Donnerstag, 4. Juli 2013

#respect #tolerance #stupidity

ich bin enttäuscht. und wütend auch. aufgebracht. entsetzt und angewidert. ich kann es nicht formulieren. 

seit sechs Jahren lebe ich "im Osten". in Sachsen, um genau zu sein. meine Familie kommt von hier, ich aber wurde in Bayern - "im Westen" - geboren und habe da elf Jahre lang gelebt. 
liebe "Ossis", ich möchte euch etwas sagen. ihr seid peinlich. 
ich selbst ordne mich nicht ein. ich bin weder "Wessi", noch "Ossi". ich bin Deutsche. ich bin Mensch. 
doch jeden gottverdammten Tag werde ich mit dieser vergangenheitsanhänglichen Sache konfrontiert. ob es meine Oma ist, die abwertend von "Wessis" spricht, ob es jemand aus meinem Umfeld ist, der etwas von der Facebook - Seite "Danke Mama und Papa dass ich kein Wessi bin" (da fehlt übrigens ein Komma, ihr Penner) liked oder teilt. ich könnte kotzen. 

ich will nicht sagen, dass sich "Wessis" sehr viel anders verhalten. ich will hier für niemanden Partei ergreifen. ich finde beide Parteien lächerlich. ich wende mich nur vorrangig an erstere, weil ich unter deren stolzer Idiotie leide. es sind nicht die Menschen in Bayern, die mich abschätzend angucken. glaubs oder nicht.

es ist nun mehr als zwanzig Jahre her, dass aus der BRD und der DDR die Bundesrepublik Deutschland als ein Ganzes hervorging. zur Erinnerung: davor war das schon einmal so. schon einmal war man als Deutscher einfach nur Deutscher. 
aber nein. man muss ja jetzt, im Jahre 2013, immer noch danach gehen, wie die "Siegermächte des 2. Weltkrieges" dieses Land aufgeteilt haben, in Westen und Osten. völlig egal, ob das lange vorbei und überholt ist. in den Köpfen der meisten Ostdeutschen und sicher auch in den Köpfen einiger Westdeutscher ist das noch nicht angekommen. teilweise in Köpfen, die nicht mal in der Zeit vor der Wende gelebt haben - ist das nicht ein klitzekleines bisschen sinnlos? nein?


ich will in so einem Umfeld nicht leben müssen. ich will mir so etwas Dummes nicht antun müssen. das Selbe gilt für Homophobie und Rassismus. ein Mensch ist ein Mensch, völlig egal, wen er liebt, was er gerne anzieht, ob er dick oder dünn ist, ob er bleiche oder recht dunkle Haut hat. nichts davon sagt etwas über seinen Charakter aus, nichts davon gibt anderen das Recht, über ihn zu urteilen. nichts. aber wahrscheinlich ist Menschen der Charakter eines anderen und vor allem der Respekt im Umgang mit anderen nichts mehr wert - zumindest den Menschen, die diesen Respekt nicht aufbringen können. sei es aus Dummheit oder ... nein; dafür gibt es gar keine anderen Gründe als Dummheit. Respektlosigkeit und Intoleranz sind nicht anderes als dumm. und dabei spielt es für mich keine Rolle, ob es ein Gymnasialschüler mit Einserschnitt, eine schwangere Sechzehnjährige ohne Schulabschluss oder ein dreiundfünzigjähriger Superprofessor ist, der sich nach allen Regeln der Kunst respektlos oder intolerant verhält. 

und genau das stresst mich, nervt mich; ich will diesen Menschen in meinem Umfeld, die es einfach nicht auf die Reihe kriegen, sich respektvoll zu verhalten, einfach den Mund zukleben. ich wünsche ihnen, dass ihnen mal jemand begegnet, der sie so runterputzt und so scheiße behandelt, wie sie andere behandeln. 
und es ärgert mich nicht nur, es macht mich auch traurig. es macht mich traurig, zu sehen, dass "wir" uns in die falsche Richtung entwickeln, in eine Richtung, in der kein Platz ist für Menschen, die "anders" sind, für Menschen, die sich nicht exakt genauso verhalten wie die meisten anderen. es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass ein toller Mensch mit einem fantastischen Charakter verletzt wird - verletzt wird von einem Menschen, dessen Charakter einfach nur für die Tonne ist. sowas beschäftigt mich und sowas lässt mich daran denken, dass ich so hier nicht leben will. 

2 Kommentare:

  1. Vielleicht sollte man mal Selbstkritik ausüben. Wäre in deiner verklemmten Situation nicht mal schlecht. (-;

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  2. ich selbst übe nichts anderes aus.

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