich positiv von Menschen unterscheidet: du verletzt mich nicht. du enttäuscht mich nicht. 

jetzt gibt es Leute, die behaupten, von dir würde ich ja wesentlich weniger erwarten; Pflichtbewusstsein und Ordnung würden wohl nicht in deinen Zuständigkeitsbereich fallen etc. aber darum geht es einfach nicht. 

du liebst mich. klar und ohne wenn und aber, ohne naja oder ich weiß nicht. du beschützt mich, wenn es gewittert, du entschuldigst dich, wenn du etwas falsch gemacht hast. du teilst deine Angst mit mir, du stehst auch mitten in der Nacht auf, obwohl du grade so tief geschlafen hast, um mit mir dumm in den Kühlschrank zu gucken. 
es ist kein Geheimnis: sonderlich intelligent bist du nicht. aber für mich zählt das auch nicht. du bist treu, bist loyal und ehrlich, und nur das interessiert mich. ich liebe dich. 

Sonntag, 13. Oktober 2013

#F

du
wirfst mir immer mal wieder
ein paar Blicke zu
und da ist was in deinen Augen
das mich neugierig macht

so
war nicht mein Plan
dein Lächeln hat mich
du hast mich
und lässt mich nicht los

es
gefällt mir
wenn du mir ganz nah kommst
und mich 
an dich drückst

kurz
in diese Augen schauen 
und einen Moment aussetzen
von diesen Händen berührt 
und von einem Wahnsinnsgefühl durchzuckt werden
selten haben
relativ weiche Lippen und bierschwerer Atem 
mich so aus der Fassung gebracht

hör
nicht damit auf





nachts ewig die Augen nicht zu- und die Gedanken nicht zum Schweigen bekommen;
bei jeder Nachricht und jedem Blick ein Lächeln nicht unterdrücken können;
ständig abgelenkt sein,
und in dem Moment der nächsten Begegnung das Herz einfach nicht mehr kontrollieren können...

kennt jeder. mehr oder weniger stark ausgeprägt. jedes Mal anders. doch jedes Mal auf seine eigene Art besonders. nicht immer ist es gleich Liebe, manchmal nicht einmal Verliebtsein. doch es genügt uns. 
und auch, wenn es immer wieder in Zynismus getauchte Worte gibt, von uns selbst oder anderen - es macht süchtig. selbst ich kann es nicht leugnen. die Aufmerksamkeit. das Herzrasen. auch das mulmige Gefühl, wenn ewig keine Antwort kommt. ganz zu schweigen von den unrealistisch scheinenden Tagträumen und Hoffnungen, von verstohlenen Blicken und Lächeln. dieses Aufregende und Unbekannte ist es, was uns so reizt - jeden Einzelnen von uns. 

ich sag oft: ich verliebe mich nicht mehr. doch so stimmt das nicht. verlieben meint bei mir nur etwas anderes. ich verliebe mich nicht in Menschen - ich verliebe mich in Momente. das macht es so schwer. 

Samstag, 5. Oktober 2013

ezra

Disziplin, Disziplin; Ruhe bewahren, darum geht's doch hier.
zwischen den ganzen Unbelehrbaren, den Unverbesserlichen. in einer Gesellschaft mit Vorurteilen statt Seelen, in der nicht viel mehr zählt als Geld und Aussehen, in der es immer schwerer wird, klar denkende Menschen zu finden. zwischen den Aufgabenbergen, zwischen den Selbstzweifeln und Zukunftsängsten, den Traumata und Bücherstapeln.

klar, manchmal kommt sie, die Rettung; in Form eines Lächelns, eines Dankeschöns. aber sie kommt immer seltener. ein Resultat dieser unzufriedenstellenden und unzufriedenen Gesellschaft... wo des einen Grobheit und Arroganz aus der des anderen hervorgeht. die Frage nach der Schuld bleibt unbeantwortet. wir sind alle nur ein Glied dieser Millionen Menschen langen Kette.
es wird immer schwerer. egal, ob die Sonne scheint, so gut sie kann. irgendwann hilft auch sie nicht mehr, irgendwann auch nicht die vierseitigen Briefe von C., die sich so gut anfühlen, so verständnisvoll. so verbunden. auch der Wind, der alles so lebendig macht, auch die paar wenigen lächelnden Gesichter, warmen Umarmungen; es wird alles immer rarer. und auch die letzte Flucht, die Tagträume - vermischen sich mit Zukunftsängsten und melancholischen Erinnerungen, lassen einen nicht abschalten.
das, was sonst immer Lächeln zauberte... jetzt sind es nur noch Momente. dauerhaft glücklich und ausgeglichen sein klingt wie ein Scherz, als ob daran noch zu denken wäre.


und deine Unvernunft macht mich nur wütend, weil ich mir Sorgen mache. weil du zwar nicht anders, nicht besser bist als ich; aber dir soll es doch besser gehen. mach doch nicht die selben Fehler wie ich und alle anderen. 


"schön dich zu sehn, auf einen Schnaps oder zehn!"

bitte mal kurz alles hinschmeißen, ich versprech, ich hebs auch nachher wieder auf. 
ich liebe den Herbst. nachts ist die Luft wie im Winter, gleich ganz anders. Erinnerungen schwingen mit. "[...] nicht stressen lassen. kurz vergessen machen." wenn man jetzt rausgeht, ist der Himmel so klar, die Sterne schauen einen an. in fast allen Häusern ists dunkel. in meinem Kopf kehrt kurz Ruhe ein. kein soundsovieltes Buch Mose mehr, kein Pauli - Prinzip, keine stylistic devices. die Luft tief einatmen, tief, bis nichts mehr geht. 
ich habe meinen letzten Rest Disziplin verloren. Rauch einatmen, Casper im Kopf, lächeln, vielleicht. Augen kurz schließen und ansetzen. vielleicht. H. Hegemann lesen, sich auf ihre wunderschönen Sätze konzentrieren, einen Moment wirklich, wirklich an nichts anderes denken. ich wünschte, jemand würde kommen, mir mein Leben aus den Händen reißen, schreien "Was machst du da, verdammte Scheiße!" und es für mich regeln. ich wünschte, ich hätte endlich mal genug Kraft und Disziplin, würde nicht ständig alles aufschieben, liegen lassen oder gar nicht erst aufheben. mach so viele Pläne und schmeiß sie doch selber um, was soll das denn. den ganzen Tag so gut wie nichts gegessen, sich jetzt mal zu einem Apfel überwinden. wenn man mich nicht zwingt - ich kann's selbst nicht. 
wenn ich ehrlich bin, gäbe ich alles für eine Woche mit C., mit Abenden voller Wein und Tränen, reden, einfach nur reden, wie ein Wasserfall. alles erzählen. von den Gefühlen, die ich nie hatte. von dem Haus in dieser Stadt, in das ich zurückwill, bis hin zu diesen verdammten Ängsten und der Unzulänglichkeit, die mich erdrücken von allen Seiten.

