Donnerstag, 22. August 2013

müdes Supergirl

ich bin müde. er ist es auch. Mum auch. wir alle sind es, dauernd. nur die Prinzessin ist ständig munter und läuft ununterbrochen rum. 
das Problem ist nicht die Müdigkeit... sondern das abends - im - Bett - liegen - und - nicht - einschlafen - können. 

das Bett, in dem ich liege - mein Bett, es ist frisch bezogen und fühlt sich gut an. ich habe eine Schwäche für frisch gewaschene Wäsche. ich kann gar nicht anders, als daran zu schnuppern.
es ist ganz dunkel. ich höre nur das Schnaufen meiner kleinen Prinzessin und spüre die frische Luft, die über meinen Kopf hinweg durch das offene Fenster in mein Zimmer fließt. währenddessen drücke ich dieses eine, flauschige, herzförmige Kissen an mich. 

ich weine oft. es ist wohl mittlerweile nichts Aufregendes mehr, wenn ich das tue. in diesem Monat war es das dritte Mal. ich sah mir "Alles, was wir geben mussten" an, ein Drama. ich mag Dramen. aber sie tun eben weh. 
es war einer dieser wenigen Filme, die einem die Augen aufzureißen, ins Gesicht zu schreien und einen ins kalte Wasser zu schmeißen scheinen. schmerzhaft. ich habe seit Langem nichts mehr gesehen, was mir derartig viel Salz in Wunden gestreut hat. oder mich derart ins Eiswasser geschmissen hat. je nachdem. 
ganz egal, wie viele Pärchen um mich herum tänzeln, wie offen sie ihre Liebe zur Schau stellen, ihre Liebe mit den Ecken und Kanten, Lügen und Fehlern... nichts davon beeindruckt mich. es ist nichts Neues, wenn ich sage, es nervt mich meistens. doch an dieser Stelle... ja, es war nur ein Film. aber ich hab noch nie etwas so Schönes und so Liebevolles gesehen, denke ich. 

als ich geduscht habe, hat sie ihre Nase von außen gegen die Tür der Dusche gestupst. das macht sie immer. 
als ich nach drei Wochen Abwesenheit wiederkam, hat sie mich vollkommen ignoriert. ich hatte Angst. ich dachte, sie würde nur noch so mit mir umgehen. aber sie liebt mich, und damit ging es einfach nicht. sie läuft wieder quer durchs ganze Haus hinter mir her, wenn ich sie rufe, ist sie bei mir und lässt sich streicheln. wenn ich abends einschlafe, ist sie da. wenn ich morgens aufwache, die Augen einen winzigen Spalt öffne, und sie ist nicht da, dann bleibt mir fast das Herz stehen. sie ist immer da. ohne ein Wort, doch mit so viel Begeisterung und Liebe. 

in meiner Kommode hab ich meine Sommersachen hinter geräumt, mit Begeisterung meine Pullover nach Flauschigkeit und Dicke sortiert und meine Dose mit dem Wintertee hervorgekramt. ich kann es kaum abwarten. auch wenn ich genau weiß, dass kein Herbst oder Winter so ist, wie in meiner Vorstellung. 
du weißt schon, so ein schöner Winter; es wird schnell dunkel, man schläft viel mehr, alles ist ruhiger. aber auch gemütlich. wenn es draußen ganz eklig kalt und regnerisch ist, liegen wir, mein Held und ich, im Bett und gucken irgendeinen Film oder eine Serie, und er schläft mit dem Kopf auf meinem Bauch ein. verschlafene Wochenend - Morgen, entspannte Wochentage mit Teekannen und Büchern. ich weiß auch nicht.
in meiner Fantasie ist es draußen zwar kalt und nebelig, aber der Schnee fällt fast weg; auf den Straßen liegt nur eine dünne, puderzuckerartige Schneeschicht, und der graubraune Matsch am Straßenrand bleibt aus. in meiner Fantasie schwitzt man sich im Bus unter seinen tausend Schichten nicht total einen ab und friert wieder höllisch, sobald man zwei Sekunden draußen ist.
meine Idee von einem Herbst mit anschließendem Winter ist sehr romantisch, das weiß ich. zu romantisch, um irgendwann mal wirklich wahr zu werden... aber ich bin mit Disneyfilmen groß- und mit romantischen Kitschfilmen noch größer geworden. ich bin quasi machtlos. 



(Hochzeiten finde ich trotzdem blöd. man muss es ja nicht gleich übertreiben.)

Sonntag, 18. August 2013

Stille

der graue Himmel draußen sorgt für dieses träge Halbdunkel in meinem Zimmer. ich bin müde. mich umgibt nichts weiter als Musik und ich bin gewillt, es als Stille zu bezeichnen, denn es gibt keine anderen Geräusche. nur die Musik, teilweise wortlos - und genau sie ist es doch, sie und das Halbdunkel, meine Müdigkeit und das wortlose Alleinsein, die diese gedankenlose Schwere in mir erzeugen. angenehme Schwere. ich wünsche mir, ich wäre nicht allein, wünsche mir Arme, die mich beschützend festhalten, wünsche mir, dass deren zugehöriger Körper still neben mir liegt. und einfach nur da ist. nichts zerstört oder verändert mit Worten. 
Stille ist für mich Harmonie. Stille bedeutet, dass niemand etwas zu sagen hat, vielleicht auch, dass jemand sich auf die Zunge beißt. ich denke, das würde keinem von uns schaden. denn Stille ist etwas Perfektes. aber Menschen haben es schon immer geschafft, Perfektes zu zerstören. 

geradezu verzweifelt suche ich nach einem Begriff für das, was ich grob als "Stille, in der Musik läuft" bezeichnet habe. ich weiß genau, dass das jeder kennt, diesen Moment, wenn es um dich rum zwar laut ist, aber in deinem Kopf ganz still. wenn die ganzen Gedanken, die dir sonst auch jeden chilligen Moment und jede gute Laune versauen, einfach mal kurz weg sind. und damit die Zweifel. nimm den Moment, in dem du deine Liebe zum ersten Mal geküsst hast. so richtig filmmäßig. gut, vielleicht ist es gar keine Liebe gewesen, sondern ein Fehler, und vielleicht war der Kuss auch nicht filmmäßig, aber es geht um den Moment. den Moment, in dem sich zwei Gesichter nähern, das Herz einem bis zum Hals schlägt, alles kurz perfekt ist. und still. nimm den Moment, in dem du völlig ausgelassen tanzt. den Moment, in dem du morgens aufwachst und dich die schönsten Augen, die du je gesehen hast, ansehen. den Moment, in dem du einfach mal ohne Gedanken aus dem Fenster schaust und grundlos zufrieden bist. nimm den Moment, in dem das Glück deines Lebens ehrlich lacht. oder den, in dem du einfach nur auf einer Wiese liegst und den Wolken zusiehst. nimm einen Moment aus deinem Leben, der ohne Worte vollkommen war - und du weißt, was ich sagen möchte.
ich meine diese Stille, in der uns bewusst wird, wie überflüssig Worte sind. und das nicht das zählt, was man sagt, sondern das, was man auch wirklich tut. 




| neben dir einzuschlafen, zu schlafen und wieder aufzuwachen gehört zu den wenigen Dingen in meinem Leben, die mir wirklich fehlen, wenn sie nicht da sind. du gibst mir Sicherheit. ich liebe dich. das ist kein Geheimnis.