Samstag, 20. April 2013

miss abgefuckt

zwischen Kafka, Konfliktlösungen und Bevölkerungsentwicklung - irgendwo dazwischen löse ich mich auf. zwischen Schlaf, Schule und Hunger. zwischen Alliterationen, Analysen und Dehydrierung. zwischen Bullet for my Valentine und Eminem. zwischen gedanklichem Kofferpacken und realem Aufgabenberg, zwischen Nackenschmerzen und Zukunftsängsten. irgendwo dazwischen bleiben meine Kreativität, meine Persönlichkeit und meine sowieso schon sehr rare Lebensliebe liegen und lassen sich von alldem tottreten. 
von der Lebensliebe zur Lebenslüge. soviel zum Kreativitätstod. 

auch meine Gedanken waren schon rebellischer. während ich vor ein, zwei Jahren nichts mehr wollte, als wie alle anderen feiern zu gehen, erscheinen mir Schlaf und jemand, der mich in den Schlaf quatscht, jetzt wie der Himmel auf Erden. meine Prokrastination hat das Gefühl des Hans Giebenrath zur Folge und ich schlage mich gänzlich auf die Seite des H. Hesse. wie er doch Recht hatte. Schule kann Leben zerstören. während mein Selbstmitleid und meine Angespanntheit ausufern, wird auch die Einsamkeit, die mich umgibt, immer größer.
absolute Abgefucktheit. die deutsche Sprache war auch schon mal schöner. 

was ich von mir gebe, wird immer hohler. ich fühle mich hohl. mein Leben fühlt sich hohl an. da! schon wieder. ich sollt es lassen. 

so gut wie jede Person in meinem Umfeld regt sich über meinen Pessimismus auf. Schrägstrich Realismus. warum, frage ich mich deshalb, umgeben diese Menschen mich, reden mit mir, lesen meinen Blog und sowas?  ich glaube, es gibt ihnen was. vielleicht fühlen sie sich besser. vielleicht denken sie, sie haben einen positiven Einfluss auf mich, können mich an irgendetwas hindern, könnten irgendwas ändern. aber ich bin abgestumpft. abgestumpft wie Michael Berg, der Vorleser, nachdem Hanna sich an ihm ausgelassen hat. mit dem Unterschied, dass ich mich, ähnlich wie Hanna, an der Welt, an anderen Menschen ausgelassen habe und mich trotzdem gefühlsunfähig wie Michael fühle. ich zerstör mein Leben - mein Leben zerstört mich. denn du bist, was du isst. oder so. 

Samstag, 13. April 2013

miss displeased

weg. weg. weg. 
einfach nur weg. von Facebook abmelden, Handynummer ändern und niemandem geben und dann die Stadt wechseln. alles vergessen. die schönen Augen, samtenen Stimmen, wuschligen Haare, die Versprechen, schönen Momente, die warmen Hände und Lächeln, magischen Augenblicke, die irritierenden, vielversprechenden, nichtssagenden Worte, die Träume, Wünsche, Luftschlösser. die Sehnsucht vergessen. alles vergessen und nochmal anfangen. 
durch fremde Straßen laufen wie ein vollkommen neuer Mensch. fühlen wie auf Wolken. ohne Erinnerungen, die beklemmende Gefühle auslösen, ohne alte Gedanken. es wär so perfekt. es würde vieles so viel einfacher machen, könnte man einfach Dinge vergessen, die man vergessen will.
aber will man manche Dinge vergessen, die einem wehtun, nur weil sie wehtun? wenn es doch eigentlich schöne Dinge sind, an die man sich gern erinnert? ist der kurze Schmerz das nicht vielleicht sogar wert? ...

der Gedanke daran, einen wunderschönen Sommer nicht als solchen zu empfinden, weil meine Gedanken und Erinnerungen es nicht zulassen, macht mich wütend. der Kopf, der das denkt, ist schließlich meiner und sollte eigentlich auch meiner Kontrolle und meinem Willen unterliegen - warum tut er das nicht? warum lässt er nicht zu, manches zu vergessen, um meine Seele ganz zu lassen, warum denkt er, er wüsste es besser? vielleicht ist mein Charakter zu schwach. wahrscheinlich. und auch dieses Jahr bin ich nicht schlauer - dann laufe ich im Sommer barfuß am dänischen Strand entlang und anstatt den Moment zu genießen, denke bei dem Blick aufs Meer nur an eines und fühle mich mies. 

