Dienstag, 25. Dezember 2012

Smilla, Fraktur, Weihnachten


ich mag Weihnachten nicht. aber dieses Jahr gefällt es mir besser als sonst. ich hab mir den 4. Zeh vom rechten Fuß gebrochen und laufe jetzt in meinen viel zu großen Circa - Sneakers rum, weil nur da der getapede Fuß reinpasst. mein erster Bruch. ich lese zurzeit Fräulein Smillas Gespür für Schnee, laufe mit Dutt herum und fühle mich gut. wirklich gut. ich bin äußerst entspannt, frage mich aber auch oft, warum überhaupt. ich glaube, das liegt am Wetter, es ist hier wirklich phantastisch. es ist unglaublich kalt, Schnee liegt aber keiner. die Sonne scheint ab und zu, aber meistens ist der Himmel bewölkt. so liebe ich es.
ich habe mir einen Berg Bücher bestellt und kann es nicht abwarten, mich durch diesen Bücherberg zu arbeiten. und ich habe aufgeräumt. das verschafft mir jedes Mal ein wohliges Gefühl, genauso wie die Ruhe, die mich in letzter Zeit so oft umgibt. ich finde es entspannend, hier zu sitzen, und nur das Geräusch der Heizung zu hören - sonst nichts. morgen allerdings kommt die Familie mitsamt Balgschaft von zwei bis zwölf Jahren, und das wird anstrengend. aber ich bleibe einfach gechillt, sage ich mir. jaja. ich schaffe das bestimmt. Smilla steht mir bei und mein Janosch - Kalender ja sowieso. außerdem ist Opa ja auch da - und ein Ruhepol.

Silvester mag ich auch nicht. aber dieses Jahr ist es auch anders, denn ich bin in meiner Geburtsstadt, Regensburg. ohne die üblichen Menschen. ich glaub, das tut mir mal ganz gut. vielleicht wird es besser als sonst, wenn nicht, finde ich das nicht schlimm - ich mag dieses "Fest" einfach nicht. ich erwarte nichts. was soll mich da enttäuschen? 
ich vermisse Regensburg und die Menschen, mit denen ich da zu tun hab. die Cafés und die Innenstadt. doch, ja, schon. aber wenn ich da bin, werde ich T. vermissen. höllisch werde ich ihn vermissen.


Freitag, 21. Dezember 2012

mea culpa

nun. ich hab es verbockt. es ist meine Schuld und das weiß ich ganz genau. das weiß auch jeder andere. dumm gelaufen, selbst eingebrockt; da muss ich jetzt durch. Fehler eingestehen und mich entschuldigen.
keine großen Worte will ich sagen. ich will nur ausdrücken, dass ich mir meines Fehlers bewusst bin und dass es mir auch leid tut. wenn es mir denn leid tut. ich werde nicht lügen, um andere glücklich zu machen, denn wenn sie raus bekommen, dass ich das nicht ernst meinte, dann sind sie doch sowieso wieder unglücklich und dann bin wieder ich Schuld. Lügen bringt nur Unglück. und Lügen machen auf Dauer eh nicht glücklich.
also allen Mut zusammennehmen.
hör zu, es tut mir leid. ich habe nicht nachgedacht, die Worte kamen einfach. ich war nicht klar im Kopf, doch ich will mich meiner Verantwortung nicht entziehen; ich weiß, dass es falsch war. bitte entschuldige mein Verhalten und lass uns darüber reden.
uff. geht doch.

aber ich bin nicht der einzige Mensch, der sich hin und wieder nicht ganz richtig verhält. sie ist da nicht besser. verletzend ist sie wieder und wieder, bewusst. sie tut das willkürlich. und danach klatscht sie eine lieblose Entschuldigung hin und alle müssen sie wieder liebhaben. müssen sie einfach. ohne ihre Fehler weiter zu sezieren und zu untersuchen. weil sie sich ihre Fehler nicht wirklich eingesteht. was soll das, fragen wir uns?

mich zu entschuldigen, oder beziehungsweise um Verzeihung zu bitten, ist auf keinen Fall meine Lieblingsbeschäftigung. doch es gehört dazu. man wächst daran - zumindest, wenn man es bewusst tut. eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung will ich persönlich nicht hören. das kennt man: ein Kind macht etwas falsch und soll sich entschuldigen. die Eltern oder Erzieher oder sonst irgendwer sagen dem Kind, es soll sich entschuldigen - aber warum, das sagen sie dem Kind nicht.
wenn eine Entschuldigung einfach nur so ausgesprochen wird, damit wieder alles wie vorher ist, dann ist sie sinnlos. man sollte sie, finde ich, überdenken - warum entschuldige ich mich überhaupt? tut es mir denn wirklich leid oder tut es mir nicht leid und ich weiß einfach nur, dass es trotzdem nicht richtig war? ist sich die andere Person ihrer Schuld denn genauso bewusst wie ich es bin?
hm.
um Entschuldigung bitten ist nicht schwer. sogar die Prinzessin kann es, obwohl sie nicht spricht! aber sie kann es. sie weiß genau, wenn sie einen Fehler gemacht hat, und das ist gut. auch wenn sie nicht jeden Fehler bemerkt.
ich habe irgendwo, ich weiß nicht mehr, wo genau, gelesen:
entschuldigen Sie sich sofort oder nie.
ich überdenke das momentan noch. manchmal kommt eine ehrliche Entschuldigung, die von Herzen kommt und durch Einsicht entsteht, doch erst später - ist das ein Verbrechen? ich denke, es ist besser, sich später zu entschuldigen, wenn man sich des Fehlers bewusst geworden ist, als sich sofort zu entschuldigen, wenn man nicht erkennt, wofür!

also gebt euch eine Chance, Dinge besser zu machen... nachtragend sein fühlt sich doch eh nicht gut an. 

Himmelgrau

Perfekter Tag. So einer von meiner liebsten Sorte. Der Himmel ist graublauweiß und es ist kalt. An den Bäumen hängen schon lange keine Blätter mehr. Mit Balthazar und FURT in deiner Playlist hast du alles richtig gemacht. Klare Luft. Restschnee, hart. Sonst trockener Boden. Frost am Gras und den braunen Blättern am Boden. Und Stille.




Fast Neujahr. Weltuntergang heute eigentlich. Eigentlich. Fühl mich indie. Es geht mir gut.
Prinzessin schluckt die tote, gefrorene Maus runter und ich meine Zweifel. Ich hör sie nicht mehr, für einen Moment. Dieser Tag ist phantastisch und ich liebe ihn.
Ich erinnere mich an die Kur vor 4 Jahren im Oktober - oder war es November? Herbst jedenfalls, Mama und ich an der Ostsee, in Heringsdorf. Es war wunderschön. Kalt. Wenn man am Strand langgeht und Bernstein sucht zwischen rundgelutschten Glasscherben und kalten Sand. Kalte, salzige Meerluft einatmet und sich wunderbar fühlt. Wir haben Schokolade und Wein reingeschmuggelt, in das Kurhaus. Mandarinen auch, in so einer Holzkiste. Die hab ich noch. Es war so unglaublich.

