Donnerstag, 19. Juli 2012

ich weiß es nicht

es war so schön, mit Dir zu reden, Dich zu sehen, generell so. mit Dir über so vieles zu reden, gleichzeitig das Selbe zu sagen und einander anzugrinsen, weil das schon lustig ist. so oft einer Meinung sein; so oft in Deine Augen schauen, ich könnte sie anbeten, sie sind so schön. und Du. und neben Dir zu sitzen. ich wiederhole mich. ich sage eigentlich die ganze Zeit das Selbe und ich muss gestehen, Du hast mir meinen Tag versüßt, nahezu gerettet...

doch nun gehst Du mir nicht mehr aus dem Kopf, und es ist ein bisschen anders, als es die letzten Male war. da war ich mir sicher, dass das eh nichts wird, dass ich aufgeben sollte. aber jetzt verunsicherst Du mich. was Du tust, was Du sagst, ist manchmal nicht ganz klar - also, was Du damit meinst. ich weiß es nicht.

die ganze verdammte Zeit denke ich daran, an unsere Gespräche und alles. versuche, mich an jedes Wort, jede Reaktion, jedes Lächeln oder irgendwas zu erinnern. ich überdenke, ob Du das, was Du gesagt hast, ernst meinst und wirklich umsetzt - oder ob es einfach nur aus einer Laune heraus aus Deinem Mund kam. Du sagst, Du meinst es ernst. ich weiß es nicht.

ich will nicht, dass Du merkst, dass ich viel für Dich geben würde, dass ich Dir ein bisschen zu Füßen liege. ich denke nicht, dass Du jemand bist, der Menschen ausnutzt. aber ich weiß nicht, ob es nur Mitleid ist, was Du empfindest für mich. das wäre definitiv das Letzte, das ich wollte. aber ob es so ist - ich weiß es nicht.

so viele haben mir so oft gesagt, ich solle einfach machen, was könne ich denn verlieren. aber jetzt merke ich noch deutlicher, dass es richtig so war, wie es war, dass es gut war, nicht auf die anderen zu hören. zu viel hätte ich kaputt gemacht. ich denke, ich sollte abwarten. doch Geduld ist nicht mein Ding und womöglich warte ich dann auf etwas, das niemals kommt. ich weiß es nicht.


Du sagtest: "man soll doch immer auf sein Herz hören.."
ich sagte: "was für ein Herz."

ich weiß genau, dass ich die nächsten Wochen, die ich in Italien und sonst wo verbringen werde - natürlich ständig mit Pärchen um mich herum - fast ununterbrochen an Dich denken werde, Deinen Namen tausendmal in mein verfluchtes Tagebuch schreiben werde. dass das alles nur noch schlimmer macht. dass ich mit jeder Sekunde, die ich im Sand liegend damit verbringen werde, über Dich nachzudenken, unglücklicher werde.
und das, obwohl Du mich eigentlich ziemlich glücklich machst, wenn wir reden, uns sehen und so.

was soll ich tun?
ich weiß es einfach nicht.




Dienstag, 17. Juli 2012

du liebst mich nicht, du liebst mich vielleicht, du liebst mich nicht, du ...

Papa gefällt der Link zu einem meiner Blogposts. ich bin platt. und stolz!

ich habe Kopfweh. mein Wochenende war perfekt.. auch Du warst Schuld, Du, der Du das niemals lesen wirst. ich danke Dir dafür.

