Donnerstag, 31. Oktober 2013

nejlepši

es ist halb zwei nachts. mir ist kalt, ich bin unglücklich und schlafen geht auch mal wieder nicht. du liegst neben mir, schläfst, atmest tief.

ich weiß jetzt, was mich das alles ertragen lässt. was mich dazu bringt, nicht aufzugeben oder auszurasten, was mich weiter machen und lächeln lässt. 
du bist es. du. du bist jeden Tag da, du bist etwas Alltägliches. jemand hat gesagt, wir begehren das, was wir alltäglich sehen, und ich habe es nicht geglaubt. ich war der festen Überzeugung, dass mich nur Neues und Unbekanntes wirklich fesseln kann. 

doch so ist es nicht. 
ich schau dich an und bin glücklich. 
morgens bist du der Erste, den ich sehe, mit dem ich rede. immer begrüße und verabschiede ich dich, unabhängig davon, wie ich mich fühle. bei anderen sieht das nicht so aus. doch es lohnt sich. denn du umjubelst mich, wenn ich nach Hause komme. niemand freut sich so sehr, mich jeden Tag aufs Neue zu sehen, niemand freut sich so über meine Anwesenheit wie du. und du wartest immer. immer bist du da und wartest auf mich. abends bist du der Letzte, den ich sehe, mit dem ich rede. und doch jedes Mal scheinen mir die Worte "ich liebe dich über alles" nicht genug. sie drücken nicht aus, was du mir gibst, was ich dir verdanke. furchtbar genug, dass ich nicht weiß, ob du mich verstehst, meine Gefühle spüren kannst - doch das ist ähnlich erdrückend. 

du hast Menschen gegenüber einen entscheidenden Vorteil: du sprichst nicht. denn genau das ist es, was mich Menschen so verachten lässt: ihre Worte. hilflos. verlogen. betrunken. ohne Wirkung. 

oh nein, frei von Fehlern bist du sicher nicht. jeden einzelnen Tag raubst du mir Nerven, die ich schon gar nicht mehr zu haben glaube. ich könnte dich nahezu jeden Tag anschreien, dich ignorieren bis zum getno.  aber ich tu es nicht. 
denn da ist noch etwas, was dich positiv von Menschen unterscheidet: du verletzt mich nicht. du enttäuscht mich nicht. 

jetzt gibt es Leute, die behaupten, von dir würde ich ja wesentlich weniger erwarten; Pflichtbewusstsein und Ordnung würden wohl nicht in deinen Zuständigkeitsbereich fallen etc. aber darum geht es einfach nicht. 

du liebst mich. klar und ohne wenn und aber, ohne naja oder ich weiß nicht. du beschützt mich, wenn es gewittert, du entschuldigst dich, wenn du etwas falsch gemacht hast. du teilst deine Angst mit mir, du stehst auch mitten in der Nacht auf, obwohl du grade so tief geschlafen hast, um mit mir dumm in den Kühlschrank zu gucken. 
es ist kein Geheimnis: sonderlich intelligent bist du nicht. aber für mich zählt das auch nicht. du bist treu, bist loyal und ehrlich, und nur das interessiert mich. ich liebe dich. 

Sonntag, 13. Oktober 2013

#F

du
wirfst mir immer mal wieder
ein paar Blicke zu
und da ist was in deinen Augen
das mich neugierig macht

so
war nicht mein Plan
dein Lächeln hat mich
du hast mich
und lässt mich nicht los

es
gefällt mir
wenn du mir ganz nah kommst
und mich 
an dich drückst

kurz
in diese Augen schauen 
und einen Moment aussetzen
von diesen Händen berührt 
und von einem Wahnsinnsgefühl durchzuckt werden
selten haben
relativ weiche Lippen und bierschwerer Atem 
mich so aus der Fassung gebracht

hör
nicht damit auf





nachts ewig die Augen nicht zu- und die Gedanken nicht zum Schweigen bekommen;
bei jeder Nachricht und jedem Blick ein Lächeln nicht unterdrücken können;
ständig abgelenkt sein,
und in dem Moment der nächsten Begegnung das Herz einfach nicht mehr kontrollieren können...

kennt jeder. mehr oder weniger stark ausgeprägt. jedes Mal anders. doch jedes Mal auf seine eigene Art besonders. nicht immer ist es gleich Liebe, manchmal nicht einmal Verliebtsein. doch es genügt uns. 
und auch, wenn es immer wieder in Zynismus getauchte Worte gibt, von uns selbst oder anderen - es macht süchtig. selbst ich kann es nicht leugnen. die Aufmerksamkeit. das Herzrasen. auch das mulmige Gefühl, wenn ewig keine Antwort kommt. ganz zu schweigen von den unrealistisch scheinenden Tagträumen und Hoffnungen, von verstohlenen Blicken und Lächeln. dieses Aufregende und Unbekannte ist es, was uns so reizt - jeden Einzelnen von uns. 

ich sag oft: ich verliebe mich nicht mehr. doch so stimmt das nicht. verlieben meint bei mir nur etwas anderes. ich verliebe mich nicht in Menschen - ich verliebe mich in Momente. das macht es so schwer. 