Das Schöne an Wes Andersons Filmen und Axolotl Roadkill? Ihre Gefühle. Sie reden so wenig und sagen so viel. Und dass manches so nebensächlich, so unhinterfragt ist. Genau so sollte es im Leben sein
An einem nebligen Tag in einem Wald voller Birken mit Draw Your Swords von Angus & Julia Stone, wenn du einen schmalen Waldweg lang gehst, in deinen Chucks und deiner Winterjacke. Wenn die Stille perfekt ist oder du leiser, aber intensiver als sonst Musik hörst. Wenn du die Kälte in deinem Gesicht spürst und in deinem Kopf nichts ist, wenn du einfach nur genießt und weißt: es kann nicht besser sein. Wenn du lächeln musst, einfach so, weil du glücklich bist. Wenn du dich erfüllt fühlst und keinen Sinn suchst, keinen Sinn brauchst, um weiter zu machen.
Heute ist genau so ein Tag für mich. Ich kann das nicht oft sagen, aber heute schon: ich fühle mich wunderbar.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Tod - 9/12/12


ich habe mir gerade einen Film angesehen, er heißt "Extrem laut und unglaublich nah", die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Jonathan Safran Foer. 
das Stücken Boden neben meinem Sessel ist nun voller Taschentücher und ich hab mich mittlerweile wieder eingekriegt. in diesem Film verliert ein Junge, Oskar, seinen Vater bei dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September. er hat eine unfassbar enge Beziehung zu ihm und leidet. er findet einen Schlüssel, weiß aber nicht wozu dieser gehört und begibt sich auf die Suche nach dem zugehörigen Schloss. während er, der, ich schätze mal 10jährige Junge, sich durch New York schlägt und viele Leute kennen lernt, lernt er viel und vor allem, den Tod seines Vaters zu verarbeiten. 
nun. ich habe viel geweint. aber der Film war sehr schön und hat mich zum Nachdenken angeregt. denn das tu ich ja sonst eher wenig. 
ich habe Freunde, deren Elternteile tot sind. nicht lange, vielleicht ein Jahr, zwei. ich hab sicher oft darüber nachgedacht, wie es wär, würde ich Papa oder Mum verlieren. oder S. oder T. oder sonst jemanden. es würde immer wehtun, aber wie lange? wenn ich jetzt darüber nachdenke, schnürt mir der Gedanke die Kehle förmlich zu, Tränen füllen meine Augen und ich kann gar nicht mehr klar darüber nachdenken. ich weiß, dass der Tod irgendwann kommt. doch kann man bereit für ihn sein? ich kann das nicht glauben. denn dann müsste die sterbende Person einem ja völlig egal sein, und weder meine Familie, noch mein bester Freund, und auch nicht meine Prinzessin werden mir irgendwann egal sein, denn ich liebe sie alle abgöttisch. auch wenn ich das viel zu oft gar nicht zeige, oder zu wenig. wenn ich über den Tod nachdenke, denke ich darüber nach, was ich vermissen würde - oder werde. was ich liebe an diesen Menschen, die mir nicht egal sein können. es sind Kleinigkeiten. dass Mama mir immer wieder mit Bleistift auf die Rückseite von irgendwelchen Zetteln Nachrichten schreibt und Blumen und Herzen drauf malt, dass Papa mit mir das Filmzitatespiel spielt oder Witze macht und selber total darüber lacht. dass mein bester Freund mit mir Müll redet, wir uns versprechen und uns darüber kaputtlachen, dass mein Bruder mich Zwerg nennt. und mir sagt, dass er mich lieb hat, mit seiner verschnupft klingenden Stimme. dass meine Prinzessin, wie auch jetzt wieder, in genau diesem Moment, an meiner Tür kratzt, weil sie rein will. ich könnte noch so vieles aufzählen, doch ich glaube, dann stürzt mein Laptop ab und ich wahrscheinlich auch. 
ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, jemanden für immer zu verlieren. die Menschen, die ich bisher verloren habe, leben noch und ich weiß, dass ich noch mit ihnen reden kann, wenn ich das will. aber was ist, wenn ein Mensch stirbt? wenn man weiß, er kommt nie wieder, man hört seine Stimme nie wieder, kann nie wieder mit ihm lachen? ich will daran nicht denken, doch ich weiß, dass ich es auch irgendwann erleben muss. ich weiß, dass ich zu keinem Zeitpunkt damit umgehen kann, heute nicht, morgen nicht, und auch sonst nie. mein Kopf tut weh. und dabei ist gar nichts. alle leben noch, alle kann ich noch küssen, umarmen, ihnen sagen, wie sehr ich sie liebe. doch irgendwie kann man manche Dinge gar nicht oft genug tun. dieses Wissen lässt einem in dem Glauben, man hätte diese Dinge zu wenig getan, egal, wie oft man sie getan hat. und dieses Gefühl tut weh, es zieht sich hin, wie ein Stück Klebeband, das man versucht, zu zerreißen. was nicht geht, weil es zu zäh ist. so fühlt es sich wahrscheinlich an. und wahrscheinlich fühlt man sich leer und unvollendet. vermutlich sucht man dann verzweifelt nach einem Sinn, wünscht sich, diesen Menschen noch ein einziges Mal zu sehen, zu hören, um sich verabschieden zu können. obwohl man weiß, dass es dadurch nicht besser würde. 
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mein Taschentuchberg wird höher. mein Kopf leerer, obwohl er voller Bilder ist. ich bin so traurig. doch ich kann wegdenken, weil ich es muss. 

Montag, 3. Dezember 2012

Winter

flüchten
vor dem Alltag
unter der Decke verkriechen
in deinen Armen verstecken
in einem Buch, Lied, Gedanken oder Film versinken
Hauptsache, weg

