Montag, 6. August 2012

Kirschbonbons & Realität(sverlust)

ich hasse es, wenn Menschen besonders freundlich zu mir sind und gut riechen.
noch mehr hasse ich es, wenn diese Personen männlich, bärtig und größer als ich sind...
ich sollte mich zügeln, ich denke, mein Geschnüffel fällt auf. peinlich.

ich hoffe, ich kann meine Dickheit irgendwie kompensieren, mit Witz oder so. am Besten mit gutem Geruch, dann schnüffelt vielleicht mal jemand zurück...
schöner Gedanke. sollte ich verwerfen.



and you're in my head. only in my head. 

hihi. meine Gedanken sind schon wieder filmreif, das liegt einfach an BOY und Schokoladenentzug und Vorfreude auf einige Personen. daran, dass ich ein Geschenk bekommen habe, das ich erst am Dienstag, meinem Geburtstag, aufmachen darf und ich einfach total ungeduldig bin. daran, dass dieser gutriechende Typ mit seinem Duft mein Hirn vernebelt hat.
ich weiß genau, was ich will und eigentlich auch überhaupt nicht.
ich verliebe mich immer wieder in jemanden, der es sowieso nicht erwidert und mache mich dann fertig, so "I'm having a hard time getting over the relationship that we never were in" - warum, wozu. life is too short to spend time with people who suck the happiness out of you!
ich bin wohl wirklich ein Klugscheißer. schmeiße mit Weisheiten um mich und mache selber viel zu vieles falsch. ich sollte eigentlich meine Klappe halten und es besser machen. eigentlich wollte ich eigentlich aus meinem Wortschatz streichen, denn dieses Wort ist doch wirklich blöd. Menschen reden sich damit viel zu oft raus und missbrauchen es regelrecht. sowieso wollen Menschen sich aus allem herausreden und die wenigsten stehen zu der Scheiße, die sie machen. das ist wirklich zum Kotzen.

ich mag es nicht, wenn Kaugummis den Geschmack verlieren und so einen ekligen Geschmack im Mund hinterlassen.
Kirschbonbons machen sowas nicht.

(...) Ich will Wärme, ich will große Gefühle, sie wollen nur Siege, sie wollen diese Kopf - Onanie, die wirkungsloseste, die groteskeste ... (...)



und Casper sagt: alles wird perfekt.
und ich mache die Augen zu, lehn mich zurück in meinem türkisen übergroßen Vintagepulli, lutsche auf meinem Kirschbonbon herum und streiche meine Haare aus dem Gesicht. meine Gedanken sind irgendwie wie ein Film, wirklich. ich sollte Drehbücher für deutsche Filme schreiben, mit Daniel Brühl in der Hauptrolle. oder irgendeiner einsachtzig - Blondine. aber nicht so ein blondes Blond, eher so ein bisschen weißblond. finde ich total schön. und Kirschbonbons und Sommersprossen auch.
mich kann man viel zu leicht ablenken und generell scheine ich ein nicht sehr standhafter Charakter zu sein. ich denke viel nach, ja.
ich helfe gern anderen, die Hilfe brauchen, ich tröste noch viel lieber und ich nehme so liebend gern Menschen in den Arm, aber ich hätte nichts dagegen einzuwenden, würde mich jemand in den Arm nehmen. verdammt, morgen werde ich sechzehn. dann hat vieles keinen Reiz mehr. wen interessiert es dann, ob ich nachts irgendwo in Clubs rumhänge? niemanden, ich bin dann ja alt genug. alt genug. Menschen machen alles an Geburtsjahren fest, das ist so schwach. Menschen sind schwach. sie stellen Regeln auf, die sie für richtig befinden, obwohl andere Menschen das anders sehen könnten. handeln nach Gesetzen, statt nach Gefühlen, was sicherlich oft richtig ist. aber ist es immer richtig? man soll Dinge in Frage stellen, und wenn man es macht, wird man als übergeschnappt bezeichnet. nicht normal sein ist etwas Schlechtes in den Augen der meisten Menschen, Dinge, die sie nicht kennen, finden sie von vornherein schlecht. die meisten. es heißt immer, "wir sind ja so tolerant und so weltoffen" - ihr seid einen SCHEISS. zu dunkelhäutigen Menschen sagt ihr andersfarbig und findet das tolerant, ihr macht immernoch rassistische Witze und merkt es nicht mal, weil ihr euch schon so daran gewöhnt habt. ihr redet von Zivilcourage und wenn in der Bahn einer bedroht wird, greift nichtmal der dicke Schaffner ein, dessen Job das ist. ich bin ein Held, wenn ich das tue, was selbstverständlich ist, ist das nicht bescheuert? ihr versteht den Sinn einfach nicht, ihr kennt ihn nicht. 

(...) wir registrieren das Ungeheuerlichste, das Abscheulichste, das Unvorstellbarste bereits wie den täglichen Wetterbericht. So weit haben sie uns schon, so stumpf sind wir bereits. (...)

was würdest du einem Wesen erzählen, dass Menschen nicht kennt und dich fragt, was Menschen sind? wenn es fragen würde, wie die so drauf sind?




ob es einen Ort gibt, an dem es cool ist, fair zu handeln, nicht nach dem Äußeren zu entscheiden, zu verzeihen, zuzuhören, ehrlich zu sein - einen Ort, an dem wirklich Wichtiges auch wichtig ist?



_________ Zitate aus: "Wie lange noch" von Rainer Schmidt

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