Samstag, 5. Oktober 2013

ezra

Disziplin, Disziplin; Ruhe bewahren, darum geht's doch hier.
zwischen den ganzen Unbelehrbaren, den Unverbesserlichen. in einer Gesellschaft mit Vorurteilen statt Seelen, in der nicht viel mehr zählt als Geld und Aussehen, in der es immer schwerer wird, klar denkende Menschen zu finden. zwischen den Aufgabenbergen, zwischen den Selbstzweifeln und Zukunftsängsten, den Traumata und Bücherstapeln.

klar, manchmal kommt sie, die Rettung; in Form eines Lächelns, eines Dankeschöns. aber sie kommt immer seltener. ein Resultat dieser unzufriedenstellenden und unzufriedenen Gesellschaft... wo des einen Grobheit und Arroganz aus der des anderen hervorgeht. die Frage nach der Schuld bleibt unbeantwortet. wir sind alle nur ein Glied dieser Millionen Menschen langen Kette.
es wird immer schwerer. egal, ob die Sonne scheint, so gut sie kann. irgendwann hilft auch sie nicht mehr, irgendwann auch nicht die vierseitigen Briefe von C., die sich so gut anfühlen, so verständnisvoll. so verbunden. auch der Wind, der alles so lebendig macht, auch die paar wenigen lächelnden Gesichter, warmen Umarmungen; es wird alles immer rarer. und auch die letzte Flucht, die Tagträume - vermischen sich mit Zukunftsängsten und melancholischen Erinnerungen, lassen einen nicht abschalten.
das, was sonst immer Lächeln zauberte... jetzt sind es nur noch Momente. dauerhaft glücklich und ausgeglichen sein klingt wie ein Scherz, als ob daran noch zu denken wäre.


und deine Unvernunft macht mich nur wütend, weil ich mir Sorgen mache. weil du zwar nicht anders, nicht besser bist als ich; aber dir soll es doch besser gehen. mach doch nicht die selben Fehler wie ich und alle anderen. 


"schön dich zu sehn, auf einen Schnaps oder zehn!"

bitte mal kurz alles hinschmeißen, ich versprech, ich hebs auch nachher wieder auf. 
ich liebe den Herbst. nachts ist die Luft wie im Winter, gleich ganz anders. Erinnerungen schwingen mit. "[...] nicht stressen lassen. kurz vergessen machen." wenn man jetzt rausgeht, ist der Himmel so klar, die Sterne schauen einen an. in fast allen Häusern ists dunkel. in meinem Kopf kehrt kurz Ruhe ein. kein soundsovieltes Buch Mose mehr, kein Pauli - Prinzip, keine stylistic devices. die Luft tief einatmen, tief, bis nichts mehr geht. 
ich habe meinen letzten Rest Disziplin verloren. Rauch einatmen, Casper im Kopf, lächeln, vielleicht. Augen kurz schließen und ansetzen. vielleicht. H. Hegemann lesen, sich auf ihre wunderschönen Sätze konzentrieren, einen Moment wirklich, wirklich an nichts anderes denken. ich wünschte, jemand würde kommen, mir mein Leben aus den Händen reißen, schreien "Was machst du da, verdammte Scheiße!" und es für mich regeln. ich wünschte, ich hätte endlich mal genug Kraft und Disziplin, würde nicht ständig alles aufschieben, liegen lassen oder gar nicht erst aufheben. mach so viele Pläne und schmeiß sie doch selber um, was soll das denn. den ganzen Tag so gut wie nichts gegessen, sich jetzt mal zu einem Apfel überwinden. wenn man mich nicht zwingt - ich kann's selbst nicht. 
wenn ich ehrlich bin, gäbe ich alles für eine Woche mit C., mit Abenden voller Wein und Tränen, reden, einfach nur reden, wie ein Wasserfall. alles erzählen. von den Gefühlen, die ich nie hatte. von dem Haus in dieser Stadt, in das ich zurückwill, bis hin zu diesen verdammten Ängsten und der Unzulänglichkeit, die mich erdrücken von allen Seiten.

ah. träumen, stundenlang, von dem Tag, an dem in diesem Zimmer nichts mehr steht. alles in Kisten, alles weg. und allen voran ich. dieser Tag, an dem ich nen Zettel an die Tür häng - ich bin dann mal weg. weg. in ein neues Leben mit neuen Problemen. ein neuer Ort, an dem mich keiner kennt, mich keiner vorverurteilt. nicht mehr. vorerst. ich sage nicht, dass dieser Ort mein neues Zuhause auf ewig wird. ich verspreche nichts mehr. 



habe kein Zuhause, kann keine Beziehungen führen, habe keine Disziplin, keine Geduld, bin nicht streng genug mit mir selbst. weiß genau, wem ich nie genügen werde.
bin schon gespannt, was ich morgen nicht ertragen kann.