ah. träumen, stundenlang, von dem Tag, an dem in diesem Zimmer nichts mehr steht. alles in Kisten, alles weg. und allen voran ich. dieser Tag, an dem ich nen Zettel an die Tür häng - ich bin dann mal weg. weg. in ein neues Leben mit neuen Problemen. ein neuer Ort, an dem mich keiner kennt, mich keiner vorverurteilt. nicht mehr. vorerst. ich sage nicht, dass dieser Ort mein neues Zuhause auf ewig wird. ich verspreche nichts mehr. 



habe kein Zuhause, kann keine Beziehungen führen, habe keine Disziplin, keine Geduld, bin nicht streng genug mit mir selbst. weiß genau, wem ich nie genügen werde.
bin schon gespannt, was ich morgen nicht ertragen kann. 



Sonntag, 22. September 2013

Kindheit




Ich möchte einen Sonntagmorgen in meiner Kindheit. Morgens ins Elternbett krabbeln und kuscheln bis zum Frühstück. Frühstück ohne Streit. Ich will in den Wald fahren mit meiner Familie, nur wir vier. In meiner roten Regenjacke mit den blauen und weißen Streifen in der Kapuze durch den Wald laufen, mit Mama Moos sammeln, Baumrinde anfassen, den Wald einatmen. Danach Mittagessen. Zu viert aufs Sofa und einen Film gucken. Ich möchte eine Kindheit, die mehr beinhaltet als 8 Jahre hin und her. Ich möchte eine Kindheit mit Dingen, die ich nicht hatte und die ich nie haben werde.
Auch, wenn ich das große Haus mit dem tollen Dachgeschoss gemocht hab. Die Scheidungskindergruppe mit dem bärtigen, älteren Betreuer mit den Lachfalten und der jungen Frau frisch von der Hochschule. Mit dem Teppichboden und den 10 anderen Kindern. In dem Haus in der schönsten Stadt der Welt. Wo für eine Stunde mal alles gut war. Wo man wirklich von allen verstanden wurde. Wenn man erzählte von der Diskussion, die sich vor ein paar Stunden wieder ergab, darüber, wer mich zu der Gruppe fährt. 
Erinnerungen an die Zeit, in der das Leben geregelt war. Die Zeit vor dem großen Chaos. 
Aus mir hätte was werden können, denke ich. 
Aus dem verträumten, großen, dünnen, schüchternen Mädchen mit der Brille und der Liebe für Katzen hätte etwas Fantastisches werden können. Etwas worauf Eltern hätten stolz sein können. 
Doch jetzt sieht alles anders aus. Alles nur so halb, nie richtig. Stunden in der Bahn von einem Teilzuhause zum nächsten, die einen zum Denken zwingen. Es geht nicht. Es geht nicht ohne Träumereien und Wünschen bis knapp unter den Himmel. Es geht nicht ohne melancholische Wochenenden. Ohne Wunschszenarien in meinem Kopf. Ohne wehmütige Blicke auf Spielplätze, Kleinfamilien und in Fotoalben. Ohne die Erinnerungen an die kleinen, schönen Momente. Ohne die Tränen in den Augen.

Das ist kein Vorwurf. 


Samstag, 14. September 2013

torture

alles egal. der Kopf vollkommen leer, der Bauch voller Wut. Augen voller Tränen. Staubkörner tanzen im Licht. 
das Kissen muss wieder herhalten. sich anschreien, schlagen lassen. am Ende wieder der Einzige sein, an den sich geklammert und bei dem sich ausgeweint wird. am Ende nass geweint liegen gelassen werden. 
kann man sich selbst mit einem Kissen ersticken?
Google sagt nein. 

kann es nicht beeinflussen. sie kommt einfach. und bleibt, bis sie irgendjemand verscheucht. sie kommt mit dieser Wut und den Tränen, mit stechenden Kopf- und Rückenschmerzen und zwingt einen in die Knie. letztendlich immer Embryonalstellung, zusammengeknüllt im Bett; oder am Boden. geht nicht anders. man fühlt sich so klein wie nur möglich. mental. überhaupt. so nutzlos wie nur möglich. so weit unten. so zusammengeknüllt, liegengelassen, ausgelaugt.
nur Todeswunsch, bloß um zu gucken, wer kommt. schon lange nicht mehr. geht es vorbei? ich weiß es nicht. ich glaube es nicht. hab das Gefühl, es wird immer schlimmer, sie wird immer schlimmer, jedes Mal, wenn sie wiederkommt ist sie stärker als zuvor. stärker als ich es bin. stärker als die, die sie manchmal verscheuchen. ich kann nichts tun. noch ist jemand da, der sie verscheucht, aber was kommt danach? wer soll sie verscheuchen, wenn niemand da ist? ich kann es nicht. ich schüchtere sie nicht ein. ich lasse sie zu. ich lasse sie neben mir liegen, wenn ich schlafe, lasse sie, wenn sie sich an mich hängt und mir jeden Schritt erschwert. lasse sie, wenn sie mir Steine in den Weg oder Tränen in die Augen legt. ich kann nichts tun. und ich weiß es. 

sie kommt dann, wenn ich nicht damit rechne. und dann, wenn ich grade am Schwächsten bin. sie kommt nachts und grinst mich morgens an, wenn ich aufwache. zeigt mir ab der ersten Sekunde meines Tages, dass heute kein guter Tag ist. dass sie mir heute nicht von der Seite weicht. und dass nicht ich bestimme, wann sie wieder geht. 
sie kommt, wenn ich alleine bin. sie weiß dann, dass ich chancenlos bin. noch chancenloser.
langsam ist sie so weit. so weit, dass sie keiner mehr weg bekommt. so weit, dass ich nur noch selten dran denke, mich gegen sie zu wehren, wenn sie kommt und sich auf mich schmeißt. nicht, dass ich es nicht versucht hätte. aber ich kann sie nicht greifen. sie entwischt mir immer wieder, sie ist wie Luft. sie ist da, ich atme sie ein, ich kann sie nicht aussperren. es geht nicht.

