so wär Leben gut: ein sonniger Tag auf einem Turm mit spitzenmäßigem Ausblick und einem sanften Wind, in einem bequemen Kleid, barfuß, mit Led Zeppelin, so laut, dass es jeder hört - selbst die Bewohner jenen Hauses, das vom Turm aus gesehen am weitesten entfernt liegt.
Leben wär auch am Strand gut, abends dann, wenn es nicht mehr so heiß ist, oder nachts. barfuß, versteht sich. mit Sand zwischen den Zehen. mit dem sanften Wind wieder. im Kleid, für Pirouetten.
und selbst im Bett ist Leben gut; abends mit einem guten Film und Orangen (Orangen ess ich persönlich am Liebsten auf dem Rücken liegend) und mischmasch. oder sowas. im Snoopy - Schlafshirt. bei Gewitter, mit offenem Fenster. mit einem Wind, der schon nicht mehr so sanft ist.
aber was bei diesem ganzen Leben am Wichtigsten ist: mit dieser einen Person. wahlweise auch mit diesem einen Hund. wahlweise auch mit ganz bestimmten Personen, die man Freunde nennt. oder Familie.
zum Festhalten, wenn man an einem gut besuchten See im knietiefen Wasser in Zeitlupe superpeinlich hinfällt. zum Umarmen, wenn es gerade das ist, was man braucht. zum Arschtritt - verpassen - lassen. zum Händchenhalten, Lachen, (Aus)Heulen, Tanzen, zu allem, was allein keinen Spaß macht.
denn das Wichtigste am Leben ist dieses Stückchen Zuhause - Gefühl, dieses Geborgenheits - Gefühl, das dir diese Menschen oder Wesen vermitteln. das dich in aufregenden Zeiten begleitet, dich aber auch zur Ruhe kommen lässt. dieses Fallenlassen - Gefühl. genau das.
"bist du denn gut?" - "ich bin so gut, wie ich bin, so gut bin ich!"
aus: Alice lebt hier nicht mehr
nach einer abendlichen Wasserschlacht mit T., der bald auf die 30 zugeht und meiner nach einer hinterhältigen Wasser - Attacke unsererseits misstrauischen / eingeschüchterten Hündin, auf die "Alice lebt hier nicht mehr" und im - Bett - liegen - und - Led Zeppelin - hören folgen, schließe ich mich der Idee T.'s an und wir machen das einzig Vernünftige: wir gehen spazieren. gegen viertel zwölf, als die Luft angenehmer wird.
jetzt ist es fast drei. nach anderthalb Stunden physischer Qualen in Form von Durst, dem Gefühl zu Vertrocknen, etc. pp. kommt Erlösung: auf T.'s Anraten hab ich dann doch noch mein Fenster aufgemacht und der Wind weht durch mein Zimmer. nach der Frage, warum ich nicht selbst darauf gekommen bin, widme ich mich wieder Led Zeppelin und Miniatur - Bullterriern. und meiner für mich unvergleichlich gut duftenden Prinzessin. mein Magen knurrt so sehr, dass selbst sie unsicher zu gucken scheint. ich würde gern Peter Høegs Roman weiterlesen, aber irgendwie bin ich doch zu müde. ich belasse es bei dem mulmigen Gefühl, das aus meiner in wenigen Stunden erfolgenden Fahrt zu Papa und den damit zusammenhängenden "Dingen" resultiert und Led Zeppelin. mein grüner, dünner Haargummi, der sich an meinem rechten Handgelenk befindet, schneidet meiner rechten Hand offensichtlich die Blutzufuhr ab. so ein Mist aber auch.
achnaja, und er wieder. er ist der Beste. er wird mir fehlen, drei Wochen lang. seine flachen Witze, sein dummes Lachen - und sein schönes erst. sein Zucken und Murmeln, wenn er beim Krimigucken neben mir einschläft. und seine Umarmungen, oh mann.
hab ich wirklich nur das Wichtigste eingepackt und trotzdem nichts vergessen? wirds reichen? hab ich die richtigen Klamotten mit - viel wichtiger: die richtigen Bücher?
bäh. immer das Selbe mit mir. ich hab immernoch Angst im Dunkeln, panische. und Robert Plant singt mich in den Schlaf, während ich immer wieder aufschrecke, weil der Wind die geöffneten Fenster gegen die Wand schmeißt.