Sonntag, 26. Januar 2014

Meine Prinzessin

Meine kleine Prinzessin. So schnell bist du groß geworden. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie du warst, als du ein Welpe warst. Du warst atemberaubend. Obwohl mein Gedächtnis haufenweise Lücken aufweist: Das Bild von dir ist gestochen scharf. Damals hätte ich nie gedacht, dass du so wichtig werden könntest für mich. Und heute sitze ich auf meinem Bett und heule, weil unsere gemeinsame Zeit langsam abläuft. 

Wir beide machen einfach alles zusammen. Gehe ich aufs Klo, kommst du mit, gehe ich duschen, kommst du mit, gehe ich eine rauchen, kommst du mit. Ziehe ich mir Schuhe an und greife nach deiner Leine, rastest du aus vor Freude. Ziehe ich mir nur die Schuhe an und sage dir, du sollst dich auf deine Decke setzen, lässt du die Ohren hängen und mich wie den schlechtesten Menschen der Welt fühlen. Komme ich wieder nach Hause, flippst du wieder aus und begrüßt mich, jaulend und schwanzwedelnd. Wenn wir spazieren gehen und ich dich endlich von der Leine lasse, damit du dich austoben kannst, macht es mich so furchtbar glücklich, dich so frei und fröhlich zu sehen. Oh Mann, ich liebe dich. Sage ich dir ja oft genug. 

Und auch, wenn du manchmal lieber einer Katze hinterherjagst, als auf mich zu hören - auch dann liebe ich dich und würde dich für nichts auf der Welt hergeben. Denn nach einem langen Tag gibt es nicht viel Schöneres, als mit dir an meiner Seite einzuschlafen, dein Schnaufen und Jaulen im Schlaf zu hören. Genauso verhält es sich mit unserer morgendlichen Begrüßung, mit deinem morgendlichen verschlafenen Gesicht. 

Sieben Jahre. Diese sieben Jahre mit deinen braunen Augen und fast jeden Tag mit dir 24 Stunden an meiner Seite muss ich bald auf tägliche Spaziergänge verkürzen, auf schlafen ohne dich. Und in einem Jahr dann ist es ganz vorbei. Dann sehen wir uns mit viel Glück jeden Monat oder jeden zweiten. Es treibt mir die Tränen in die Augen. 

Ich habe mich so sehr an dich gewöhnt, du bist einfach ein Teil von mir geworden. Noch dazu ein unverzichtbarer. Wenn ich wegfahre, sind du und mein Prinz es, deren Abwesenheit mir fast das Herz zerreißen. Lieber würde ich auf das Internet verzichten, als auf dich, und ich denke, im 21. Jahrhundert hat das schon was zu bedeuten. Dich so im Stich zu lassen, macht mich todunglücklich. Aber hierbleiben kann ich nicht, und dich mitnehmen geht auch nicht. 

Ich weiß, du verstehst das alles nicht. Du wirst es auch nicht verstehen, wenn ich so lange Zeit nicht wieder komme, wahrscheinlich wirst du traurig sein und denken, ich habe dich vergessen. Du wirst nicht wissen, dass ich dich nie, nie, niemals vergessen werde, dass du nicht nur mit Tinte auf meiner Haut bist, sondern der Gedanke an dich für immer in meinem Kopf klebt. Du wirst denken, ich liebe dich nicht mehr. Aber das stimmt alles nicht. Du bist für mich wie ein eigenes Kind. Das klingt zwar ziemlich krass, aber so ist es halt. Es tut mir Leid. 



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