so kommt mit voller Wucht, aber mit dieser Wucht bleibt sie nicht lang. irgendwann hat man genug geweint und geschrien, dann setzt sie sich still in eine Ecke. man sollte meinen, dort, in der Ecke, hätte sie keinen Einfluss mehr, aber das ist falsch. es reicht, dass sie da ist. denn solang sie da ist, sind die Schmerzen da. die Wut aber ist eingesperrt, kann nicht raus, wird unterdrückt. wenn sie zur Ruhe kommt und in der Ecke sitzt, fühlt man sich nur noch leer. "schwimmen durch Treibsand mit Gewichten an den Gliedern." so fühlt sie sich an. jeden Tag, jede Nacht, in der sie einen nicht schlafen lässt.

sie ist eine anerkannte Krankheit. so fühlt sie sich auch an. Menschen haben gegen Krebs gekämpft und ihn besiegt. ich scheitere schon an ihr. aber vielleicht liegt es daran, dass ich nicht mehr gegen sie ankämpfen will. vielleicht liegt es daran, dass ich schon längst aufgegeben und mich ihr unterworfen habe.

Sonntag, 8. September 2013

afraid

SAMSTAG
Das perfekte Wetter, um aufzuwachen. Das Fenster rechts von meinem Bett ist offen, die Vögel zwitschern, kühle Luft zieht herein und die Sonne scheint. Der Himmel ist so unglaublich blau... 
Und mich überkommt die Erinnerung. Ein Schmerz, der mir ohne Umwege mit voller Wucht direkt ins Herz zu fahren scheint. 
Es war erst gestern. Unser Freitagabend. Zwischen Pro7 und Schlaf immer mal wieder wach. Du lagst neben mir. Den ganzen Tag schon beschäftigte mich die Frage, wohin ich in 2 Jahren gehen soll. Wie groß die Entfernung zwischen uns beiden ist, die ich ertragen kann. Wie groß die Entfernung zwischen mir und diesem Ort ist, die ich brauche. Wie ich meine Liebe und meine Zukunftswünsche miteinander vereinbaren kann, ohne, dass eins von beidem auf der Strecke bleibt. 
Die Vergänglichkeit des Momentes wurde mir bewusst, genau wie die Tatsache, dass besagter Kompromiss unmöglich ist, wahrscheinlich.
In einem Moment verändert sich alles, du weißt, ich kann nicht ohne dich. Noch nicht. Niemals nicht? Ich habe keine Ahnung. Ich bin bereit, den für mein Herz erträglichsten Kompromiss einzugehen, obwohl ich mich kenne. Ich habe eine Schwäche für Neues und Altbewährtes, nicht aber für Planung. Ich weiß nicht, wie es funktionieren soll. 

SONNTAG

Lästig, diese ständige Zukunftsangst. Die Angst davor, dich zu verlieren - das Wissen, dich irgendwann zu verlieren. Und die Angst vor der Zeit, die dann folgt.
Du hast es gesagt: du gehst hier nicht weg, niemals. Zuhause, hast du gesagt. Das unterscheidet uns - für dich ist das hier Zuhause. Für mich bist du Zuhause; alles andere klärt sich schon irgendwie. Aber das hier ist nicht mein Zuhause. Das hier ist nur eine Station. Für mich stand immer fest, dass ich hier nicht bleiben werde. Nicht kann. Nicht will.
Ich weiß, dass es keinen Kompromiss gibt. Entweder gibt es ein wir, oder es gibt es nicht.

Ich wünschte, ich könnte einfach gehen. Einfach die Dinge klar machen, meine Sachen packen. Weggehen. Ankommen. Ohne Trauer. Ich wünschte, ich könnte dich ab diesem Moment, der kommen wird, einfach vergessen. Die Liebe fortpusten und unsere gemeinsame Zeit nicht wegschmeißen, aber sie ohne Wehmut betrachten, mich daran erinnern. Dich als abgeschlossenes, schönes Kapitel sanft einpacken, in eine kleine Schachtel, und dich immer wieder hervorholen, wenn es mir schlecht geht, um mich an den Erinnerungen wieder ins Leben hochzuziehen. So, wie du es jetzt mit mir machst, wenn es mir schlecht geht. Ich wünschte, es würde mir dann einfach nichts mehr ausmachen, würdest du mich vergessen und nicht mehr lieben. Ganz einfach, ganz ohne Schmerz. Ohne meinen Schmerz und ohne deinen. Ohne den Kloß in meinem Hals, den Schmerz in meinem Herz und Kopf, ohne die Tränen in meinen Augen und meinem Gesicht, ohne dieses taube, sinnlose Gefühl.
Ich weiß - es ist meine Schuld. 





Donnerstag, 22. August 2013

müdes Supergirl

ich bin müde. er ist es auch. Mum auch. wir alle sind es, dauernd. nur die Prinzessin ist ständig munter und läuft ununterbrochen rum. 
das Problem ist nicht die Müdigkeit... sondern das abends - im - Bett - liegen - und - nicht - einschlafen - können. 

das Bett, in dem ich liege - mein Bett, es ist frisch bezogen und fühlt sich gut an. ich habe eine Schwäche für frisch gewaschene Wäsche. ich kann gar nicht anders, als daran zu schnuppern.
es ist ganz dunkel. ich höre nur das Schnaufen meiner kleinen Prinzessin und spüre die frische Luft, die über meinen Kopf hinweg durch das offene Fenster in mein Zimmer fließt. währenddessen drücke ich dieses eine, flauschige, herzförmige Kissen an mich. 

ich weine oft. es ist wohl mittlerweile nichts Aufregendes mehr, wenn ich das tue. in diesem Monat war es das dritte Mal. ich sah mir "Alles, was wir geben mussten" an, ein Drama. ich mag Dramen. aber sie tun eben weh. 
es war einer dieser wenigen Filme, die einem die Augen aufzureißen, ins Gesicht zu schreien und einen ins kalte Wasser zu schmeißen scheinen. schmerzhaft. ich habe seit Langem nichts mehr gesehen, was mir derartig viel Salz in Wunden gestreut hat. oder mich derart ins Eiswasser geschmissen hat. je nachdem. 
ganz egal, wie viele Pärchen um mich herum tänzeln, wie offen sie ihre Liebe zur Schau stellen, ihre Liebe mit den Ecken und Kanten, Lügen und Fehlern... nichts davon beeindruckt mich. es ist nichts Neues, wenn ich sage, es nervt mich meistens. doch an dieser Stelle... ja, es war nur ein Film. aber ich hab noch nie etwas so Schönes und so Liebevolles gesehen, denke ich. 

