Sonntag, 4. März 2012

killin'

so many doubts cause I don't know what's going through your head und überhaupt.
im Zug sitzen, Musik hören, sehr apathisch dasitzen und aus dem Fenster schauen, keine Ahnung, das ist grade irgendwie so. zu viele Gedanken darüber, dass ich viel kaputt gemacht haben könnte und du womöglich Dinge von mir denkst, die du nicht denken sollst und die vielleicht falsch sind oder nicht förderlich oder sonstwas. dass ich irgendwie wie immer alles verbocke und nie aus Fehlern lerne (...) und naja, maybe, total Abfuck grade
ich sollte andere Musik hören und irgendwie an was anderes denken, aber ich kann nicht

es ist grell und hier ist ziemlich viel los. die Musik nimmt mich an der Hand und zieht mich weg von alldem
da wo wir jetzt hingehen, ist es kalt und dunkel und hier ist niemand außer uns;
und sie schreit mich an
schreit mir ins Gesicht, warum ich immer wieder Dinge tu, von denen ich weiß,
dass ich sie lassen sollte, warum ich
so bin wie ich bin und die ganze Zeit vom Ändern rede, aber nichts ändere;
einfach unverbesserlich bin und lebendig begraben gehöre.
sie schreit einfach nur. irgendwann sind es nurnoch zusammenhangslose Worte in unvorstellbaren Tonlagen mit wilden Gestikulationen und ich habe Angst, dass sie mir eine runterhaut. verbal tut sie das, wie lange schon? lange. kein Zeitgefühl, es könnten fünf Minuten sein - aber auch zwei Stunden
es ist immernoch so kalt hier und so dunkel, es ist so ein Unwohlgefühl, das bei mir vorherrscht; hier ist niemand. wir sind allein.
sie schreit noch immer mit einer kratzenden, wehleidigen Stimme und ich interpretiere jedes einzelne Wort und stelle fest, dass sie einfach nur endlos deprimiert ist. ob jetzt wegen mir oder etwas anderem, keine Ahnung, aber sie trägt eine riesige Wut, gepaart mit Frustration, Empörung, Enttäuschung und vielem mehr in sich und lässt das alles genau jetzt los, lässt es an mir aus, bin ich überhaupt schuld?
JA!
schreit sie mich an, weil sie meine verdammten Gedanken kennt. jeden einzelnen kennt sie und jeden einzelnen bewertet und kommentiert sie mit ihrer fiesen Stimme, die so ehrlich ist, dass es schon wehtut. weil ich in einer verweichlichten Welt großgeworden bin und genauso verweichlicht bin; ich bin es gewohnt, bemitleidet und geliebt zu werden, ich habe mich daran gewöhnt, doch
dann kam sie. so realistisch und keineswegs pessimistisch. einfach nur gnadenlos ehrlich und ich kam darauf nicht klar.
jetzt schreit sie mir alles ins Gesicht, was ich längst weiß, aber noch länger verdränge, ich will nicht hinhören, doch sie bohrt sich regelrecht in meinen Kopf, hält mich fest und lässt mich nicht mehr los, packt mich an den Schultern und schüttelt mich durch, schreit mich immernoch mit dieser furchtbaren Stimme an,
sieht mich leiden. 
ich will wissen, ob auch sie leidet, will sehen, dass es ihr auch schlecht geht, so wie mir. 
das erste Mal schaue ich in ihre Augen und sehe

mich.



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