zwischen den ganzen Unbelehrbaren, den Unverbesserlichen. in einer Gesellschaft mit Vorurteilen statt Seelen, in der nicht viel mehr zählt als Geld und Aussehen, in der es immer schwerer wird, klar denkende Menschen zu finden. zwischen den Aufgabenbergen, zwischen den Selbstzweifeln und Zukunftsängsten, den Traumata und Bücherstapeln.
klar, manchmal kommt sie, die Rettung; in Form eines Lächelns, eines Dankeschöns. aber sie kommt immer seltener. ein Resultat dieser unzufriedenstellenden und unzufriedenen Gesellschaft... wo des einen Grobheit und Arroganz aus der des anderen hervorgeht. die Frage nach der Schuld bleibt unbeantwortet. wir sind alle nur ein Glied dieser Millionen Menschen langen Kette.
es wird immer schwerer. egal, ob die Sonne scheint, so gut sie kann. irgendwann hilft auch sie nicht mehr, irgendwann auch nicht die vierseitigen Briefe von C., die sich so gut anfühlen, so verständnisvoll. so verbunden. auch der Wind, der alles so lebendig macht, auch die paar wenigen lächelnden Gesichter, warmen Umarmungen; es wird alles immer rarer. und auch die letzte Flucht, die Tagträume - vermischen sich mit Zukunftsängsten und melancholischen Erinnerungen, lassen einen nicht abschalten.
das, was sonst immer Lächeln zauberte... jetzt sind es nur noch Momente. dauerhaft glücklich und ausgeglichen sein klingt wie ein Scherz, als ob daran noch zu denken wäre.
und deine Unvernunft macht mich nur wütend, weil ich mir Sorgen mache. weil du zwar nicht anders, nicht besser bist als ich; aber dir soll es doch besser gehen. mach doch nicht die selben Fehler wie ich und alle anderen.
"schön dich zu sehn, auf einen Schnaps oder zehn!"
bitte mal kurz alles hinschmeißen, ich versprech, ich hebs auch nachher wieder auf.
ich liebe den Herbst. nachts ist die Luft wie im Winter, gleich ganz anders. Erinnerungen schwingen mit. "[...] nicht stressen lassen. kurz vergessen machen." wenn man jetzt rausgeht, ist der Himmel so klar, die Sterne schauen einen an. in fast allen Häusern ists dunkel. in meinem Kopf kehrt kurz Ruhe ein. kein soundsovieltes Buch Mose mehr, kein Pauli - Prinzip, keine stylistic devices. die Luft tief einatmen, tief, bis nichts mehr geht.
ich habe meinen letzten Rest Disziplin verloren. Rauch einatmen, Casper im Kopf, lächeln, vielleicht. Augen kurz schließen und ansetzen. vielleicht. H. Hegemann lesen, sich auf ihre wunderschönen Sätze konzentrieren, einen Moment wirklich, wirklich an nichts anderes denken. ich wünschte, jemand würde kommen, mir mein Leben aus den Händen reißen, schreien "Was machst du da, verdammte Scheiße!" und es für mich regeln. ich wünschte, ich hätte endlich mal genug Kraft und Disziplin, würde nicht ständig alles aufschieben, liegen lassen oder gar nicht erst aufheben. mach so viele Pläne und schmeiß sie doch selber um, was soll das denn. den ganzen Tag so gut wie nichts gegessen, sich jetzt mal zu einem Apfel überwinden. wenn man mich nicht zwingt - ich kann's selbst nicht.
wenn ich ehrlich bin, gäbe ich alles für eine Woche mit C., mit Abenden voller Wein und Tränen, reden, einfach nur reden, wie ein Wasserfall. alles erzählen. von den Gefühlen, die ich nie hatte. von dem Haus in dieser Stadt, in das ich zurückwill, bis hin zu diesen verdammten Ängsten und der Unzulänglichkeit, die mich erdrücken von allen Seiten.
ah. träumen, stundenlang, von dem Tag, an dem in diesem Zimmer nichts mehr steht. alles in Kisten, alles weg. und allen voran ich. dieser Tag, an dem ich nen Zettel an die Tür häng - ich bin dann mal weg. weg. in ein neues Leben mit neuen Problemen. ein neuer Ort, an dem mich keiner kennt, mich keiner vorverurteilt. nicht mehr. vorerst. ich sage nicht, dass dieser Ort mein neues Zuhause auf ewig wird. ich verspreche nichts mehr.
habe kein Zuhause, kann keine Beziehungen führen, habe keine Disziplin, keine Geduld, bin nicht streng genug mit mir selbst. weiß genau, wem ich nie genügen werde.
bin schon gespannt, was ich morgen nicht ertragen kann.
bin schon gespannt, was ich morgen nicht ertragen kann.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen