Samstag, 23. Juni 2012

Converse und Gänseblümchen

Stell dir das mal vor:

Du läufst durch einen Wald und es wird langsam aber sicher dunkel. Du läufst einen Weg entlang und der Wald ist keiner wie so viele andere, nein.
Der Weg, den du entlang läufst, ist gerade. Es liegen keine Baumstämme oder Müll herum, Laub aber auch nicht. die Luft ist frisch und kühl, aber außer einer leichten Gänsehaut berührt dich das nicht. Die Bäume sind hoch und keine Nadelbäume, viele Birken sind da. Das Gras ist recht kurz und du ziehst deine Schuhe aus, um barfuß da durch zu laufen. Du merkst, das Gras ist nass. Etwas. Es kitzelt unter deinen Füßen ein bisschen, aber es ist schön.
Du legst dich ins Gras und machst die Augen zu. In deinem Kopf ist garnichts mehr, es scheint, als würde die kühle Luft deinen Kopf von Sorgen freimachen.


Kopfsteingepflasterte Straßen entlanglaufen, auf flachen Schuhen, Conversekind einfach. Die Frauen auf High Heels, die sich mühsam an ihren Hipstermännern festhalten, ein bisschen auslachen. So innerlich. 
Der Himmel ist so unendlich blau und ein paar Wolken ziehen vorbei, es ist einfach wunderschön, das alles.
Dank des iPods Musik in den Ohren: Dingdong Kingdom von Borko. Es passt wunderbar zu diesem Moment und ich habe so lange, so lange darauf gewartet, durch diese Straßen zu laufen. In einem Land, in dem ich kein Wort verstehe, aber schon immer hin wollte. Ich habe gedacht, hier ist alles schön. Birken und blonde, schöne Mädchen gibt es hier, und Ruhe, weil man hier weit genug weg ist von dem ganzen Stress Zuhause, es sei denn, man wohnt hier - und macht sich selbst Stress. Man kann auch ohne Stress leben, aber die meisten wollen das unterbewusst einfach, Stress.
Als Kind war ich unglaublich kreativ und hab mir zum Einschlafen immer Geschichten ausgedacht, das mach ich manchmal heute noch. Denn schöne Gedanken tun gut und wegnehmen kann sie mir auch keiner. Ich habe mir ausgedacht, wenn ich erwachsen bin, werde ich Schriftstellerin und ziehe hierher, in ein Holzhaus mit Birken und Gänseblümchen drumrum und einem kleinen Holzschuppen und einem kleinen See oder so. Mit einem wilden Garten und ein paar Beeten, vielleicht. Ich höre dann jeden Tag laut Musik, oft so laut, dass man das durch das ganze Haus hören kann, und beschweren kann sich keiner, denn Nachbarn hab ich erst einen Kilometer weiter oder so. Das Haus hängt voll mit Janosch - Bildern und aus Zeitschriften ausgerissenen Bildern, wie in meinem Zimmer jetzt. Bilder von Ureinwohnern aus Umbunguduschwungubu mit weißer und roter Farbe im Gesicht und spiritistischen Ritualen, Bilder von Vögeln oder anderen Tieren, Bilder von Natur, Bilder von Models. Models mit langen Haaren ohne viel Haarspray und ohne Make Up und schönen Gesichtern. Und Locken und Sommersprossen vielleicht.