ich weiß nicht, wie lange das noch funktioniert. aber ich schätze mal, eher nicht so lang.
die angeblich nach Kirsche schmeckenden Anginosan - Halstabletten schmecken übel, wie Apfel- oder Orangensaft auf frisch geputzte Zähne. selbst nach einem Liter Tee und einer halben Packung Salbeibonbons ist der Geschmack noch da. die Prinzessin läuft auf und ab. schaut mich an. erwartungsvoll. setzt sich auf meine Füße. gähnt. ich bin neidisch. 
so viele Dinge wandern durch meinen Kopf und zerren an meinem Urteilsvermögen. jedes Ding will untersucht, durchdacht und bewertet werden. jedes Ding will ich untersuchen, durchdenken und bewerten.
die Prinzessin guckt mich mit hängenden Ohren an. in ihren Augen reflektiert Licht von irgendwoher. schwer zu beschreiben. sieht fantastisch aus. sie berührt mit ihrer Zunge ihre Nase und legt ihren Kopf ab. ich bin neidisch. 
sie ist schön, ohne es zu wollen. es interessiert sie keinen Meter und trotzdem ist sie wunderschön. sie ist das Schönste, was ich je gesehen habe. 
"FUCK WHAT THEY THINK" sagt mein Hintergrundbild. die Prinzessin schaut ungläubig. ich denke an die kleine Bibliothek der Gemeinde, in der ich vor sieben Jahren gelebt hab. an Das Kleine Gespenst und daran, wie es sich mit dem Uhu unterhalten hat. an Den Kleinen Wassermann und wie cool ich den immer fand. ich hole das Buch aus dem Bücherregal und lege es auf den Tisch. zu dem Bücherberg. zu Tom Sawyer und Fool on the Hill. zu dem aufgeschlagenen Wir haben keine Angst, in dem mit rosa Textmarker Stellen angestrichen sind. die Heizungsluft pustet mein A3 Blatt, dass an einer Leine hängt, an und es zuckt. es zuckt wie du es im Schlaf tust. obwohl ich weiß, dass du das tust, weil du träumst, beunruhigt es mich. ich weiß, es ist normal. aber es wirkt so psychotisch.

ihre Lippen sind wie Sandpapier, ihre Fingerspitzen wie Brandeisen. je leidenschaftlicher sie mich küsst, berührt, desto wunder wird mein Gesicht, mein Hals, mein ganzer Körper; und doch kann ich nicht von ihr lassen... warum?
ist das Masochismus? und wenn ja, warum bin ich so? so bin ich doch sonst nicht. oder doch?
bin ich sie? tue ich anderen weh? 



und die Prinzessin schläft. wenn ich bäuchlings im Bett liege und daran denke, wie es sich anfühlen würde, würdest du mir in die Lippe beißen und lachen. wie es wäre, wenn du jetzt neben mir lägst, in meiner bunt geblümten Ikea - Bettwäsche, zuckend und schlafend. ob du der Prinzessin das Wasser reichen könntest? oh nein, sicher nicht.
auf Zehenspitzen, mit nackten Beinen und Schultern, macht herumlaufen am meisten Spaß. und bloggen sowieso. und dich, wenn du schläfst, anpusten erst recht. 

ich will den ganzen Tag neben dir im Bett liegen und schlafen. oder lesen. oder dich anstupsen. oder kitzeln, vielleicht. weiß ich nicht so genau, behaupte ich jetzt mal. 

V wie Vendetta gefällt mir verdammt gut. ich glaube, ich besorg mir so eine Maske.
Eminem rappt mich in den Schlaf

Donnerstag, 29. November 2012

Donnerstag

"ich fürchte nichts - nichts -, als die Grenzen deiner Liebe"
F. Schiller - Kabale und Liebe


und schon wieder streiten wir uns
reden aneinander vorbei
sind beide verspannt und erschöpft
haben keine Geduld, sind gereizt
die Tage liegen schwer auf unsern Schultern
weil wir keine Zeit mehr für Dinge haben, die wir gerne tun
zumindest geht es mir so und ich vermute, ihr auch
aber ich weiß es nicht, denn sie redet nicht mit mir

sie macht mich wütend
sie tut mir weh
sie nervt mich
sie enttäuscht mich
sie ist so unglaublich ignorant
ich vermisse sie
und ich glaube, es geht ihr nicht anders




ich hab keinen Bock mehr. zu wenig Zeit für Schönes, zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit mit Menschen, die ich mag - zu viel Zeit mit Menschen, die mir einfach total auf den Nerv gehen. ohja.
zu wenig Zeit für einfach nur im Bett liegen und ein Buch lesen, zu wenig Zeit, um zu schlafen und von dir zu träumen; 
zu wenig Zeit, um mit deinem Kopf in meinem Schoß dazusitzen und dich anzusehn. zu wenig Zeit, um neben dir einzuschlafen, während du mich festhältst und streichelst, mir Dinge erzählst

mein Rücken tut weh. mein Kopf auch. ich schlafe acht Stunden und es reicht einfach nicht. ich sitze acht Stunden in der Schule und es reicht ebenfalls nicht. 
ich habe keine Lust, mich anschreien und arrogant behandeln zu lassen. doch ich habe auch nicht die Kraft, mich darüber aufzuregen. die hat M auch nicht mehr. und dann liegen wir abends halb auf dem Küchentisch und erzählen uns gegenseitig, wie beschissen unser Arbeits- oder Schultag war. wie viele beschissene Menschen uns heute wieder so richtig beschissen behandelt haben und wie wenig Lust wir überhaupt noch haben. wie beschissen wir das alles finden. manchmal reden wir noch darüber, was uns jetzt so richtig glücklich machen würde oder was uns heute so richtig glücklich gemacht hat. manchmal klingelt das Telefon und jeder geht wieder an seine Arbeit, ohne das Gespräch beendet zu haben. 
jeden Abend liege ich im Bett und lass alles Revue passieren; schau meine Prinzessin an, wie sie daliegt. manchmal träumt sie und strampelt wild um sich. dann stups ich sie an und streichel sie. oder geb ihr was zu essen. doch ich denke weiter nach. finde mich ab. schreibe revolutionäre Gedanken auf ein Stück Papier und schmeiß es weg. schlafe mit Kopfschmerzen ein und
wache mit Kopfschmerzen auf. weiß genau: ein scheiß Tag liegt vor mir. wenn es draußen grau und eklig ist. wenn ich genau weiß, dass mein Mr Sunshine Spätschicht hat und ich ihn nicht sehen kann. wenn meine Prinzessin noch neben mir liegt und schläft. stehe auf und lasse sie nicht aus den Augen. mache das Selbe wie jeden Tag. wieder und wieder und wieder. 
und tu nur eins: warte auf ein Wochenende voller Schlaf, geliebter Menschen und Erholung

doch eigentlich bin ich für diese Verhältnisse ziemlich glücklich dieses Jahr. es liegt an zwei Personen (und meiner Prinzessin und meinem Bett).
ich bin so dankbar für diese zwei, weil sie mich so furchtbar glücklich machen, mir so viel Liebe geben. mir die ganze Zeit zuhören, obwohl ich nur rumheule, mich aufrege und Müll laber. die zwei, die nicht viel sagen müssen, um meine schlechte Laune zu töten und die gute aufleben zu lassen. ich weiß nicht, womit ich sie verdient habe, aber hergeben werde ich sie nicht. 
lieber T, Du bist mein bester Freund. ohne dich wär ich der Bilderbuchemo. ich vermiss dich schrecklich und kanns nicht abwarten, dich wieder zu sehen. und ich hoffe, du hast bald wieder Früh- oder Nachtschicht! Danke für deine SMS, die mich immer zum Grinsen bringen. und dafür, dass du mein bester Freund bist :)





und nachts dann, wenn ich träume, ist alles einfach
wenn ich mich mit jemandem unterhalte, lügt er mich nicht an
wir reden nicht aneinander vorbei
oder lassen es ganz und schauen uns nur an
alles ist einfach in diesen Träumen
die Zeit reicht auf einmal
mein Nacken und mein Rücken, mein Kopf und mein Hals tun dann nicht mehr weh
ich verbringe genügend Zeit in warmen Betten und an der frischen Luft
die Musik läuft den ganzen Tag, außer, wenn ich mich unterhalte
Küsse fühlen sich aufrichtig an 
Leute fragen nur noch "wie gehts dir?", weil es sie wirklich interessiert
Facebook ist tot
der Schnee ist weiß und schneeartig, nicht mehr grau und matschig
morgens aufstehen und gute Laune haben ist ganz einfach
die gute Laune zu behalten ein Kinderspiel
in der Schule lernt man wieder schöne Gedichte und interessante Dinge
und mein Akku hält den ganzen Tag

weil es eben ein Traum ist. 