als ich geduscht habe, hat sie ihre Nase von außen gegen die Tür der Dusche gestupst. das macht sie immer. 
als ich nach drei Wochen Abwesenheit wiederkam, hat sie mich vollkommen ignoriert. ich hatte Angst. ich dachte, sie würde nur noch so mit mir umgehen. aber sie liebt mich, und damit ging es einfach nicht. sie läuft wieder quer durchs ganze Haus hinter mir her, wenn ich sie rufe, ist sie bei mir und lässt sich streicheln. wenn ich abends einschlafe, ist sie da. wenn ich morgens aufwache, die Augen einen winzigen Spalt öffne, und sie ist nicht da, dann bleibt mir fast das Herz stehen. sie ist immer da. ohne ein Wort, doch mit so viel Begeisterung und Liebe. 

in meiner Kommode hab ich meine Sommersachen hinter geräumt, mit Begeisterung meine Pullover nach Flauschigkeit und Dicke sortiert und meine Dose mit dem Wintertee hervorgekramt. ich kann es kaum abwarten. auch wenn ich genau weiß, dass kein Herbst oder Winter so ist, wie in meiner Vorstellung. 
du weißt schon, so ein schöner Winter; es wird schnell dunkel, man schläft viel mehr, alles ist ruhiger. aber auch gemütlich. wenn es draußen ganz eklig kalt und regnerisch ist, liegen wir, mein Held und ich, im Bett und gucken irgendeinen Film oder eine Serie, und er schläft mit dem Kopf auf meinem Bauch ein. verschlafene Wochenend - Morgen, entspannte Wochentage mit Teekannen und Büchern. ich weiß auch nicht.
in meiner Fantasie ist es draußen zwar kalt und nebelig, aber der Schnee fällt fast weg; auf den Straßen liegt nur eine dünne, puderzuckerartige Schneeschicht, und der graubraune Matsch am Straßenrand bleibt aus. in meiner Fantasie schwitzt man sich im Bus unter seinen tausend Schichten nicht total einen ab und friert wieder höllisch, sobald man zwei Sekunden draußen ist.
meine Idee von einem Herbst mit anschließendem Winter ist sehr romantisch, das weiß ich. zu romantisch, um irgendwann mal wirklich wahr zu werden... aber ich bin mit Disneyfilmen groß- und mit romantischen Kitschfilmen noch größer geworden. ich bin quasi machtlos. 



(Hochzeiten finde ich trotzdem blöd. man muss es ja nicht gleich übertreiben.)

Sonntag, 18. August 2013

Stille

der graue Himmel draußen sorgt für dieses träge Halbdunkel in meinem Zimmer. ich bin müde. mich umgibt nichts weiter als Musik und ich bin gewillt, es als Stille zu bezeichnen, denn es gibt keine anderen Geräusche. nur die Musik, teilweise wortlos - und genau sie ist es doch, sie und das Halbdunkel, meine Müdigkeit und das wortlose Alleinsein, die diese gedankenlose Schwere in mir erzeugen. angenehme Schwere. ich wünsche mir, ich wäre nicht allein, wünsche mir Arme, die mich beschützend festhalten, wünsche mir, dass deren zugehöriger Körper still neben mir liegt. und einfach nur da ist. nichts zerstört oder verändert mit Worten. 
Stille ist für mich Harmonie. Stille bedeutet, dass niemand etwas zu sagen hat, vielleicht auch, dass jemand sich auf die Zunge beißt. ich denke, das würde keinem von uns schaden. denn Stille ist etwas Perfektes. aber Menschen haben es schon immer geschafft, Perfektes zu zerstören. 

geradezu verzweifelt suche ich nach einem Begriff für das, was ich grob als "Stille, in der Musik läuft" bezeichnet habe. ich weiß genau, dass das jeder kennt, diesen Moment, wenn es um dich rum zwar laut ist, aber in deinem Kopf ganz still. wenn die ganzen Gedanken, die dir sonst auch jeden chilligen Moment und jede gute Laune versauen, einfach mal kurz weg sind. und damit die Zweifel. nimm den Moment, in dem du deine Liebe zum ersten Mal geküsst hast. so richtig filmmäßig. gut, vielleicht ist es gar keine Liebe gewesen, sondern ein Fehler, und vielleicht war der Kuss auch nicht filmmäßig, aber es geht um den Moment. den Moment, in dem sich zwei Gesichter nähern, das Herz einem bis zum Hals schlägt, alles kurz perfekt ist. und still. nimm den Moment, in dem du völlig ausgelassen tanzt. den Moment, in dem du morgens aufwachst und dich die schönsten Augen, die du je gesehen hast, ansehen. den Moment, in dem du einfach mal ohne Gedanken aus dem Fenster schaust und grundlos zufrieden bist. nimm den Moment, in dem das Glück deines Lebens ehrlich lacht. oder den, in dem du einfach nur auf einer Wiese liegst und den Wolken zusiehst. nimm einen Moment aus deinem Leben, der ohne Worte vollkommen war - und du weißt, was ich sagen möchte.
ich meine diese Stille, in der uns bewusst wird, wie überflüssig Worte sind. und das nicht das zählt, was man sagt, sondern das, was man auch wirklich tut. 




| neben dir einzuschlafen, zu schlafen und wieder aufzuwachen gehört zu den wenigen Dingen in meinem Leben, die mir wirklich fehlen, wenn sie nicht da sind. du gibst mir Sicherheit. ich liebe dich. das ist kein Geheimnis. 

Montag, 29. Juli 2013

verträumter Kram

so wär Leben gut: ein sonniger Tag auf einem Turm mit spitzenmäßigem Ausblick und einem sanften Wind, in einem bequemen Kleid, barfuß, mit Led Zeppelin, so laut, dass es jeder hört - selbst die Bewohner jenen Hauses, das vom Turm aus gesehen am weitesten entfernt liegt. 
Leben wär auch am Strand gut, abends dann, wenn es nicht mehr so heiß ist, oder nachts. barfuß, versteht sich. mit Sand zwischen den Zehen. mit dem sanften Wind wieder. im Kleid, für Pirouetten. 
und selbst im Bett ist Leben gut; abends mit einem guten Film und Orangen (Orangen ess ich persönlich am Liebsten auf dem Rücken liegend) und mischmasch. oder sowas. im Snoopy - Schlafshirt. bei Gewitter, mit offenem Fenster. mit einem Wind, der schon nicht mehr so sanft ist. 
aber was bei diesem ganzen Leben am Wichtigsten ist: mit dieser einen Person. wahlweise auch mit diesem einen Hund. wahlweise auch mit ganz bestimmten Personen, die man Freunde nennt. oder Familie. 
zum Festhalten, wenn man an einem gut besuchten See im knietiefen Wasser in Zeitlupe superpeinlich hinfällt. zum Umarmen, wenn es gerade das ist, was man braucht. zum Arschtritt - verpassen - lassen. zum Händchenhalten, Lachen, (Aus)Heulen, Tanzen, zu allem, was allein keinen Spaß macht. 
denn das Wichtigste am Leben ist dieses Stückchen Zuhause - Gefühl, dieses Geborgenheits - Gefühl, das dir diese Menschen oder Wesen vermitteln. das dich in aufregenden Zeiten begleitet, dich aber auch zur Ruhe kommen lässt. dieses Fallenlassen - Gefühl. genau das. 

"bist du denn gut?" - "ich bin so gut, wie ich bin, so gut bin ich!"

aus: Alice lebt hier nicht mehr

nach einer abendlichen Wasserschlacht mit T., der bald auf die 30 zugeht und meiner nach einer hinterhältigen Wasser - Attacke unsererseits misstrauischen / eingeschüchterten Hündin, auf die "Alice lebt hier nicht mehr" und im - Bett - liegen - und - Led Zeppelin - hören folgen, schließe ich mich der Idee T.'s an und wir machen das einzig Vernünftige: wir gehen spazieren. gegen viertel zwölf, als die Luft angenehmer wird. 
jetzt ist es fast drei. nach anderthalb Stunden physischer Qualen in Form von Durst, dem Gefühl zu Vertrocknen, etc. pp. kommt Erlösung: auf T.'s Anraten hab ich dann doch noch mein Fenster aufgemacht und der Wind weht durch mein Zimmer. nach der Frage, warum ich nicht selbst darauf gekommen bin, widme ich mich wieder Led Zeppelin und Miniatur - Bullterriern. und meiner für mich unvergleichlich gut duftenden Prinzessin. mein Magen knurrt so sehr, dass selbst sie unsicher zu gucken scheint. ich würde gern Peter Høegs Roman weiterlesen, aber irgendwie bin ich doch zu müde. ich belasse es bei dem mulmigen Gefühl, das aus meiner in wenigen Stunden erfolgenden Fahrt zu Papa und den damit zusammenhängenden "Dingen" resultiert und Led Zeppelin. mein grüner, dünner Haargummi, der sich an meinem rechten Handgelenk befindet, schneidet meiner rechten Hand offensichtlich die Blutzufuhr ab. so ein Mist aber auch.

achnaja, und er wieder. er ist der Beste. er wird mir fehlen, drei Wochen lang. seine flachen Witze, sein dummes Lachen - und sein schönes erst. sein Zucken und Murmeln, wenn er beim Krimigucken neben mir einschläft. und seine Umarmungen, oh mann. 

hab ich wirklich nur das Wichtigste eingepackt und trotzdem nichts vergessen? wirds reichen? hab ich die richtigen Klamotten mit - viel wichtiger: die richtigen Bücher? 
bäh. immer das Selbe mit mir. ich hab immernoch Angst im Dunkeln, panische. und Robert Plant singt mich in den Schlaf, während ich immer wieder aufschrecke, weil der Wind die geöffneten Fenster gegen die Wand schmeißt. 





Samstag, 20. Juli 2013

"Zuhause"

"nicht jeder hat zwei Orte, an denen er Zuhause sein kann / ist."
man kann das Leben eines Scheidungskindes, dessen Eltern / Familie über 500 Kilometer und damit 5 - 7 Stunden Fahrt trennen und dessen kleines, junges Leben schon früh eigenmächtig von einer oder zwei Personen in eine bestimmte Richtung gedrängt wurde, natürlich auch schön reden. oder um es mit den Worten eines inzwischen sechzehnjährigen und recht schlechtgelaunten Scheidungskindes zu sagen:
fick dich.

überall sind sie, lauern sie, warten sie nur darauf, mir einen Eimer kalte Realität ins Gesicht zu schütten: die Ängste. vor allem die Zukunftsängste. 

scheiße! ich hab noch 5 Wochen, dann beginnt für mich das, was mein zukünftiges Leben auf jeden Fall stark mitbestimmt - mein Abitur. wenn ich es überhaupt schaffe. dauernd werde ich gefragt, was ich denn nach der Schule machen will. am meisten frage ich mich das selber.

ich will weg, weit weg. wohin? in eine Großstadt? in meine "Heimatstadt"? ins Ausland? an die Küste? hier in Sachsen oder doch in Bayern? oder ganz woanders?
ich will einen Beruf, der mich erfüllt, der mich nicht ankotzt. vielleicht mit Menschen arbeiten. oder doch lieber mit Tieren? wären Bücher nicht am Besten? Studium? Ausbildung? oder doch erstmal ein FSJ oder ein Auslandsjahr?
ich will das Alleinsein, das Leben ohne die Prinzessin und ohne mein personifiziertes Glück in Reich- und Ausheulweite, irgendwie überstehen. denn ich weiß genau: das wird am Härtesten. Klos schrubben? von mir aus. mit scheiß Leuten arbeiten? kenn ich schon. unzufrieden mit der Gesamtsituation sein über einen längeren Zeitraum? ich leb seit ner Weile so. aber ohne die beiden überleben? mich einfach mit der Begründung, dass mein Selbstmord meine Eltern todunglücklich machen würde, durchs Leben schleifen? vielleicht in einer Stadt voller glücklicher, erfolgreicher Menschen mit Plan um mich herum - um mich, diejenige ohne Plan, ohne greifbares Ziel, ohne Selbstvertrauen, ohne Zufriedenheit herum, leben? ohne den Menschen, der mich garantiert immer zum Lachen bringt und an den ich mich immer klammern kann, scheiß Zeiten durchstehen? fuck. wie soll ich das denn machen. ich kann nicht mal Karten mischen oder Kronkorken von Flaschen ohne nen Flaschenöffner abmachen. oder ohne Herzrasen Bus fahren. 