Genau so, und dann werde ich keinen Teppichboden mehr haben, denn den habe ich satt, genauso wie die niedrigen Decken und hellgelben Wände und die kleinen Fenster. In meinem Haus wird jedes Zimmer anders sein, aber wunderschön und gemütlich, meine Fenster werden riesengroß sein und ein paar haben auch Vorhänge, vielleicht. Mein Bett wird groß sein und voll mit Ikea - Kissen und die Bettwäsche wird auch von Ikea sein. Wie fast alles in dem Haus, womöglich. Vieles wird alt sein, vom Vorbesitzer oder so. Alles wird mit Teelichtern vollstehen, obwohl ich doch zu Mama gesagt habe, dass das sinnloser Schnickschnack ist. In vielen Zimmern werden Bücherregale stehen, voll mit Büchern wie die Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen oder Der Fänger im Roggen oder Faserland oder Die beiden Seiten des Glücks - und so vielen mehr. Voll mit Kinderbüchern, die mich vor der Realität retten und voll mit Büchern, die mich direkt hineinschmeißen, in die Realität. Wie in einen Eimer eiskalten Wassers. 
Dann werde ich meine Kopfhörer aufsetzen, nur in einem weißen Poncho und mit wilden Haaren eine Teetasse tragend barfuß durch dieses Haus laufen, die Treppen hinunter oder hinauf, Where are my Glasses? von Missent to Denmark hören, mich irgendwohin setzen, vielleicht in meinen Garten, wo die Vögel zwitschern und die Luft so rein ist, oder vielleicht auf mein Sofa oder in meinen Sessel oder in meine Küche. Und dann werde ich da sitzen oder liegen, früh, sehr früh am Morgen, vielleicht fünf oder sieben Uhr werde ich dort sitzen oder liegen und über alles nachdenken, ich werde einen Brief schreiben an eine liebe Person und einen an meinen Papa und einen an meine Mama, vielleicht einen an meinen Bruder. Ich werde darüber nachdenken, wie sehr ich sie vermisse und ihnen genau das schreiben, vielleicht verwischt eine Träne die Schrift, oder zwei. Das Internet werde ich hin und wieder kappen und wenn mich dann jemand erreichen will, hat er Pech gehabt, aber das passiert eh nicht so oft. Meine Facebook - Freundesliste wird, insofern sie überhaupt noch existiert, weniger als 146 Freunde enthalten und 136425 Nachrichten werden mich erwarten, wenn ich mich nach zwei Jahren mal wieder einlogge. Um dann letztendlich doch den Account zu löschen, falls ich das noch nicht getan haben sollte.
Mein Telefon wird so ein altes sein, mit Schnur, du weißt schon. 
Ich werde dann irgendwo sitzen oder liegen und über den kleinen Tiger und den kleinen Bär und die Tigerente philosophieren, und über das Leben auch. Ich werde dann darüber nachdenken, wie es später sein wird, wenn ich Kinder habe, kleine, schöne, liebe Kinder und einen Mann vielleicht. Einen großen und starken vielleicht, vielleicht wird er aber auch ganz anders sein. Wir werden dann manchmal am Wochenende lange schlafen und irgendwann wird eins der schönen, lieben Kinder verschlafen ins Bett gekrochen kommen und unter die Decke zwischen uns schlüpfen, wir werden eine süße Familie sein und oft rausgehen, vielleicht. Manchmal werden wir auch ganz früh aufstehen und uns die Welt anschauen, denn das ist wichtig. 
Wir werden ein wunderschönes Leben führen, vielleicht, und irgendwann werde ich die Landessprache können und auf das alles zurückschauen und rein garnichts bereuen.