Sonntag, 18. November 2012

schmiiiiiii - mal wieder glücklich sein

wie es mir gefehlt hat, das Glücklichsein...




am Leben sein
tanzen
lachen
reden
oder auch nur still sein und jemandem in die Augen sehen

sich gut fühlen, weil man tolle Menschen um sich herum hat
sich gut fühlen, weil man geschätzt wird
sich gut fühlen, weil man Gedanken furchtlos aussprechen kann
sich gut fühlen, weil die Musik so gut ist
sich gut fühlen, weil es egal ist, wie zerrupft und fertig man aussieht
sich gut fühlen, weil die Probleme so weit weg sind, für einen Moment
sich gut fühlen, weil dieser Moment so schön und perfekt ist, alles passt, sich alles richtig und echt anfühlt

ich hatte schon fast vergessen, wie sich das anfühlt. doch dieses wundervolle Wochenende hat mir gezeigt, dass es noch geht; dass es noch möglich ist, wenn man mit den richtigen Personen zusammen ist und die richtige Musik läuft...

andere glücklich machen, mal wieder Kind sein, die richtigen Personen, schlagfertige Antworten, gute Musik, shoppen, stressfrei sein, lange Unterhaltungen,  schöne Städte, interessante Filme, nachts wach sein, warmes Licht, kuschlige Betten, leckere Tees, Fahrrad fahren, Küsse von einer richtigen Person, frische Luft, Schokolade, gute Bücher, gesund sein, Lieblingsessen, herzliche Umarmungen, ausschlafen, sich leicht fühlen, lachen aus vollem Herzen, tanzen, schöne Träume und Gedanken, geschätzt werden, Hand in Hand laufen, gut duften, ein Bad nehmen, kochen, Spaziergänge, Eskimoküsse, gemütliche Pullover, gestreichelt werden und streicheln, sich ein Piercing stechen lassen, Duftkerzen, Hunde, Hamster, Bahnfahren, sich mal ordentlich alles von der Seele reden, Massagen, sich nochmal im Bett rumdrehen und weiterschlafen, schlafen generell,  gute Gespräche schon früh am Morgen (aber auch sonst ;), Überraschungen, reife Orangen und Pfirsiche, das Lachen einer geliebten Person, ein Centstück, das auf der Straße liegt, gemütliche Cafés, etwas zum ersten Mal tun, gute Laune anderer Menschen, warmer Sommerregen zum richtigen Zeitpunkt, Harems- und Jogginghosen, eine Dusche nach einem langen Tag oder am Morgen eines langen Tages, Dinge von to - do Listen streichen
- das und noch vieles mehr macht glücklich. mich zumindest. solche Dinge sorgen für das Glücklichkeits- und Aufgeregtheitskribbeln überall im Körper und das Dauergrinsen im Gesicht. und bei dir so?
ich hab so super Laune, dass ich grade total ausrasten könnte! aber stattdessen gehen mein Biohefter und ich jetzt in die Badewanne, vergessen mal alles andere und wackeln mit die Hufte zu unserer Lieblingsplaylist. und danach kommt Tatort mit Boris Aljinovic.  manchmal sind Dinge einfach perfekt!



Danke. 

Samstag, 3. November 2012

düdelü


ich laufe durchs Dunkel
windig, nasskalt, stockfinster
Laub liegt herum, plattgetreten auf dem Boden
in meinem Kopf
lauter Gedanken
und Led Zeppelins "Stairway to Heaven"

Gedanken daran, wie er bei mir ist, mit mir über relevante Dinge redet, neben mir läuft, mich angrinst;
daran, wie er mit mir im windigen, nasskalten, stockfinstern Dunkel steht, mein Gesicht in seine Hände nimmt, und mich ansieht; daran, wie er wundervoll duftet und mich küsst; daran, wie es auf einmal total warm wird, obwohl es eigentlich eisig kalt ist; 
daran, wie es sein könnte - schön



and as we wind on down the road
our shadows taller than our soul
there walks a lady we all know
who shines white light and wants to show
how everything still turns to gold
and if you listen very hard
the tune will come to you at last
when all is one and one is all
to be a rock and not to roll



immer diese scheiß unrealistischen Wunschgedanken. ich könnt meinen Kopf an die Wand hauen dafür

doch wenn ich erkenne, dass meine Gedanken gänzlich unrealistisch sind, gebe ich sie auf. niemand hält gern an Dingen fest, die nichts bringen

nun... jetzt ist November. ich finde November schön. allein schon der Name klingt schön. in meiner iTunes - Bibliothek finde ich 3 Lieder, in denen "November" vorkommt
November ist der Übergang von Herbst zu Winter, es wird immer kälter und dem Schnee kann man - zumindest in Deutschland - meist auch nicht mehr ausweichen. viele Menschen bekommen im November Winterdepressionen, weil es dunkler, kälter und einsamer wird - ganz angenehm, zu wissen, dass ich nicht allein bin. aber eigentlich bringt es mir auch nichts. 
ich bin gespannt auf diesen November... ich hab genug Leute um mich rum, die ihn zu einem spitzen Monat machen können. und genügend Filme, bei denen ich meine Gedanken fallen lassen und mich zu Tode heulen oder lachen kann. leider auch genügend Zeit allein, um zu viel nachzudenken...
doch ich bin eigentlich ganz zuversichtlich... und das kommt selten vor. noch seltener kommt es vor, dass ich glücklich bin, doch grade bin ich es;
das liegt daran, dass mein Lieblingslied von iTunes ausgewählt wurde und ich bombastische Laune habe!


selten
tanze ich völlig ausgelassen, eigentlich
fast nie
nur, wenn ich ganz sicher weiß, dass
mich niemand sieht, wirklich niemand
meistens nachts oder
wenn ich alleine bin
ganz besonders selten aber
tanze ich, wenn jemand dabei ist und
ich einfach wunderbar glücklich bin
strahlend lächle und alle schweren Gedanken
weg sind


wenn ich das hör, werd ich total glücklich. richtig glücklich. dann denke ich entweder gar nichts oder nur Schönes. auch an ihn denk ich dann, an wirklich schöne Momente, die passiert sind; meistens denke ich aber an gar nichts und bin einfach mal dreieinhalb Minuten endlos glücklich. 
glücklich sein ist so schön! ich sollte öfter glücklich sein.
gestern hab ich mir "Türkisch für Anfänger" angeschaut, also den Film. ich hab lange nicht mehr so gelacht, obwohl ich ihn ja schon kannte. und ich dachte, ich müsste eigentlich viel öfter aus vollem Herzen lachen. 
viel öfter sollte ich meine Gedanken mit meinen Schuhen im Flur stehen lassen und sie erst wieder am nächsten Morgen mit mir rumschleppen. 

Freitag, 2. November 2012

anxiety

der Himmel ist wunderschön blau und ich frage mich,
was hinter dem Horizont wartet

in meinen Gedanken nimmst Du mich
an die Hand und läufst mit mir los
wir laufen los - wir laufen endlos
weiter, immer weiter, 
wir sehen mehr, als wir glauben können
mehr, als wir je erzählen können
mehr, als wir je erwartet hätten
wir sehen und erleben das alles zusammen und genau das
macht es so wundervoll



meine Gedanken sind meist so furchtlos,
doch meine Taten angsterfüllt. so oft weiß ich nicht, ob ich Dinge tun oder lassen soll, und nur die Angst bewegt mich dann zu einer Tat (meistens lasse ich es); Angst... es heißt immer, Angst sei was Positives, zumindest in meinem Leben. Angst zeige einem Grenzen und weiß Gott was - ich finde es gut, wenn man optimistisch denkt. aber man sollte realistisch bleiben. und wenn man das Thema Angst mal ganz nüchtern betrachtet, zieht es doch viel Negatives mit sich.

heut ist Freitag. ja - Freitagabend, ich bin 16 und Zuhause. wie eigentlich jeden Freitagabend. klingt erschütternd für manche. für mich eigentlich auch, vor allem wenn man den Grund betrachtet - ich habe Angst.
ich habe vor allem Angst, aber am Meisten habe ich vor Menschen Angst. ich habe Angst, dass sie mich auslachen, davor, dass sie mich enttäuschen, davor, dass sie mich links liegen lassen. ich habe vor so vielem Angst. ich habe auch vor mir Angst - davor, dass ich anderen wehtu, davor, dass ich sie enttäusche, davor, dass ich Fehler mache. 
Angst hemmt, das ist weniger cool. manchmal wünschte ich, ich könnte sie, einem Luftkuss gleich, einfach wegpusten. aber was soll ich sagen - es geht nicht. 
(ich habe auch Angst im Dunkeln - das nur nebenbei)

aber meine Gedanken sind frei, sind wagemutig und gänzlich angstfrei. so viele Luftschlösser habe ich schon gebaut - so viele Bälle darin erlebt - so viele unbeschwerte Küsse verteilt und bekommen - so vieles getan, in diesen Luftschlössern, dort, wo alles so leicht und schön ist;
so oft kamen Menschen darin vor, mit denen ich am Liebsten anders umgehen würde, es aber nicht schaffe; so viele Dinge, die ich gerne tun will, aber nicht schaffe;

so oft stand ich im realen Leben da und dachte ernsthaft darüber nach, Dinge zu wagen, die ich in den Schlössern mit links tat - doch es ging nicht.
wenn ich daran denke, dass ich ohne Angst so vieles erleben und tun könnte, werde ich wütend,  wütend und auch traurig. weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass es ja doch meine Schuld ist und ich es bestimmt ändern könnte, weil ich das Gefühl habe, dass dieses lähmende Gefühl hypochondrischer Herkunft ist. so viele Gefühle und so viele Gedanken, doch so wenig Taten, es ist zum Fluchen... 

ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch, ob es fahrlässig oder mutig wäre. ich habe Angst und ich weiß nicht, ob du mich verstehst, wenn ich sage, ich habe keine Angst um mich, sondern um dich. ich weiß so vieles nicht - und du scheinst eine Sache ziemlich genau zu wissen; eine Sache, von der ich nicht weiß, ob sie wahr oder gelogen, ob sie ernst oder nur so dahingesagt, ob sie schmerzhaft oder wunderschön ist

Freitag, 26. Oktober 2012

october 26th

hard work and no play makes jack a dull boy 
THE SHINING





 

Stanley Kubrick - Filme saugen mir den letzten Rest Realitätsnähe aus, obgleich sie so real sind. sie lassen mich verwirrt sein und ängstlich, so verwirrt und ängstlich, dass ich nicht mehr achten kann auf meine Gedanken und Probleme. 
denn sonst ist mein Kopf so leer wie ein Schulgebäude in den Ferien. was übrig bleibt, sind hier nur irgendwie Unsicherheit und Selbstmitleid und diese Gedanken - Problem - Berge, an Tagen, an denen nichts mehr geht, Tage, an denen ich einfach nur im Bett liegen und am Allerliebsten durchschlafen will, weil Schlaf Probleme zwar nicht löst, aber sie doch verändert...

ich weiß nicht, was ich will. ich weiß, was ich kann - nichts.
ich muss weinen. ich fühle mich grauenhaft und ich weiß nicht, warum.

zu viel Zeit zum Nachdenken, zu viel Zeit zum schlecht fühlen;
zu viele Regentage zum am Fenster sitzen und in die Ferne starren
zu viele dunkle Nächte zum heiße Tränen im Gesicht spüren
zu viele Momente zum erinnern und bereuen



so viele Bilder von S und mir, als wir
noch klein waren, so klein
und süß sahen wir aus;
noch war  nicht viel entschieden über
unser Leben und über uns, doch
jetzt liegt alles in unseren Händen und ich glaube, das
fällt mir manchmal viel zu schwer und ich glaube, 
dir auch

manchmal fühle ich mich, als
wäre ich die einzige Person, die 
manchmal auf ihrem Bett sitzt, alte Lieder hört, 
sich erinnert, traurig wird, 
weinen muss; es
fühlt sich an, als
wäre jeder andere glücklich - nur ich nicht;
ich weiß, dass
das egozentrisch ist, aber 
es ist nicht böse gemeint
 

und T wird vielleicht wieder sagen: also, deinen letzten Post habe ich nicht verstanden, du springst total von einem Thema zum anderen, so total zusammenhanglos, und dann denke ich: ja, so fühl ich mich auch grade.

ICH WILL DICH VERGESSEN
dich und so viele andere, ich
will nicht mehr an dich denken, an
dich und mich, ich
will so kalt sein, wie es alle von mir erwarten

doch das geht nicht

Sonntag, 21. Oktober 2012

∞ der Fehler

und immer wieder
machen wir die selben Fehler,  tun
Dinge, von 
denen wir wissen, dass
wir sie lassen sollten;
weil wir 
anderen und
uns damit wehtun.