"wenn du dich jetzt in deine Wunschvorstellung beamen könntest - wo ständest du jetzt?
"ich wär mitm Abi und meinem Studium fertig - was für eins, weiß ich nicht genau, vielleicht Lehramt -, hätte schon nen Arbeitsplatz sicher, ich hätte noch Kontakt zu T., hätte jemanden wie ihn gefunden, jemanden zum lieben, reden, festhalten, streiten, leben, jemanden, der mich auch liebt, sowas halt, aber mit dem wäre ich zusammen. ich hätte eine schöne, bezahlbare Wohnung in Regensburg - allein das ist schon eine Utopie -, einen Hund, mein Smiley - Tattoo am rechten Zeigefinger und würde mit meinem Wahnsinnstypen unseren ersten Sohn planen. und ich wäre nicht unbedingt glücklich, aber zufrieden. jo."
"na, so unerreichbar klingt das doch gar nicht."
"hahaha. ja, genau."


und dann redet sie von "Zuhause". von "meinen zwei Zuhause - Orten". und ich möchte sie anschreien - dass meine Vorstellung von "Zuhause" zerrissen ist. dass in meinem Kopf ein Zuhause ein Ort ist, von dem man nicht um jeden Preis seit mehreren Jahren einfach nur weg will. dass Zuhause da ist, wo man möglichst schnell zu den Menschen gelangen kann, die man wirklich innig liebt. dass ein Zuhause ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlt.


Casper sagt, "Zuhause ist da, wo man sich vermisst".
Edward Sharpe & The Magnetic Zeros sagen, "home is wherever I'm with you".
ich hab mal gesagt "Zuhause ist da, wo sich der iPod automatisch ins W - Lan hängt".

und jetzt?

manchmal weiß ich nicht, was mein Zuhause ist. hier hab ich mein Zimmer, voll mit meinem Zeugs und Krams, hier hab ich meine Prinzessin und T. hier will ich aber nicht bleiben, auf keinen Fall. dort (wo ich so lang gelebt hab) hab ich nur noch sehr, sehr wenige Bekannte und kein wirkliches, richtiges, eigenes Zimmer. aber genauso eine Tür, die immer für mich offen steht. und dort hab ich auch mehr Möglichkeiten. 
was jetzt? habe ich "zwei Zuhause - Orte", von denen keins mein "richtiges" Zuhause ist, die aber beide zur Not eins für den Übergang sein können? sollte ich mir einfach ein neues aufbauen und nicht mehr zurück schauen, alles vergessen, mich strahlend zu meinem utopischen Ziel hocharbeiten? 
ich hab so eine Scheißangst. ich weiß einfach gar nichts. ich hab keinen Schimmer, wie ich das meistern soll und wie ich überhaupt an dieses schummerige Ziel gelangen soll.



Donnerstag, 4. Juli 2013

#respect #tolerance #stupidity

ich bin enttäuscht. und wütend auch. aufgebracht. entsetzt und angewidert. ich kann es nicht formulieren. 

seit sechs Jahren lebe ich "im Osten". in Sachsen, um genau zu sein. meine Familie kommt von hier, ich aber wurde in Bayern - "im Westen" - geboren und habe da elf Jahre lang gelebt. 
liebe "Ossis", ich möchte euch etwas sagen. ihr seid peinlich. 
ich selbst ordne mich nicht ein. ich bin weder "Wessi", noch "Ossi". ich bin Deutsche. ich bin Mensch. 
doch jeden gottverdammten Tag werde ich mit dieser vergangenheitsanhänglichen Sache konfrontiert. ob es meine Oma ist, die abwertend von "Wessis" spricht, ob es jemand aus meinem Umfeld ist, der etwas von der Facebook - Seite "Danke Mama und Papa dass ich kein Wessi bin" (da fehlt übrigens ein Komma, ihr Penner) liked oder teilt. ich könnte kotzen. 

ich will nicht sagen, dass sich "Wessis" sehr viel anders verhalten. ich will hier für niemanden Partei ergreifen. ich finde beide Parteien lächerlich. ich wende mich nur vorrangig an erstere, weil ich unter deren stolzer Idiotie leide. es sind nicht die Menschen in Bayern, die mich abschätzend angucken. glaubs oder nicht.

es ist nun mehr als zwanzig Jahre her, dass aus der BRD und der DDR die Bundesrepublik Deutschland als ein Ganzes hervorging. zur Erinnerung: davor war das schon einmal so. schon einmal war man als Deutscher einfach nur Deutscher. 
aber nein. man muss ja jetzt, im Jahre 2013, immer noch danach gehen, wie die "Siegermächte des 2. Weltkrieges" dieses Land aufgeteilt haben, in Westen und Osten. völlig egal, ob das lange vorbei und überholt ist. in den Köpfen der meisten Ostdeutschen und sicher auch in den Köpfen einiger Westdeutscher ist das noch nicht angekommen. teilweise in Köpfen, die nicht mal in der Zeit vor der Wende gelebt haben - ist das nicht ein klitzekleines bisschen sinnlos? nein?


ich will in so einem Umfeld nicht leben müssen. ich will mir so etwas Dummes nicht antun müssen. das Selbe gilt für Homophobie und Rassismus. ein Mensch ist ein Mensch, völlig egal, wen er liebt, was er gerne anzieht, ob er dick oder dünn ist, ob er bleiche oder recht dunkle Haut hat. nichts davon sagt etwas über seinen Charakter aus, nichts davon gibt anderen das Recht, über ihn zu urteilen. nichts. aber wahrscheinlich ist Menschen der Charakter eines anderen und vor allem der Respekt im Umgang mit anderen nichts mehr wert - zumindest den Menschen, die diesen Respekt nicht aufbringen können. sei es aus Dummheit oder ... nein; dafür gibt es gar keine anderen Gründe als Dummheit. Respektlosigkeit und Intoleranz sind nicht anderes als dumm. und dabei spielt es für mich keine Rolle, ob es ein Gymnasialschüler mit Einserschnitt, eine schwangere Sechzehnjährige ohne Schulabschluss oder ein dreiundfünzigjähriger Superprofessor ist, der sich nach allen Regeln der Kunst respektlos oder intolerant verhält. 

und genau das stresst mich, nervt mich; ich will diesen Menschen in meinem Umfeld, die es einfach nicht auf die Reihe kriegen, sich respektvoll zu verhalten, einfach den Mund zukleben. ich wünsche ihnen, dass ihnen mal jemand begegnet, der sie so runterputzt und so scheiße behandelt, wie sie andere behandeln. 
und es ärgert mich nicht nur, es macht mich auch traurig. es macht mich traurig, zu sehen, dass "wir" uns in die falsche Richtung entwickeln, in eine Richtung, in der kein Platz ist für Menschen, die "anders" sind, für Menschen, die sich nicht exakt genauso verhalten wie die meisten anderen. es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass ein toller Mensch mit einem fantastischen Charakter verletzt wird - verletzt wird von einem Menschen, dessen Charakter einfach nur für die Tonne ist. sowas beschäftigt mich und sowas lässt mich daran denken, dass ich so hier nicht leben will. 