Donnerstag, 4. April 2013

dekad

kalte Füße. ich bin müde. mein Ikea - Wecker bringt mich nicht aus der Ruhe. ich weiß nur nicht, was ich anziehen soll, hab zwischen gemütlichen Wollpullis und Sweatjacken den Überblick verloren. hab auch den Überblick über die mehr als zehn von mir angelesenen Bücher verloren. aber ich bekam ein Feuerzeug geschenkt. ein grünes. und in meinem Zimmer ist es so ruhig, auch wenn Glen Hansard und Marketa Irglova "If you want me" singen. es ist so still und so tot. das kalte Licht scheint durch die Fenster in mein Zimmer, meine Haare sind weich und duften gut. ich muss mein altes Tagebuch vollkriegen, damit ich endlich in das neue schreiben kann. so leicht wird man hier ersetzt. die übliche Unordnung breitet sich in meinem Zimmer aus und die Nutzlosigkeit in mir. ich strecke mich und mein Brustkorb knackt. die Prinzessin vergräbt ihren Kopf zwischen ihren Vorderpfoten. richtig so. sie duftet so unglaublich gut, ich liebe sie. ihre Augen sind so schön und ihre Ohren so flauschig. meine Prinzessin. ich starre auf meine nackte Schulter und denke an den Vorleser. auch ein Buch, das ich grade lese - für die Schule. aber es ist wohl das schönste aller Bücher, die wir für diese Einrichtung lesen müssen. ich werfe die Haare nach hinten und Gänsehaut macht sich auf mir breit. die Prinzessin guckt skeptisch. mir ist kalt. 
ab heute trage ich für den Rest meines Lebens grau und blau. und schwarz und weiß.

ich hab Schluckauf und auf der Stelle fallen mir mehr als 5 Personen ein, die gerade an mich denken und jemand anderen küssen könnten. die Prinzessin guckt noch skeptischer, schaut mich mit schiefem Blick fragend an. ich sage nicht mehr dazu als: hicks.
was ist eigentlich Liebe? hicks auf jeden Fall nicht. oder doch? ist es Liebe, oft an jemand anderen zu denken? ist es Liebe, jemand anderen endlos anzuschauen?  ist es Liebe, für jemand anderen das Beste zu wollen? ist es Liebe, jemanden berühren, küssen zu wollen?
Liebe. wir haben das aufgegeben, obwohl wir wissen und spüren, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. obwohl wir wissen, dass wir eigentlich nur neidisch sind, wenn wir über die ganzen Pärchen spotten. weil uns diese lieblose Einsamkeit nicht reicht. diese wilden, affairenartigen Küsse in dunklen Ecken, ohne jede Verantwortung, ohne jede Gefühlsregung. die Berührungen, Lippen, Hände, Zungen von Menschen, die wir an unser Herz nicht ranlassen, Menschen, deren Augenfarbe wir uns nicht mal gemerkt haben. oder vielleicht doch. aber mehr auch nicht. denn obwohl diese Distanz, dieses Neue, Unbekannte uns unglaublich reizt, in den Wahnsinn treibt, liegen wir hin und wieder abends allein im Bett und fühlen uns einsam, ungeliebt; und dann hätten wir gerne jemanden - jemanden, dem wir nicht egal sind, der sich um uns sorgt, für uns da ist, uns zuhört, uns begehrt auf diese besondere Art.