"doch so sind Menschen, sie
wissen es besser - 
machen es aber nicht besser"




warum? warum. warum, warum, WARUM?
ich weiß es einfach nicht. 

mein Gesicht ist kalt. Sonne scheint. es ist Oktober, fast November. ich mag November; Dezember, Januar, Februar, März und April aber nicht.
ich wünsche mir einen Fisch in einem runden Glas, ich weiß, dass das nicht tierfreundlich ist und man Tiere nicht einsperrt. 
ich würde dem Fisch zuschauen, es wäre kein Goldfisch, vielleicht ein Piranha, wie er den ganzen Tag nichts anderes macht, als herumzuschwimmen, von A nach B und wieder zurück. ich würde mich fragen, ob ihm nicht stinklangweilig ist. ich würde mir wünschen, dass ich seine Probleme hätte, klein und unbedeutend für einen Menschen.

sowas denken wir. aber was ist schlimmer: ein langweiliges Leben ohne jegliche Erfahrungen oder Erlebnisse oder ein Leben in dem wir die selben Fehler immer wieder machen - was sich ändern ließe - ?

man weiß es nicht genau. manche Menschen maßen sich an, über sowas zu urteilen; eigentlich alle. ich auch. darf man sowas? man weiß es nicht genau.

manchmal... möchte ich einfach nur alles hinschmeißen. jetzt zum Beispiel. weil manche Situationen ausweglos scheinen. dann stehe ich einfach nur an einer Wand gelehnt und schließe die Augen, versuche, zu vergessen, registriere, dass es irgendwie nicht geht; und meistens merke ich dann nur noch, wie heiße Tränen meine Wangen hinunterlaufen.

 

[do you believe it's over?]

und ich will nichts, als
vergessen
ich will mich nicht mehr mit
Menschen umgeben müssen, die 
mir die Lebenslust entziehn
ich will
meine Ruhe vor diesen Menschen und
nicht meine Zeit mit
ihnen verschwenden, sondern mit
Menschen verbringen, die mich vergessen lassen, dass 
Probleme existieren, mit
Menschen, bei denen ich
mich wohlfühle und die
sich bei mir wohlfühlen

Bahn, bald wieder; bald wieder fahre ich fünf Stunden mit der Bahn, ich kenne mich: ich werde ein dickes Buch mitnehmen und mir vornehmen, es zu lesen, doch das werde ich nicht. ich werde aus dem Fenster sehn und mich freuen, dass ich mich immer weiter von den Menschen entferne, die mir den Alltag nur versüßen, wenn sie endlich weg sind. ich werde viel Zeit haben, um nachzudenken und wundervolle Luftschlösser zu bauen, die ich niemals in der Realität nur vermuten könnte, ich werde
sie lieben, ich werde ihn sie einziehen wollen; doch dabei wird mir bewusst werden, dass das einfach unmöglich ist.     


ich will nicht! ich will nichts.
ich will das Einfachste der Welt, doch es geht nicht. es ist so einfach; doch ich mache ein riesiges Problem daraus, ohne das eigentlich zu wollen - oder umgekehrt? will ich das vielleicht? ich glaube das nicht.
weiß ich überhaupt irgendwas ganz sicher? kann ich überhaupt etwas ganz sicher wissen? woher soll ich etwas zu hundert Prozent wissen? Menschen belieben, zu lügen

sage ich. und selber tu ich nichts anderes. ich hasse mich dafür. ist schon okay

und meine winzigen Probleme kommen mir so groß vor, während die anderer viel, viel, viel größer sind und meine nicht mal sehen, weil sie so mikroskopisch klein sind; trotzdem halte ich mich mit dem Scheiß total auf.
ich sage: manchmal muss man sich eben ändern. 
doch das ist nicht einfach. denn dazu muss man erstmal anfangen; man muss es einfach machen. dann geht es ganz leicht 



lass mich los!
doch eigentlich 
hältst du mich überhaupt nicht fest

Dienstag, 16. Oktober 2012

Aufmerksamkeit

es sind nicht Worte, die wehtun.
es sind die Worte, die nicht gesagt werden, die wirklich schmerzen; kalte Ignoranz, die einen allein im Regen stehen lässt. allein - im kalten Regen unter dunklen Wolken.

kalt - es wird immer als so negativ behaftet angesehen. ich finde das nicht. ich schreibe Satzanfänge auch nicht groß und beginne Sätze mit "und". heißt das jetzt, dass ich nicht richtig im Kopf bin und die vielen anderen, die das auch so sehen und machen, auch nicht? oder ist das einfach eine neue Generation? kommt irgendwann nach Romantik, Sturm und Drang und dem ganzen Krimskrams auch mal etwas Neues? vielleicht. aber es wird nicht mal halb so rebellisch sein. vielleicht.

kalt, jedenfalls. 
kalte Luft in meinen Lungen... kalt, klar und frisch. es ist dunkel. - wieder so ein negativ behaftetes Wort. die Menschen sollten lernen, das Gute am "Schlechten" zu sehen. eigentlich sollte ich entweder beides in Anführungszeichen setzen oder keines von beiden, denn aus dem einen resultiert das andere. eigentlich will ich "eigentlich" aus meinem Wortschatz streichen. und sowieso sollte ich erstmal anfangen, mich so zu ändern, wie ich mich haben will.
kalte Luft, die ich einatme... im Dunkeln. allein. allein! in meiner Klassenarbeit in Englisch von heute wurde ein Zitat genannt, es lautete: "Mobile phones, WLAN, E - Mail, Twitter..." und irgendwas. die Kernaussage dieses Zitats war, dass "die Jugend von heute" gar nicht mehr allein sein kann, ohne Smartphone und Facebook und so. write a comment. ich denke, dass das Schwachsinn ist. durchaus können auch "wir" allein sein. "wir"... allein schon, dass man uns alle in eine Schublade quetscht. allein schon, dass es Schubladen gibt! ich rege mich schon wieder viel zu viel auf. das gibt Falten. wrinkles, in Englisch, übrigens.
kalte Luft in meinen Lungen, ich stehe im Dunkeln; allein. ich empfinde die Gesamtsituation als durchaus angenehm. ich stelle mir vor, wie ich diese Situation beschreibe und ich denke daran, dass die Texte aller großen Dichter und Autoren auseinandergenommen werden, wie ein Stofftier von einem Hund. es würde mich einfach nur ankotzen. ich schreibe doch Texte nicht, damit sie jemand in Einzelteile zerlegt! es hat mich manchmal viel Mühe gekostet, Sätze so zustande zu bringen, dass sie mir gefallen - da sollen die auch bitte so bleiben.


nasse Straße, sie glänzt im Licht der Straßenlaterne. es ist nachts oder abends, ich finde, es fühlt sich an wie nachts, weil es so unglaublich dunkel ist. finde ich wunderschön. ich geh die Straße lang, in meinem Kopf singen Vokalisten verschiedener Bands über Leben, Tod, Treue und vor allem über Liebe. 