Montag, 18. Juni 2012

Tagträumer_in

Sonne scheint, es ist zu heiß. ZU HEISS. unaushaltbar und das trotz eines Tops und eines Rocks. H&M. marineblau - weiß - gestreift und marineblau. ich finde mich heute schön.

ich hab Dich genau gesehen. Dir war auch verdammt warm und Du hattest auch noch schwarze Haare, ich glaube, da stirbt man noch mehr. keine Ahnung. 
und Du saßt da an einem Brunnen, damit Du wenigstens noch ein bisschen Wasser abkriegst und nicht vertrocknest. Du hast mich gesehen und sehr, sehr lange angeschaut. was hast Du gedacht?


weißt Du, was das schöne am Träumen ist?
niemand kann es Dir verbieten oder nehmen


und deswegen fallen meine Augen fast von alleine zu und denken daran, wie jemand mich von hinten umarmt; mich zu sich herumdreht und mein Gesicht in seine Hände nimmt, wie im Film, und mich küsst. ganz sanft und dann wieder nicht ganz so sanft. und mich gegen eine Wand drückt. ein bisschen. und wie der Moment einfach perfekt ist, ohne Worte.
fahren. am Besten Auto. während die Sonne ein kurz vorm Untergehn und die Luft schön ist, während Vögel zwitschern und nurnoch gute Gedanken - oder gar keine! - durch meinen Kopf schweifen.und wenns dann so ist, schau ich zu diesem Jemand rüber, dessen Haare vielleicht ein bisschen zerzaust sind und der mich nicht anschaut, weil man ja beim Autofahren konzentriert auf die Straße schauen muss; und sehe, wer für diesen Moment hauptverantwortlich ist.
am Strand entlanglaufen, barfuß. mit Haaren, die der Wind durcheinander bringt und Lächeln auf den Lippen. der Jemand und ich. zu nah ans Wasser rangehen und nasse Füße kriegen, und ein bisschen quietschen, weil das kalt ist, aber eigentlich genau richtig. bis zum Abend, wenn die Luft immernoch warm ist und die Möwen immernoch kreischen; wenn man dann Hand in Hand geht und den Sand unter seinen Füßen spürt, die Luft tief einatmet und wünscht, man könnte diesen Moment irgendwie einfangen. in den Sand fallen und einfach nur den Kopf auf die Brust von jemandem legen und den Möwen beim Rumfliegen und Rumkreischen zusehen und zuhören und wissen, wie unendlich perfekt dieser Moment ist. überlegen, welches Lied jetzt am Besten zu diesem Moment passen würde und vielleicht feststellen, dass es da garkeines gibt. 
zusammen heimkommen und kochen. Gemüse schnippeln und die Hälfte davon essen, statt in den Kochtopf hauen. sich füttern lassen, obwohl das eigentlich doof ist. dann auf eine Fensterbank oder einen Balkon setzen, welche/r voll mit Blumen steht und unglaublich gemütlich ist. über Gott und die Welt reden und darüber, dass alles ohne Facebook viel, viel besser wäre und mehr lachen als essen.

ins Bett kuscheln und den Tag im Kopf nochmal durchgehen, die letzte Zeit durchgehen. feststellen, es war eine wunderschöne. diese Gedanken pushen, die schönen, sie unterstreichen. die schlechten dagegen rausstreichen; alles Schlechte dem Bett verweisen, hier kommt nur Gutes rein. und das Beste kommt schon in Boxershorts, mit einem verdammt konzentrierten Gesicht und einer fast überlaufenden Tasse heiße Schokolade angelaufen, legt sich neben mich und macht mich mit einem einzigen Kuss auf die Stirn und einem einzigen Lächeln endlos glücklich.

feststellen: man hat sein Zuhause gefunden.


Träume sind Schäume. schon irgendwie. aber wenigstens die Menschen um mich herum geben die Hoffnung nicht auf, und das ist gut.

Sonntag, 17. Juni 2012

Leben und so

weißt Du:
es ist nicht unbedingt Liebe, wenn man mit jemandem zusammen sein und ihn für sich haben will. es ist aber Liebe, wenn man nur will, dass der andere glücklich ist - egal, ob mit einem selbst oder jemand anderem oder allein. so gesehen liebe ich Dich vielleicht ein bisschen. aber nicht so, dass ich mit Dir zusammen sein will. ich will einfach, dass es Dir gut geht, weil Du ein toller Mensch bist und das verdienst. 

ich weiß auch nicht. manchmal gräbt man sich durch Hunderte von Büchern und redet mit Hunderten von Leuten - okay, lass es vierzig sein, das reicht allerdings vollkommen - über das Leben und den Tod und die Liebe und trinkt dabei Kurkuma - Tee oder Himbeerlimo. im Regen oder in der prallen Sonne. und man redet darüber, dass man irgendwie das Gefühl hat, sich selbst nicht zu kennen und denkt, man ist der einzige Mensch auf der Welt, dem das so geht. weil man die anderen nicht fragt. weil die alle so selbstsicher aussehen und so, als meisterten sie das Leben mit links und da käme es ja echt bescheuert, würde man sie fragen: "sag mal, kennst Du das, wenn man sich trotz vieler Leute um einen herum total alleine fühlt?"
die würden ja sicher lachen und einem den Vogel zeigen. 

ich vermisse dieses eine Mädchen, sie hat blonde lange Haare und strahlende blaue Augen und als ich sie das erste Mal gesehn hab, hat sie mich schon ein bisschen umgehauen. da war sie traurig. später hab ich erfahren, warum, aber das ist ja auch egal. jedenfalls ist dieses Mädchen ein Engel! sie brauch mich nur anlachen oder umarmen und mir geht es gut, weil es ihr gut geht. aber sie wohnt ein Stück weg und deswegen vermisse ich sie. aber der Gedanke daran, sie wiederzusehen, rettet mich vor der schlechten Laune, die sich anzubahnen scheint.

