Donnerstag, 11. Oktober 2012

Alltagsscheiß


müde bin ich. gestern war Bergfest. morgen, ab 5 nach halb zwei, ist Wochenende. und ich zwänge mich jetzt nicht mehr in das Zwangskostüm mit der Aufschrift "Satzanfänge groß schreiben", weil manche das besser finden. dichterisches Stilmittel! ha.
meine Augen tun weh. meine Haare nerven mich und ständig muss ich sie mir aus dem Gesicht streichen. Formeln überall. Hermeneutik. keinen blassen Schimmer, was das ist.

ich geh weg. wenn die Tür hinter mir zufällt, bin ich schon am anderen Ende der Welt. scheiß Gedanken lass ich Zuhause. altes Zuhause. suche ein neues. genau. finde es irgendwo in meinem Kopf, verliere es wieder, wenn ich die Augen aufmache und wieder im Alltag bin

Wörter, so viele. so viele Bücher hab ich gelesen, so viele Menschen reden gehört, selbst so viel geredet; Wörter. zärtlich ins Ohr geflüstert, vor die Füße gekotzt, ins Gesicht geschmissen. Wörter - unterdrückt, groß im Kopf, nie über die Lippen gekommen. manchmal gewollt, manchmal nicht, manchmal wusste ich es selber nicht genau. manchmal sind es Wörter, die alles retten und manchmal sind sie es, die alles einreißen und kaputt machen. sie sind halt ein menschliches Produkt und da kann das nicht anders sein...

ratlos. ich weiß nicht. ich muss erstmal ein Buch lesen, ein bestimmtes - Ich hab die Unschuld kotzen sehen, von Dirk Bernemann. oder nicht? vielleicht lieber nicht. ich bin noch unzufriedener mit mir als sonst. ich bin unsicher. ungenau. unperfekt. un. ich will mich hinlegen, mich ausschlafen, aufwachen und irgendwo anders sein. irgendwas anderes machen. irgenjemand anders sein. oh ja. vor allem das. anders sein. denn so, wie ich bin, gefalle ich mir einfach überhaupt nicht. ich bin müde. mir fallen die Augen zu. 
Gedankenkotze - überall



ich vergess mich... langsam aber sicher. in den Momenten, in dem ich im Zug sitze und Musik hör, rausschau, alles vorbeiziehn seh. liegt an der Jahreszeit. da wird mein Körper leer und mein Kopf erst recht; alles, was ich tu, ist wie mechanisch. ich tu es, weil ich es tun muss, ich fühle nichts. ich bin erschöpft. falle abends müde ins Bett - stehe morgens müde auf - sitze müde in der Schule - falle abends müde ins Bett.
und den ganzen Tag höre ich mir Dinge an, die ich nicht hören will. Dinge, die mich nicht interessieren. Menschen. sie sind zu laut. zu penetrant. zumindest die, deren Gedanken mich nicht interessieren. die, die eigentlich was zu sagen hätten, sagen nichts, weil sie es besser wissen. weil sie anderen nicht ihre Gedanken aufdrücken wollen. 
und ja. natürlich muss man sich einander anbrüllen, wenn man zehn Zentimeter voneinander entfernt steht und die Umgebung normallaut ist. warum auch nicht. 
ich verstehe Menschen nicht. sie sind meist so nutzlos. ich bin müde.

ich will Zeit. mehr Zeit.

und irgendwann 
bin ich weg. hab ich es geschafft, endlich. 
jetzt steh ich hier. weit weg von meinem alten Zuhause. in meinem neuen Zuhause. vorübergehend. der Wind pustet mir die Haare aus dem Gesicht und Schwalben ziehn am Himmel Richtung Süden. 
ich schlafe - lang. 10 Stunden am Stück, jeden Tag. endlich. nachholen, was ich erst versäumt habe. einschlafen neben jemandem, der warm ist, der mir was von seiner Wärme abgibt. aufwachen, wenn die Sonne in mein Gesicht scheint und mir jemand die Haare aus dem Gesicht streicht, mich küsst. wenn man noch Gänsehaut davon bekommt. wenn man in Liebe zu ertrinken droht...
alles perfekt, alles neu, zumindest am Anfang. und dann? fängt das dann alles wieder an, der Trott, läuft das dann alles noch einmal ab, wieder und wieder?
eigentlich ist das große Problem immer noch da - ich. ich kann nicht vor mir weglaufen. 
und Du kannst das auch nicht. wir beide können das nicht.

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