"She is love!" - 3 Doors Down
"I thought I've found a flower in a field of weed..." - Billy Talent
"You know, that I can use somebody." - Kings of Leon

Letzteres ist schön... aber eigentlich will man das nicht hören. nein, ich

will nicht ersetzbar sein, ich
will etwas Besonderes sein, ich
will Liebe. und Aufmerksamkeit. von jemandem, der mich interessiert, ich
will nicht gelangweilt werden. halte mich bei Laune! könnte ich sagen, aber 
das klingt so nach "unterhalte mich", und das meine ich nicht. ich meine, dass
ich weiß, dass ich dich vielleicht nicht verdient habe und ich es eigentlich sein müsste,
die um deine Aufmerksamkeit buhlt, ich weiß, dass
du jede andere haben könntest, vielleicht. ich meine, dass
ich mich als etwas Besonderes fühlen will, aber weil
ich mir dieses Gefühl nicht geben kann, musst du es mir geben. 
und nur du.
weil andere mich nicht interessieren; ob sie sich für mich interessieren, ist mir egal. 
ich will deine Aufmerksamkeit. am Besten komplett.

ich weiß, dass das nicht geht. ich weiß, dass ich erst mich lieben muss, damit ich jemanden lieben kann. 
eigentlich.
sich selbst bemitleiden ist leicht, deswegen tun das die meisten. sich selbst aber kritisieren und damit umgehen, sich ändern - das ist gar nicht leicht. der Witz ist: die, die es schaffen, sich zu ändern und sich irgendwann so haben, wie sie sich haben wollen, prahlen damit nicht herum - weil sie die Aufmerksamkeit, die sie damit bekommen würden, nicht brauchen. diese bestimmte Aufmerksamkeit, die mit Mitleid und mit Neugier verbunden ist, brauchen nur charakterschwache Menschen. charakterschwache Menschen sind nicht immer charakterschwach. meistens wissen sie genau, was sie wert sind, aber sie glauben sich irgendwie selbst nicht und sind in einem Zwiespalt; auf der einen Seite wissen sie es, auf der anderen brauchen sie jemanden, der es ihnen zeigt - und eigentlich brauchen sie genau das nicht. eigentlich brauchen sie etwas völlig anderes, eine völlig andere Art der Aufmerksamkeit, nicht diese bewundernde; doch die werden sie nicht bekommen. und so bleiben sie charakterschwach.
nun, Charakterschwäche ist ein sehr negativ behaftetes Wort. wollen wir jetzt all jene, die sich selbst bemitleiden und davon reden, dass sie sich hassen, aber nicht davon, dass sie sich ändern wollen - wollen wir diese Menschen jetzt deswegen verachten? oder sollten wir versuchen, an ihnen das Positive zu sehen - sollten wir weiter versuchen, ihnen zu helfen, obwohl es ausweglos scheint - oder sollten wir sie bewusst ignorieren? was sollten wir tun? 
wer kann uns sowas sagen?
ich wünschte, ich könnte es, ich wünschte auch, ich wäre nicht jener charakterschwache Mensch, der hier als Beispiel dient. 

Sonntag, 14. Oktober 2012

senseless sunday

wütend bin ich, sehr, sehr wütend und enttäuscht. meine Texte sind in letzter Zeit einfach nur schlecht. irgendetwas passt nicht. irgendetwas ist falsch. aber was? ich will es wissen, ich muss es wissen. denn Schreiben ist das Einzige, in dem ich - eigentlich - gut bin, zumindest sagen das viele. ich brauche das für mein nichtexistentes Ego, ja. es ist wichtig für mich, zu wissen, das andere etwas wertschätzen, was ich tue... 
aber ich bin auch ein bisschen glücklich. weil es da eine Person gibt, die mir ähnlich ist. wollte ich erst gar nicht einsehen. sie versteht mich oft, diese Person, und oft fragt sie mich nach meiner Meinung; am Liebsten würde ich ihr den ganzen Tag zuhören. ich hab sie gern, diese Person. ich hab sie wirklich gern.














Donnerstag, 11. Oktober 2012

Alltagsscheiß


müde bin ich. gestern war Bergfest. morgen, ab 5 nach halb zwei, ist Wochenende. und ich zwänge mich jetzt nicht mehr in das Zwangskostüm mit der Aufschrift "Satzanfänge groß schreiben", weil manche das besser finden. dichterisches Stilmittel! ha.
meine Augen tun weh. meine Haare nerven mich und ständig muss ich sie mir aus dem Gesicht streichen. Formeln überall. Hermeneutik. keinen blassen Schimmer, was das ist.

ich geh weg. wenn die Tür hinter mir zufällt, bin ich schon am anderen Ende der Welt. scheiß Gedanken lass ich Zuhause. altes Zuhause. suche ein neues. genau. finde es irgendwo in meinem Kopf, verliere es wieder, wenn ich die Augen aufmache und wieder im Alltag bin

Wörter, so viele. so viele Bücher hab ich gelesen, so viele Menschen reden gehört, selbst so viel geredet; Wörter. zärtlich ins Ohr geflüstert, vor die Füße gekotzt, ins Gesicht geschmissen. Wörter - unterdrückt, groß im Kopf, nie über die Lippen gekommen. manchmal gewollt, manchmal nicht, manchmal wusste ich es selber nicht genau. manchmal sind es Wörter, die alles retten und manchmal sind sie es, die alles einreißen und kaputt machen. sie sind halt ein menschliches Produkt und da kann das nicht anders sein...

ratlos. ich weiß nicht. ich muss erstmal ein Buch lesen, ein bestimmtes - Ich hab die Unschuld kotzen sehen, von Dirk Bernemann. oder nicht? vielleicht lieber nicht. ich bin noch unzufriedener mit mir als sonst. ich bin unsicher. ungenau. unperfekt. un. ich will mich hinlegen, mich ausschlafen, aufwachen und irgendwo anders sein. irgendwas anderes machen. irgenjemand anders sein. oh ja. vor allem das. anders sein. denn so, wie ich bin, gefalle ich mir einfach überhaupt nicht. ich bin müde. mir fallen die Augen zu. 
Gedankenkotze - überall



ich vergess mich... langsam aber sicher. in den Momenten, in dem ich im Zug sitze und Musik hör, rausschau, alles vorbeiziehn seh. liegt an der Jahreszeit. da wird mein Körper leer und mein Kopf erst recht; alles, was ich tu, ist wie mechanisch. ich tu es, weil ich es tun muss, ich fühle nichts. ich bin erschöpft. falle abends müde ins Bett - stehe morgens müde auf - sitze müde in der Schule - falle abends müde ins Bett.
und den ganzen Tag höre ich mir Dinge an, die ich nicht hören will. Dinge, die mich nicht interessieren. Menschen. sie sind zu laut. zu penetrant. zumindest die, deren Gedanken mich nicht interessieren. die, die eigentlich was zu sagen hätten, sagen nichts, weil sie es besser wissen. weil sie anderen nicht ihre Gedanken aufdrücken wollen. 
und ja. natürlich muss man sich einander anbrüllen, wenn man zehn Zentimeter voneinander entfernt steht und die Umgebung normallaut ist. warum auch nicht. 
ich verstehe Menschen nicht. sie sind meist so nutzlos. ich bin müde.