Sonntag, 16. Juni 2013

(hihi)

16. Juni 2013, 11:38, in der Bahn

Leben muss sein wie Musik von Moop Mama. Wie die BRN mit den ganzen glücklichen, fröhlichen, lachenden, singenden, tanzenden, free hugs - verteilenden Menschen. Mit bärtigen Männern, die mich umarmen und Franzi nennen. Mit überdimensionalen Bällen. Mit Freunden. Mit fritz -kola. Mit Haremshosen, mit Photoautomaten, mit Küssen, mit Umarmungen, mit Tanzen, mit Singen, mit Liebeserklärungen, mit Smalltalks mit Unbekannten. Mit Dreadheads. Mit lachenden, glücklichen, fertigen Gesichtern. Mit fremden Körpern an den eigenen gepresst, im Gedränge. Mit 26 Grad, einer sanften Brise und Sonne, tagsüber, und mit 23 Grad und dunkelblauem Himmel, abends dann. Mit leeren Handyakkus, die einem sowieso grad egal sind. Mit Metalheads mit langen Haaren, Bärten, schwarzen Klamotten und Hello Kitty - Luftballons am Fuß.  Mit einem x auf meinem Handrücken und mit Hand - in - Hand - Laufen. Leben muss, wenigstens am Wochenende, leicht und glücklich sein. Leicht, glücklich, lachend und wunderbar. Ich sags dir, ich war lange nicht so glücklich, so ruhig und aufgewühlt zugleich.


16. Juni, 21:39, Zuhause

Ergänzend muss Leben mindestens einen kuschligen, dunkelblauen, riesigen Wollpulli, eine Lieblings - Teesorte, mindestens zwei Lieblingscafés und mindestens zwei gute Freunde beinhalten. Ohne Diskussion. 
Vor - freu - de. In 19 Tagen ist es soweit - adieu, zehnte Klasse. Adieu, Schule - vorerst. Für 7 Wochen. Yeahi. Sieben Wochen - in (der Nähe von) Berlin, Zuhause, in Omis und Opis Garten, Berchtesgaden, Dänemark, Dresden, Regensburg... Mit den dreieinhalb einzigen Männern, die ich immer lieben werde, mit Leuten, die ich sehen will. Ohne die lästernden, griesgrämigen, muffeligen Gesichter, die ich sonst immer sehen muss, ohne deren belangloses, für mich persönlich uninteressantes Gequatsche, das ich mir jeden Tag anhören muss. Wobei ich es gerade erstaunlich gut wegstecke und begrinse.
Ich hab gute Laune, verdammt. Ich war auf der BRN zwischen Hunderten von Menschen, ohne Fresse zu ziehen oder zu kollabieren, ich versteh mich mit meinem Stief, hab gute Laune, find mich grad nicht 24/7 zu fett. Was ist hier looooos? Egal was es ist, es kann bleiben - für immer!




Samstag, 1. Juni 2013

2 Tage aus dem Leben der Meisterin der Prokrastination

31.5.
we found love, oh
so don't fight it 
life is a rollercoaster, just gotta ride it...


ich bin seltsam. heute hab ich in einer Mathe - Klassenarbeit wahrscheinlich eine 5 geschrieben, ich hab den Arsch voller Hausaufgaben und Vorträgen, die ich ausarbeiten muss, aber mir fällt nichts Besseres ein, als mir dreizehnmal hintereinander diese irre witzige Stelle aus "Tangled" ("Rapunzel - Neu Verföhnt") anzuschauen und mir einen abzulachen; beziehungsweise in meinem Volbeat - Pullover, Jogginghosen und Norwegersocken an meinem Schreibtisch zu sitzen, Ronan Keating zu hören, absolut grinsend mitzusingend und hin- und herzuwackeln, als wäre ich eine von Ronan's Backgroundsängerinnen, die immer wieder den sehr geistreichen (hüstel) Text "hey baby" oder auch "hey sugar" wiederholen. our love is a mystery, girl, let's get inside it. dülülü. irgendwas stimmt doch hier nicht.

die Sonne scheint nach endlosen Tagen des Regens, vielleicht liegt's daran. vielleicht an dem Paket mit den 17 Büchern, das gestern angekommen ist. vielleicht daran, dass jemand zu mir sehr süß ist. wer weiß, wer weiß. ich jedenfalls tippe ganz stark auf die Erfrischungsstäbchen aus dem Kühlschrank. und Ronan Keating. und Flynn Rider. und meine nicht vorhandene Schwangerschaft. vor allem die. 
immerhin weiß ich, woran es nicht liegt - an meinem Mathelehrer!




1.6.
unglaublich. schon eine Ewigkeit regnet es. aber es hat auch etwas Schönes; die Prinzessin und ich gehen ganz gern raus, wenn es regnet und nicht allzu warm ist. am Besten abends oder morgens. denn dann sind die Straßen leer und man hört nicht mehr als den Regen, sieht, wie die Tropfen in Pfützen Kreise ziehen. das geht gut. 

jetzt kommt das, was ich gestern noch als "Problem des Zukunfts - Ichs" eingestuft habe: ich gehe schon wieder unter. denn selbst die Meisterin der Prokrastination muss sich irgendwann ihren Aufgaben stellen... und dann aber so richtig. und zwar heute. bäh. hat was vom Tag des Jüngsten Gerichts. Physik, Mathe, Bio, Info, Tschechisch - einfach alles, was keinen Spaß macht. und kalt ist mir auch. ginge es nach mir, würde ich das ganze Wochenende mit meinen siebzehn Büchern und Tee verbringen. in der Badewanne, auf der Couch. wegen mir auch mit Spaziergängen durch den strömenden Regen. Hauptsache in absoluter Ruhe ohne irgendjemanden - die Prinzessin ausgenommen - der irgendwas von mir will. und wenn schon jemand dabei sein muss, dann soll er oder sie bitte dieses Wochenende die Klappe halten und verdammt nochmal endlos lieb zu mir sein. oh Mann, das wär's doch. ich hab das Gefühl, ich ende heut Abend mit Nick Hornby und Ronan Keating auf eine Kanne Tee in der Badewanne. 




