und ich finde sie: die Liebe meines Lebens
an einem Sommertag. an einem Strand, mit Bum Bum oder Mischmasch in der Hand. mit Sand in den Haaren und Sonnenbrand auf den Schultern.
an einem Novembernachmittag, in einem Café. bei Nieselregen, mit Bart, einer Tasse Tee und einem Buch.
oder so.
und dann, dann gehört sie mir. sie liegt dann fast immer neben mir, wenn ich einschlafe, küsst mich auch morgens, wenn ich zerknittert bin, oder nachm Joggen, wenn ich verschwitzt bin, völlig egal. sie legt dann den Arm um mich, wenn wir unterwegs sind, damit jeder weiß, dass sie mir gehört und ich ihr. sie lässt mich beim Wäsche aufhängen und duschen schief meine Lieblingslieder mitsingen. sie streitet sich mit mir. sie isst dann meinen Kuchen und sagt mir, wie unglaublich lecker der ist. sie passt auf mich auf und lässt mir meine kleinen Eifersüchteleien. meine Unzufriedenheit. meinen Vegetarismus. meine Bücher, meine Wohlstandswampe, meine kleine Unordnung. meine Launen, meine Männerpullover, meine Blondheit, meine Wut auf die Gesellschaft. meine Undiszipliniertheit, meine Hobbitfüße und meine Angst lässt sie mir dann. sie liebt mich dann für Dinge, für die andere mich hassen. und ihr Herz werde ich nicht brechen.
"Kannst du mich lieben, aber kannst du mir dabei
nicht auch ein wenig wehtun?
Gerade so, dass es genug ist.
Damit ich dich lieben kann,
gerade so, dass es genug ist.
Ein kleiner Schmerz,
mit Nadeln oder Eis.
Sonst will ich alles schriftlich haben:
wann du kommst und wieder gehst,
dass du niemanden mir vorziehst,
dein Leibgericht will ich dir täglich machen,
festgelegt,
bis einer von uns beiden nicht mehr lebt.
Nur zwischendrin, vergiss das nicht,
brauche ich einen kleinen Schmerz,
von dir verschafft."
(aus: "vollkommen leblos, bestenfalls tot" von Antonia Baum)
ich bin müde, gähne im Zweiminutentakt. meine Schultern sind von Gänsehaut gekennzeichnet, als ein Windstoß kommt. ich liege auf einer Wiese, zwischen Gänseblümchen und pieksenden Grashalmen... ich beobachte die Wolken. hoffe, dass sie sich nicht vor die Sonne schieben. der Geschmack von Bum Bum liegt mir immer noch auf der Zunge. das Bum Bum, dass die Liebe meines Lebens in meinem Traum gegessen hat. ich mach die Augen zu. Sonne scheint durch meine Lider. meine Illusion von der Liebe meines Lebens verdrängt die ganzen anderen Gedanken. "wichtige" Gedanken.
eigentlich nicht.
Stairway to Heaven klingt in meinem Kopf nach. meine Lieblingsstelle. die Liebe meines Lebens küsst mein Gesicht und meine Schultern, Gänsehaut auf meinem ganzen Körper, Glück in meinem ganzen Körper - in meinem Kopf. ich kanns nicht lassen und träume einfach den ganzen Tag vor mich hin. die Aboriginies machen das auch so - so falsch kann es nicht sein.
frisch gemähter Rasen sieht scheiße aus - duftet aber wunderbar. auf meiner Nasenspitze sitzt ein Marienkäfer. ich mach ein Auge auf und schiel ihn an. er fliegt weg.
glücklich sein, steht mir das?
"Ich bin vermutlich einer der einsamsten Menschen der Welt. Nicht, dass ich keine Menschen kennen würde, ich komme immerfort mit ihnen zusammen, vor allem mit Frauen, die mich gern zu haben scheinen. Ich glaube nicht, dass ich mich selbst je ganz verstanden habe und ich habe niemals jemand gefunden, der mich verstand. Darum bin ich so einsam. Ich verliebe mich ungefähr jeden Monat einmal, aber es dauert nie länger als ein oder zwei Wochen."
(aus: "Dieses beschissen schöne Leben" von Andreas Altmann)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen