das Kissen muss wieder herhalten. sich anschreien, schlagen lassen. am Ende wieder der Einzige sein, an den sich geklammert und bei dem sich ausgeweint wird. am Ende nass geweint liegen gelassen werden.
kann man sich selbst mit einem Kissen ersticken?
Google sagt nein.
kann es nicht beeinflussen. sie kommt einfach. und bleibt, bis sie irgendjemand verscheucht. sie kommt mit dieser Wut und den Tränen, mit stechenden Kopf- und Rückenschmerzen und zwingt einen in die Knie. letztendlich immer Embryonalstellung, zusammengeknüllt im Bett; oder am Boden. geht nicht anders. man fühlt sich so klein wie nur möglich. mental. überhaupt. so nutzlos wie nur möglich. so weit unten. so zusammengeknüllt, liegengelassen, ausgelaugt.
nur Todeswunsch, bloß um zu gucken, wer kommt. schon lange nicht mehr. geht es vorbei? ich weiß es nicht. ich glaube es nicht. hab das Gefühl, es wird immer schlimmer, sie wird immer schlimmer, jedes Mal, wenn sie wiederkommt ist sie stärker als zuvor. stärker als ich es bin. stärker als die, die sie manchmal verscheuchen. ich kann nichts tun. noch ist jemand da, der sie verscheucht, aber was kommt danach? wer soll sie verscheuchen, wenn niemand da ist? ich kann es nicht. ich schüchtere sie nicht ein. ich lasse sie zu. ich lasse sie neben mir liegen, wenn ich schlafe, lasse sie, wenn sie sich an mich hängt und mir jeden Schritt erschwert. lasse sie, wenn sie mir Steine in den Weg oder Tränen in die Augen legt. ich kann nichts tun. und ich weiß es.
sie kommt dann, wenn ich nicht damit rechne. und dann, wenn ich grade am Schwächsten bin. sie kommt nachts und grinst mich morgens an, wenn ich aufwache. zeigt mir ab der ersten Sekunde meines Tages, dass heute kein guter Tag ist. dass sie mir heute nicht von der Seite weicht. und dass nicht ich bestimme, wann sie wieder geht.
sie kommt, wenn ich alleine bin. sie weiß dann, dass ich chancenlos bin. noch chancenloser.
langsam ist sie so weit. so weit, dass sie keiner mehr weg bekommt. so weit, dass ich nur noch selten dran denke, mich gegen sie zu wehren, wenn sie kommt und sich auf mich schmeißt. nicht, dass ich es nicht versucht hätte. aber ich kann sie nicht greifen. sie entwischt mir immer wieder, sie ist wie Luft. sie ist da, ich atme sie ein, ich kann sie nicht aussperren. es geht nicht.
so kommt mit voller Wucht, aber mit dieser Wucht bleibt sie nicht lang. irgendwann hat man genug geweint und geschrien, dann setzt sie sich still in eine Ecke. man sollte meinen, dort, in der Ecke, hätte sie keinen Einfluss mehr, aber das ist falsch. es reicht, dass sie da ist. denn solang sie da ist, sind die Schmerzen da. die Wut aber ist eingesperrt, kann nicht raus, wird unterdrückt. wenn sie zur Ruhe kommt und in der Ecke sitzt, fühlt man sich nur noch leer. "schwimmen durch Treibsand mit Gewichten an den Gliedern." so fühlt sie sich an. jeden Tag, jede Nacht, in der sie einen nicht schlafen lässt.
sie ist eine anerkannte Krankheit. so fühlt sie sich auch an. Menschen haben gegen Krebs gekämpft und ihn besiegt. ich scheitere schon an ihr. aber vielleicht liegt es daran, dass ich nicht mehr gegen sie ankämpfen will. vielleicht liegt es daran, dass ich schon längst aufgegeben und mich ihr unterworfen habe.
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