Sonntag, 19. August 2012

Vakuum

gefühllos, haltlos, ziellos, kraftlos, los einfach. ohne irgendwas. wozu auch?

deine Hand fühlt sich tot an in meiner und deine Augen sind so leer. deine Arme, deine Beine sind wie aus Stoff, du fällst fast in dir zusammen. wäre deine Haut jetzt noch ein Stück blasser, könnte man denken, du seist tot, oder nahe dran. deine Stimme schweigt, deine Lippen bewegen sich nicht, nur deine Brust bewegt sich auf und ab - das einzige Zeichen von Leben in dir. und du bist so kalt, so furchtbar kalt.



ich weiß es noch genau; als wäre es erst gestern gewesen, kann ich mich daran erinnern, wie es war, als ich dir das erste Mal beim Schlafen zugesehen habe, wie du dalagst, so ruhig und vollkommen. wie ich dich beobachtet habe und mir jedes kleinste Detail gemerkt habe. 
wie ich neben dir gelegen habe und deinem Atem zugehört habe, wie das das Größte für mich war. 
wie du das Größte für mich warst; alles an dir. 
wie ich die Augen geschlossen habe, wenn du geredet hast, um deine Stimme als Einzigstes wahrzunehmen.
wie ich, so oft es ging, deine Hand genommen und nicht mehr losgelassen habe.
wie ich immer deine Shirts und Pullover geklaut habe, um meine Nase reinzustecken und deinen Duft einzuatmen, um dich noch nicht ganz gehen zu lassen, um ein Stück von dir zu behalten.
wie du neunzig Prozent meiner Gedanken ausgemacht hast und dein verdammter Name überall stand.
wie deine Fehler dich erst wirklich liebenswert machten für mich.

wie es war, als jedes Bisschen Beachtung, das du mir schenktest, mich glücklicher machte, als alles andere es je gekonnt hätte. wie du mich glücklicher machtest, als alles andere es je gekonnt hätte.

was ist passiert? zu Beginn war alles so bunt und kribbelig, voller unbekannter, wunderschöner Gefühle, so neu irgendwie. und es fühlte sich endlos an.
doch der Alltag hat uns zu Boden gerissen wie ein hundertfünzig Kilo schwerer Sumoringer, ohne Rücksicht auf irgendwas. er hat uns abgestumpft und das alles farblos gemacht.
es ist einfach nicht mehr das selbe, wenn einer den anderen küsst, wenn du mir etwas ins Ohr flüsterst mit deiner samtigen Stimme, wenn ich mich an dich schmiege - warum?

es schmerzt und ich will das eigentlich überhaupt nicht wahrhaben, ich will es gern im Keim schon ersticken, ich will, dass es wird, wie es war und ich will, dass du mich nie wieder, nie wieder, loslässt.
und eigentlich weiß ich auch, dass wir das schaffen können, weil wir das beide nicht wollen. weil wir immer gesagt haben, dass uns der Alltag nicht kaputt macht.
lass mich nicht los!

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