Freitag, 25. Dezember 2015

sibling

ich bin so froh, dass du da bist. es ist einfach unglaublich, wie ähnlich wir uns sind, wie einfach es ist, miteinander zu reden. bei dir muss ich keine Angst haben, eine Frage zu stellen, weil sie ganz offensichtlich unangenehm ist. doch irgendwie nicht für dich. du scheinst mir zu vertrauen, beantwortest alle meine Fragen. es ist wunderbar, dir zuzuhören und all die Parallelen zu erkennen, obgleich sie nicht immer positiv sind. doch besonders dann fühlt es sich gut an, weil ich merke, wie nah wir uns eigentlich sind und weil ich merke, dass ich nicht allein bin. auch du kennst all die Ängste, die Antriebslosigkeit und die Schlaflosigkeit, die einen überfällt, wenn man mal wieder zu viel denkt. oder anders ausgedrückt: wenn einen dieses eine Problem nicht loslässt und man sich die ganze Nacht darüber den Kopf zerbricht. denn leider muss es gar nicht viel sein, es reicht ein Gedanke, um ewig wach zu liegen. 
aber dir muss ich das alles nicht erklären. du kennst das alles, du kennst die Gefühle, du verstehst, warum ich mich so verhalte, wie ich mich nun mal verhalte. und genauso umgekehrt: eigentlich müsste ich dein Handeln nicht hinterfragen, weil ich die Antworten kenne. es ist, wie man sich das immer für die eigenen Kinder wünscht: keine Rivalität, kein Wettbewerb, kein Neid, kein Unverständnis. im Gegenteil. manchmal habe ich das Gefühl, es ist wie im Film - ein besonderes Verhältnis. allein schon, dass du immer dann rangehst, wenn ich dir etwas Wichtiges sagen muss oder es mir besonders mies geht - oder dass du genau dann anrufst, wenn ich dich brauche. es ist wirklich besonders. 
diese Verbindung finde ich faszinierend. obwohl wir doch irgendwie als zwei Einzelkinder aufgewachsen sind und nicht mehr als 8 Jahre zusammen gelebt haben, haben sich unsere Gefühle, Meinungen und Arten in ähnliche Richtungen entwickelt. ja, okay, vielleicht sind wir auch einfach mainstream. 

so oder so bin ich unglaublich dankbar für dich und deine Rückendeckung, wenn meine Verteidigung mal wieder zu wünschen übrig lässt. ich bin dankbar dafür, dass du mir vertraust; dankbar, dass wir uns nicht auseinander gelebt haben; dankbar, dass du mir deinen Rat gibst; dankbar, dass du dich meinen Problemen annimmst. 
eben für all das, wofür man einem großen Bruder dankbar ist - für alles. auch für die Kitzelattacken und semi - gemeinen Kommentare. 

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