Lesen und Nachdenken, das kann ich irgendwie am Besten. und Schlaumeiern. anderen sagen, dass sie sich nicht die schlechten Dinge, sondern die guten Dinge vor Augen halten sollten. die schlechten zwar im Auge behalten sollten, aber sich nicht nur darauf konzentrieren sollten. weil das sie kaputt macht und das soll es nicht, denn sie sind tolle Menschen. merkst Du was? 
ja. ich sage anderen, wie man es am Besten machen könnte und mache es selbst am Schlechtesten. ich verdiene wirklich einen gewaltigen Tritt in den Arsch. aller fünf bis zehn Minuten - aber so viel Geduld hat dann doch keiner. oh Gott, ich bin so anstrengend und überhaupt ein totales Wirrwarrkind.
über so ein ähnliches Wirrwarrkind habe ich gestern Abend ein Buch zu Ende gelesen, es heißt "Das also ist mein Leben", oder auch "The Perks Of Being A Wallflower". es wurde mir von einem ausgesprochen interessanten Menschen empfohlen und ich muss sagen, es hat mir unglaublich gut gefallen. würde ich mit einem Textmarker alle Stellen markieren, die ich schön oder wahr finde, oder die ich nachvollziehen kann, dann würde das Buch echt Farbe annehmen.

"Aber auch, wenn wir uns nicht aussuchen können, woher wir kommen, können wir doch immernoch wählen, wohin wir gehen. Wir können immer noch unsere Entscheidungen treffen. Und versuchen, glücklich mit ihnen zu sein.
Ich glaube, wenn ich jemals Kinder habe und sie einmal wegen etwas unglücklich sind, dann werde ich ihnen nicht erzählen, dass in China die Menschen verhungern oder etwas in der Art, denn dass würde ja nichts daran ändern, dass sie unglücklich sind. Selbst wenn andere es noch schwerer haben, ändert das doch nichts daran, dass man hat, was man hat - Gutes und Schlechtes."

manchmal muss man einfach die Sichtweise verändern, hat mir gestern jemand gesagt. das Buch danach auch. ich glaube daran, doch das zu schaffen, stell ich mir als Herauforderung vor. 
aber so blau, wie der Himmel heute ist, so gut, wie die Musik grade klingt und so schön warm, wie die Sonne heute scheint, glaube ich ein bisschen dran, dass ich das schaffen kann. aber erstmal hänge ich die Wäsche auf.



Sonntag, 10. Juni 2012

I don't need a tiny sucker, I need a real boy

und schon wieder läuft so ein Schickimickiscenetyp an uns vorbei. huah. 
perfekt gestylte Haare. 
perfekt ausgesuchte Klamotten - Röhrenjeans und Markenshirt, kombiniert mit Retrosonnenbrille und was weiß ich. 
perfekt arroganter "ichweißdassichgeilbin" - Blick. 
perfekt unattraktiv!

gut: jeder ist ein Individuum. jeder kann rumrennen, wie er oder sie es für richtig hält. meinetwegen!
aber bin ich denn die Einzige, die den klassischen, bärtigen, biertrinkenden und fußballschauenden Mann attraktiv findet? ist das wirklich so?
ich klinge veraltet, stimmts. ich klinge anspruchslos und nach alten Mustern denkend. 
am Ende dieses Textes wirst Du mich als extravagant und mit zu vielen Ansprüchen einstufen.

ich habe genug von diesen wichtigtuerischen "ein bisschen ADHS" - Typen, die immer im Mittelpunkt stehen wollen, mit ihren Mützen, die fast vom Kopf fallen, mit ihren Caps, ihren viel zu langen Haaren und ihren Markenklamotten. mit ihren zu engen, zu weit unten hängenden Hosen und Shirts, ihrem zu großen Ego, mit ihrem Rockstar Energy, Club Mate und was weiß ich. ich habe genug davon, wie sie alle auf ihre Handys glotzend durch die Welt laufen und ebendies nicht für zwei Minuten weglegen können, geschweige denn ein reales Gespräch führen können. manche. ich habe genug von Cro, der ist nämlich total schlecht. ich habe genug von diesen schwachsinnigen Trendmitläufern, die das alles nur machen, weil es cool ist, die sich selber nicht finden und die ihre verdammte Klappe nicht halten können.



