Donnerstag, 29. November 2012

Donnerstag

"ich fürchte nichts - nichts -, als die Grenzen deiner Liebe"
F. Schiller - Kabale und Liebe


und schon wieder streiten wir uns
reden aneinander vorbei
sind beide verspannt und erschöpft
haben keine Geduld, sind gereizt
die Tage liegen schwer auf unsern Schultern
weil wir keine Zeit mehr für Dinge haben, die wir gerne tun
zumindest geht es mir so und ich vermute, ihr auch
aber ich weiß es nicht, denn sie redet nicht mit mir

sie macht mich wütend
sie tut mir weh
sie nervt mich
sie enttäuscht mich
sie ist so unglaublich ignorant
ich vermisse sie
und ich glaube, es geht ihr nicht anders




ich hab keinen Bock mehr. zu wenig Zeit für Schönes, zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit mit Menschen, die ich mag - zu viel Zeit mit Menschen, die mir einfach total auf den Nerv gehen. ohja.
zu wenig Zeit für einfach nur im Bett liegen und ein Buch lesen, zu wenig Zeit, um zu schlafen und von dir zu träumen; 
zu wenig Zeit, um mit deinem Kopf in meinem Schoß dazusitzen und dich anzusehn. zu wenig Zeit, um neben dir einzuschlafen, während du mich festhältst und streichelst, mir Dinge erzählst

mein Rücken tut weh. mein Kopf auch. ich schlafe acht Stunden und es reicht einfach nicht. ich sitze acht Stunden in der Schule und es reicht ebenfalls nicht. 
ich habe keine Lust, mich anschreien und arrogant behandeln zu lassen. doch ich habe auch nicht die Kraft, mich darüber aufzuregen. die hat M auch nicht mehr. und dann liegen wir abends halb auf dem Küchentisch und erzählen uns gegenseitig, wie beschissen unser Arbeits- oder Schultag war. wie viele beschissene Menschen uns heute wieder so richtig beschissen behandelt haben und wie wenig Lust wir überhaupt noch haben. wie beschissen wir das alles finden. manchmal reden wir noch darüber, was uns jetzt so richtig glücklich machen würde oder was uns heute so richtig glücklich gemacht hat. manchmal klingelt das Telefon und jeder geht wieder an seine Arbeit, ohne das Gespräch beendet zu haben. 
jeden Abend liege ich im Bett und lass alles Revue passieren; schau meine Prinzessin an, wie sie daliegt. manchmal träumt sie und strampelt wild um sich. dann stups ich sie an und streichel sie. oder geb ihr was zu essen. doch ich denke weiter nach. finde mich ab. schreibe revolutionäre Gedanken auf ein Stück Papier und schmeiß es weg. schlafe mit Kopfschmerzen ein und
wache mit Kopfschmerzen auf. weiß genau: ein scheiß Tag liegt vor mir. wenn es draußen grau und eklig ist. wenn ich genau weiß, dass mein Mr Sunshine Spätschicht hat und ich ihn nicht sehen kann. wenn meine Prinzessin noch neben mir liegt und schläft. stehe auf und lasse sie nicht aus den Augen. mache das Selbe wie jeden Tag. wieder und wieder und wieder. 
und tu nur eins: warte auf ein Wochenende voller Schlaf, geliebter Menschen und Erholung

doch eigentlich bin ich für diese Verhältnisse ziemlich glücklich dieses Jahr. es liegt an zwei Personen (und meiner Prinzessin und meinem Bett).
ich bin so dankbar für diese zwei, weil sie mich so furchtbar glücklich machen, mir so viel Liebe geben. mir die ganze Zeit zuhören, obwohl ich nur rumheule, mich aufrege und Müll laber. die zwei, die nicht viel sagen müssen, um meine schlechte Laune zu töten und die gute aufleben zu lassen. ich weiß nicht, womit ich sie verdient habe, aber hergeben werde ich sie nicht. 
lieber T, Du bist mein bester Freund. ohne dich wär ich der Bilderbuchemo. ich vermiss dich schrecklich und kanns nicht abwarten, dich wieder zu sehen. und ich hoffe, du hast bald wieder Früh- oder Nachtschicht! Danke für deine SMS, die mich immer zum Grinsen bringen. und dafür, dass du mein bester Freund bist :)





und nachts dann, wenn ich träume, ist alles einfach
wenn ich mich mit jemandem unterhalte, lügt er mich nicht an
wir reden nicht aneinander vorbei
oder lassen es ganz und schauen uns nur an
alles ist einfach in diesen Träumen
die Zeit reicht auf einmal
mein Nacken und mein Rücken, mein Kopf und mein Hals tun dann nicht mehr weh
ich verbringe genügend Zeit in warmen Betten und an der frischen Luft
die Musik läuft den ganzen Tag, außer, wenn ich mich unterhalte
Küsse fühlen sich aufrichtig an 
Leute fragen nur noch "wie gehts dir?", weil es sie wirklich interessiert
Facebook ist tot
der Schnee ist weiß und schneeartig, nicht mehr grau und matschig
morgens aufstehen und gute Laune haben ist ganz einfach
die gute Laune zu behalten ein Kinderspiel
in der Schule lernt man wieder schöne Gedichte und interessante Dinge
und mein Akku hält den ganzen Tag

weil es eben ein Traum ist. 

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