ich will Zeit. mehr Zeit.

und irgendwann 
bin ich weg. hab ich es geschafft, endlich. 
jetzt steh ich hier. weit weg von meinem alten Zuhause. in meinem neuen Zuhause. vorübergehend. der Wind pustet mir die Haare aus dem Gesicht und Schwalben ziehn am Himmel Richtung Süden. 
ich schlafe - lang. 10 Stunden am Stück, jeden Tag. endlich. nachholen, was ich erst versäumt habe. einschlafen neben jemandem, der warm ist, der mir was von seiner Wärme abgibt. aufwachen, wenn die Sonne in mein Gesicht scheint und mir jemand die Haare aus dem Gesicht streicht, mich küsst. wenn man noch Gänsehaut davon bekommt. wenn man in Liebe zu ertrinken droht...
alles perfekt, alles neu, zumindest am Anfang. und dann? fängt das dann alles wieder an, der Trott, läuft das dann alles noch einmal ab, wieder und wieder?
eigentlich ist das große Problem immer noch da - ich. ich kann nicht vor mir weglaufen. 
und Du kannst das auch nicht. wir beide können das nicht.

Freitag, 28. September 2012

Bessermacher

In Wollsocken steh ich auf meinem Balkon, kann das kalte Metall durch ebendiese Socken hindurch spüren. Es ist früh am Morgen, die Stadt zu meinen Füßen schläft noch, während die Sonne sich auf das Aufgehen vorbeitet. Die Luft ist kalt und ich wickle meine Decke enger um mich. 
Schau auf die Stadt hinunter. Denke an nichts. Stille umgibt mich, ab und zu wird sie von etwas Vogelgezwitscher unterbrochen; aber eigentlich ist es denen mittlerweile zu kalt. Es ist schließlich Herbst. Ich liebe Herbst.

Gezwungenermaßen bin ich ans Bett gefesselt, denn ich bin krank. So ergibt sich viel Zeit zum Nachdenken - blöderweise. Als ob ich das nicht so schon viel zu oft täte. Mein Genick schmerzt. Mein Kopf fühlt sich höllisch an, es dröhnt regelrecht in ihm. Außerdem glüht er. Ich hasse krank sein. Ich hasse meine Immunschwäche.
Jedenfalls wurde mir ein gutes Buch gegeben; jemand, den ich mehr als schätze, hat gedacht "es würde mich ansprechen". Genau das hat es auch. Es hat mich regelrecht atemlos gemacht. Ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen und direkt noch einmal gelesen. Dieses Buch heißt "Wir haben (keine) Angst" und ist von Nina Pauer. Es behandelt die jetzige Zwanziger- bis Dreißigergeneration. Und ihre Angst. 
Auch ihre Überforderung mit sich selbst. Dass sie sich zu viel anmaßen und ihre to - do - Listen nicht schaffen. Dass sie sich keine Auszeit gönnen. Und dass viele einfach den Arsch nicht hoch kriegen. Kommt wahrscheinlich jedem bekannt vor.

Manchmal denke ich, dass 24 Stunden einfach viel zu wenig sind. Wenn man bedenkt, dass ich 8 davon in der Schule, 2 auf dem Weg von Zuhause dort hin und von dort nach Hause und 8 mit Schlaf verbringe(n sollte, im Idealfall)... So viel bleibt da eigentlich nicht übrig. Da kann ich unmöglich alles schaffen, was ich schaffen will! Denke ich. 
Aber einst lehrte mich ein weiser Mann, seine Initialien sind R.R., dass das alles eine Frage der Zeiteinteilung ist. Wohl oder übel muss ich gestehen, dass dieser weise Mann Recht hat. Er sagte auch: "Einen Zeitplan zu erstellen, kostet dich eine Stunde in der Woche. Aber diese Stunde wird sich lohnen." Und das stimmte genauso.
Trotzdem kann ich mich einfach nicht aufraffen und verschwende meine doch recht wertvolle Zeit mit totalem Schnickschnack. Zum x-ten Mal überlege ich in solchen Momenten, ob ich mir die bittere Wahrheit in Form des Satzes "Menschen wissen es besser - machen es aber nicht besser" irgendwann mal tätowieren lassen sollte, damit er mich immer an meine größte Schwachstelle erinnert. Ich bin ein Besserwisser, ja. Ich bin nicht stolz darauf. Ich wäre lieber ein Bessermacher. Aber das wären wir wohl alle gerne.
Was uns daran hindert? -
Die Arbeit, Schule, Hausaufgaben, das Studium, der Haushalt, die Steuererklärung, eben sämtliche Verpflichtungen, die uns gerade ziemlich auf den Keks gehen, schieben wir vor. Das "ich war's nicht! Er / Sie war's!" - Prinzip kennen wir wohl alle und auch hier trifft es einfach zu hundert Prozent zu. Weil es ja Schwäche zeigen würde, zu sagen: "Ich steh mir selbst im Weg. Ich kriege meinen Arsch nicht hoch und will es mir selbst einfach nicht eingestehen."
Und Schwäche ist eigentlich nur in romantischen Scheißfilmen akzeptabel. Hin und wieder ist Schwäche auch ganz okay, aber man kann nicht dauerschwach sein, wenn es um das (eigene) Leben geht. Denn dann versperrt man sich selbst den Weg.
Ich weiß genau, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht und am Liebsten hätte ich ein Patentrezept. Doch ich habe keins. Nur den flachen, ewig alten Spruch "Fang einfach an".





Ich habe auch überlegt, wo ich später mal stehen will. Und jeder, der diesen Text von Anfang an gelesen hat, weiß, wo: auf meinem eigenen Balkon, zugehörig zu meiner eigenen Wohnung. Da kann ich dann überall meine Klamotten rumliegen lassen. Ich kann dann einfach meine Ruhe haben, wenn ich will. Ich kann meine ganzen angelesenen Bücher im Bad, in der Küche, einfach überall hinlegen und keiner beschwert sich. Ich muss nur dann aufräumen, wenn ich will. Ich kann stundenlang in der Badewanne liegen und Musik hören. So viele Duftkerzen meine Luft verpesten lassen, wie ich will. Ich muss mein Bett nicht machen und die Wäsche werde ich sowieso nicht auf so einen beknackten Wäscheständer hängen, die sind nämlich potthässlich und platzverschwendend. 
Klingt traumhaft. Und da ich ja jetzt zwangsweise so viel Zeit habe, werde ich noch ewig lang darüber nachdenken und mir meine Wunschwohnung bunt ausmalen...
Und ich plane, wie ich vom Besserwisser zum Bessermacher werde, jawohl.Ich kann das nämlich.