für mich sieht es deshalb wohl schlecht aus, denn ich brauche einen mindestens einsachtzig Mann, der auf mich aufpasst und mich beschützt, anstatt aller drei Sekunden sein Styling zu überprüfen. einen, der über sich selber lachen kann und auch mal einen Scheiß drauf gibt, wie er aussieht (aber sowieso gut aussieht); einen, dem andere manchmal wichtiger sind, als er selbst, aber der auch an sich denkt - aber nicht zu sehr. einen, der sich gerne aufopfert und nicht zu fein für irgendetwas ist. einen, der ehrlich sagt, was er denkt, ohne irgendetwas zu verschnörkeln - aber einem nicht andauernd seine Meinung aufdrückt. (einen, der überhaupt eine eigene Meinung hat!) einen, der Fehler macht und seine Taten überdenkt, bevor er sie ausführt. einen, der Charakter hat, statt Markenklamotten. einen, der diszipliniert und manchmal auch raffiniert ist und mich auch mal mauloffen und perplex, sowie überrascht stehen lassen kann. einen mit entweder langen oder kurzen Haaren - aber keinesfalls einer Justin Bieber - Haare ins Gesicht - Frisur. einen, der ruhig sein, aber auch mal heftig mit mir streiten kann, der sich manchmal nur schwer entschuldigen kann und der sagt, dass ich ihn fertig mache.

ich brauch keinen, der mir andauernd hinterherläuft. auch wenn das manchmal ganz nett sein kann. 

Montag, 4. Juni 2012

my sundown






hinter mir liegt ein wundervolles Wochenende mit unglaublichen Leuten. sie sind tolerant, süß, ehrlich, lieb, höflich, witzig, fotogen, sie sind perfekt. 
ich war glücklich, ich war so verdammt glücklich. das Lachen in meinem Gesicht auf den Bildern ist nicht gestellt, es kommt direkt aus meinem Herz. diese Menschen haben mich glücklich gemacht - mit ihrer Anwesenheit, ihrem Lächeln, der Liebe, die sie mir gaben. diese Liebe. das war so ein schönes Gefühl! geliebt zu werden, so ein bisschen. umarmt zu werden, so fünfzigmal am Tag. ehrlich, ich danke euch von Herzen. 


aber Heimfahren ist dann halt so ein Ding. kurz vor Cottbus saß ich weinend in meiner Ecke und mein Gesicht sah ungefähr so aus wie die Fensterscheibe. ich war so traurig, dass es schon wieder vorbei war und ich wieder nach Hause musste. klar: Zuhause warteten mein Hund, mein Bett, mein bester Freund und mein Tofu auf mich, aber trotzdem. denn dann würde wieder alles losgehen: die Schule, der Stress, die Probleme, die ewigen Stunden des Nachdenkens und Depressivseins. 
ich glaube, dieses Gefühl kennt jeder. 


dieses Wochenende hat mich allerdings sehr zum Umdenken angeregt. Stichwort Zeitmanagement. und generell so. 
ich denke sogar ernsthaft darüber nach, anzufangen, mich zu akzeptieren. nein, das stimmt so nicht: das tu ich schon länger, aber das ist garnicht so einfach.
da ist so ein Teil in mir, der das echt will, der mich echt ändern will. der andere aber sagt: "Schwachsinn. du bist scheiße und das weißt du." so, und jetzt?

mal wieder sehnen, sehnen nach der Hand zum Festhalten. damit man das alles irgendwie macht und wegsteckt, denn auch das ist nicht einfach. 
sehnen nach so vielem, abends, Jimmy Eat World und Casper - hörend, mit Tränen im Gesicht, im Bett am Fenster sitzend, mit einem Stapel Bücher und einer Kanne Tee. mach ich alles richtig? mach ich alles falsch? Weinen ist irgendwie meine Spitzendisziplin, das kann ich echt gut.