Samstag, 25. Mai 2013

catlike (katzenhaft)

ich seh dich
ganz klar, seh
deine Augen - deinen warmen Blick
spür
deine Hände, wie sie
mein Gesicht fassen
deine Lippen, wie sie
mein Gesicht küssen;
du machst mich
wahnsinnig, ich
liebe dich.
ich liebe dich aus
vollem Herzen
und ich
spüre das Gefühl, als
wäre es wirklich da
und echt, spüre
diesen Moment
obwohl er so weit weg ist und so garnicht greifbar.

meistens habe ich keine Hoffnung mehr. im Bezug auf mein Leben als Ganzes. mir ist bewusst, dass viele das furchtbar finden, weil ich noch so jung bin. aber meine Seele fühlt sich irgendwie total alt an. 

wenn Leute vom Familie - gründen und sesshaft - werden reden, wird mir schlecht. meistens. ich kann mich da überhaupt nicht reindenken. mir läuft förmlich ein kalter Schauer über den Rücken. 

und ich weiß: ich passe in dein durchgeplantes, kleines Leben nicht rein. will ich auch nicht. niemals.

ich will das nicht. ich brauche das nicht. auch wenn du denkst, zu wissen, dass ich das brauche. da liegst du falsch. ich brauche vielleicht ein bisschen Struktur. Sicherheit. Ruhe. bestimmt. 
aber es gefällt mir nicht. es gefällt mir viel besser, wenn du mich festhältst und mich mit diesem provokanten Blick ansiehst, den du dir sehr gut von mir abgeguckt hast. wenn deine Lippen meinen Hals berühren und Gänsehaut auf meinem ganzen Körper auslösen. wenn du mir dein Gesicht hinhältst und es wegziehst, wenn ich dich küssen will. wenn du mich zwar anrufst, aber mir manchmal einfach nicht zurückschreibst. einfach mal ein paar Tage nicht erreichbar bist und ich mir Sorgen machen kann. wenn du ein bisschen mit mir spielst, so wie ich es mit dir mache. um mir zu zeigen, dass du zwar ein bisschen mir gehörst, aber ein Teil von dir macht, was er will. ohne Rücksicht auf mich. und solange du keine andere fickst, ist diese Skrupellosigkeit genau das, was ich will. das will ich. denn genau so will ich auch mit dir umgehen, genau so skrupellos, freiheitsliebend, provokant, liebevoll, unverständlich, aufregend will ich mich auch verhalten dürfen. 
genau das ist, was ich will - kein Einfamilienhaus, keinen Kombi und keine Traumhochzeit. registrier das, akzeptier das und dann überleg dir, ob ich wirklich die bin, die du jetzt gerade unbedingt haben willst. 

Sonntag, 19. Mai 2013

drøm (träumen)

und ich finde sie: die Liebe meines Lebens
an einem Sommertag. an einem Strand, mit Bum Bum oder Mischmasch in der Hand. mit Sand in den Haaren und Sonnenbrand auf den Schultern.
an einem Novembernachmittag, in einem Café. bei Nieselregen, mit Bart, einer Tasse Tee und einem Buch.
oder so.
und dann, dann gehört sie mir. sie liegt dann fast immer neben mir, wenn ich einschlafe, küsst mich auch morgens, wenn ich zerknittert bin, oder nachm Joggen, wenn ich verschwitzt bin, völlig egal. sie legt dann den Arm um mich, wenn wir unterwegs sind, damit jeder weiß, dass sie mir gehört und ich ihr. sie lässt mich beim Wäsche aufhängen und duschen schief meine Lieblingslieder mitsingen. sie streitet sich mit mir. sie isst dann meinen Kuchen und sagt mir, wie unglaublich lecker der ist. sie passt auf mich auf und lässt mir meine kleinen Eifersüchteleien. meine Unzufriedenheit. meinen Vegetarismus. meine Bücher, meine Wohlstandswampe, meine kleine Unordnung. meine Launen, meine Männerpullover, meine Blondheit, meine Wut auf die Gesellschaft. meine Undiszipliniertheit, meine Hobbitfüße und meine Angst lässt sie mir dann. sie liebt mich dann für Dinge, für die andere mich hassen. und ihr Herz werde ich nicht brechen. 


 "Kannst du mich lieben, aber kannst du mir dabei 
nicht auch ein wenig wehtun? 
Gerade so, dass es genug ist. 
Damit ich dich lieben kann, 
gerade so, dass es genug ist. 
Ein kleiner Schmerz, 
mit Nadeln oder Eis. 
Sonst will ich alles schriftlich haben: 
wann du kommst und wieder gehst, 
dass du niemanden mir vorziehst, 
dein Leibgericht will ich dir täglich machen, 
festgelegt, 
bis einer von uns beiden nicht mehr lebt. 
Nur zwischendrin, vergiss das nicht, 
brauche ich einen kleinen Schmerz, 
von dir verschafft."

(aus: "vollkommen leblos, bestenfalls tot" von Antonia Baum) 



ich bin müde, gähne im Zweiminutentakt. meine Schultern sind von Gänsehaut gekennzeichnet, als ein Windstoß kommt. ich liege auf einer Wiese, zwischen Gänseblümchen und pieksenden Grashalmen... ich beobachte die Wolken. hoffe, dass sie sich nicht vor die Sonne schieben. der Geschmack von Bum Bum liegt mir immer noch auf der Zunge. das Bum Bum, dass die Liebe meines Lebens in meinem Traum gegessen hat. ich mach die Augen zu. Sonne scheint durch meine Lider. meine Illusion von der Liebe meines Lebens verdrängt die ganzen anderen Gedanken. "wichtige" Gedanken. 
eigentlich nicht.
Stairway to Heaven klingt in meinem Kopf nach. meine Lieblingsstelle. die Liebe meines Lebens küsst mein Gesicht und meine Schultern, Gänsehaut auf meinem ganzen Körper, Glück in meinem ganzen Körper - in meinem Kopf. ich kanns nicht lassen und träume einfach den ganzen Tag vor mich hin. die Aboriginies machen das auch so - so falsch kann es nicht sein. 
frisch gemähter Rasen sieht scheiße aus - duftet aber wunderbar. auf meiner Nasenspitze sitzt ein Marienkäfer. ich mach ein Auge auf und schiel ihn an. er fliegt weg. 
glücklich sein, steht mir das?


 "Ich bin vermutlich einer der einsamsten Menschen der Welt. Nicht, dass ich keine Menschen kennen würde, ich komme immerfort mit ihnen zusammen, vor allem mit Frauen, die mich gern zu haben scheinen. Ich glaube nicht, dass ich mich selbst je ganz verstanden habe und ich habe niemals jemand gefunden, der mich verstand. Darum bin ich so einsam. Ich verliebe mich ungefähr jeden Monat einmal, aber es dauert nie länger als ein oder zwei Wochen."

(aus: "Dieses beschissen schöne Leben" von Andreas Altmann)