fühle mich grauenhaft, grauenhaft, grauenhaft. den ganzen Tag alleine hier zu sitzen, aus dem Fenster zu sehen, genauso wie damals, als auch alles schon so traurig war. hier. allein. ständig und immer nur krank. es ist schon deprimierend, zwischen lauter Menschen allein zu sein, doch Dich selbst ins Aus zu schießen und allein allein zu sein, ist die Krönung. immer und immer wieder. das Gesicht Deiner Hausärztin, wenn Du ihr schon ansiehst, dass sie denkt: "so oft, wie die hier ist, könnte die wenigstens privat versichert sein.". immer wieder zurück zu kommen, in die Schule, auf Arbeit, und diese Gesichter zu sehen, die Köpfe, die sich nach Dir umdrehen, stieren. wieder zurück sehen und tuscheln, war die schon wieder krank, ja, schon wieder und voll lange wieder, die hat bestimmt nur keinen Bock, das ist doch nicht normal.
immer nur allein in diesem Haus, in diesem Körper, schon immer allein gewesen und immer allein geblieben. schon immer nur geweint und geträumt vom Sprung, schon immer keiner da gewesen, der's gewusst und den's interessiert. schon immer bewusst gewesen, dass es jemanden gibt, aber doch immer allein gewesen.
Mama immer ihr Bestes gegeben, aber mich allein gelassen; Papa nur auf Arbeit, Bruder keine Ahnung, wo. allein. immer allein mit Büchern voll von Magersuchtmädchen und Scheidungskindern, mit einem Fernseher voller kaputter Familien bei Barbara Salesch. immer, mit acht Jahren.
immer wieder zurück in diese hässlichen, alten Muster, die ich nicht mehr sehen kann, weil ich sie schon im Schlaf malen kann. und ich weiß nicht, wohin mit mir, weiß nicht, wozu ich gut sein soll. enttäusche nur, ständig krank, unzuverlässig, traurig. so traurig, dass ich ganz müde bin von diesem ewigen Traurigsein. doch ich kann nicht aus meiner Haut und ich habe Angst, dass ich das niemals kann. niemals nicht traurig sein, niemals jemals glücklich sein, allein.
schon immer abhängig von jemandem, den es eigentlich nicht wirklich interessiert, der schon liebt, aber mehr aus Pflichtbewusstsein, als aus Interesse, so scheint es.
glaubst Du wirklich, es geht Dir woanders nicht so schlecht wie hier?
ich dachte immer, ich hab mich daran festgeklammert, dass es genau so ist. dass es dieser Ort ist, meine persönliche Hölle. doch ich weiß jetzt, dass ich es bin. und vor mir kann ich einfach mal nicht weglaufen.