ich mag Bahn fahren. Samstag nun also schön entspannt nach Dresden - Neustadt zu einem meiner Lieblingsmenschen gefahren, in eine wunderschöne Stadt, in eine wunderschöne Wohnung mit einer wundervollen Familie und einer tollen Schildkröte. 
Samstagnachmittag nun also durch die Neustadt laufen und reden, so viel reden. die Graffitis und Aufkleber überall bewundern und sich vornehmen, später hier zu wohnen, vielleicht. vor dem Regen in der Burgermeister flüchten, den schwulen Besitzer oder Kellner niedlich finden und Salatburger essen. eine SMS nach der anderen von Dir lesen und sehnsüchtigst auf die nächste warten; das Handy anfluchen, wenn Du länger als 20 Minuten nicht zurückschreibst. schließlich in der steinknackalten Fotobox sitzen und bei der ersten Fotoreihe nicht so recht lachen. blöde Bilder entstehen lassen.
bei der zweiten von einem totalen Lachkrampf überfallen werden und beim Anblick der Bilder noch einen bekommen. abends im Garten sitzen, essen, später dann basteln, bis es wirklich zu kalt ist und die Finger steif werden und die gebastelten Herzen nichts mehr werden. an Dich denken. zu oft. irgendwann ins Bett fallen und überglücklich einschlafen.. 
aufwachen. vom Gestöhne einer Nachbarin, das man durch die ganze Straße hört. grinsen. neidisch sein. lachen. auf mein Handy schauen - Du hast geschrieben! der Tag wird perfekt, ich weiß das.
wird er auch. in einem VW - Bus sitzen, hinten - denn die wichtigen Leute sitzen immer hinten -, mit Tom Petty, draußen scheint die Sonne, die Haare aller im Auto sitzenden weiblichen Personen wehen im Wind, es ist wunderschön, wir könnten für immer so weiterfahren. dazu noch SMS von Dir..
ankommen. interessante Personen kennenlernen. nach Hause fahren, meine Liebste schläft auf meiner Schulter ein und ich muss mir auch Mühe geben, nicht komplett wegzunicken.. gelingt mir nicht. 
ankommen. fasziniert die tolle Schildkröte besuchen und mit ihr reden, was Schwachsinn ist, da sie einen eh nicht hört, aber trotzdem ist sie so süß. zu viel an Dich denken und das auch wissen, es aber nicht ändern können. reden über Dich mit der Liebsten; ewig nicht schlafen können. SMS schreiben ohne sichtbares Ende. irgendwann doch einschlafen und einen wunderbaren Montag erleben; einen wunderbaren Montag mit einer einfach einzigartigen Person, die man zwei Sekunden nach der Abschiedumarmung schon vermisst..



kann aber alles kippen, wenn man dann merkt, dass man in der normalen Umgebung nicht wirklich gemocht wird. wenn man merkt: ich bin hier ganz allein. und wenn man weiß: die anderen kommen nur zu mir, wenn sie etwas brauchen - aber mit mir gesehen werden wollen sie lieber nicht.
ich bilde mir das ein, wird mir gesagt von einer Person. soll diese Person doch bitte mal an meiner Stelle stehen! 

jetzt halt irgendwie geknickt durch die Gegend laufen, das ist doch total doof. in nicht mal einer Woche sind Ferien, ich habe die neunte Klasse irgendwie geschafft, ich will seit Jahren endlich mal nach Schweden, am Liebsten mit (Dir!) einem meiner Lieblingsmenschen oder allein, aber ich war seit ich drei war, nicht mehr dort; drei Menschen mögen mich, ich bin fett, aber andere versuchen, mir das Gegenteil weiszumachen, lügen mich also an; ich habe eine schöne neue Hose und bei Lush eingekauft, ich liebe jemanden, der es erwidert und jemanden, der das nicht tut, ich werde ausgegrenzt und fühl mich recht allein
- es könnte schlimmer sein. ja, bestimmt, aber 
"Aber auch, wenn wir uns nicht aussuchen können, woher wir kommen, können wir doch immernoch wählen, wohin wir gehen. Wir können immer noch unsere Entscheidungen treffen. Und versuchen, glücklich mit ihnen zu sein.
Ich glaube, wenn ich jemals Kinder habe und sie einmal wegen etwas unglücklich sind, dann werde ich ihnen nicht erzählen, dass in China die Menschen verhungern oder etwas in der Art, denn dass würde ja nichts daran ändern, dass sie unglücklich sind. Selbst wenn andere es noch schwerer haben, ändert das doch nichts daran, dass man hat, was man hat - Gutes und Schlechtes."

so siehts aus. nenne niemals die Probleme eines anderen klein und unbedeutend, denn sie können für diese Person riesengroß sein. Helfen ja - Klugscheißen nein.
ich habe Kopfschmerzen und nur noch 3 Tage Schule, noch nicht mal Unterricht, ich bin undankbar, oder? ich fühle mich grottenschlecht und mache meine Laune von anderen Menschen abhängig, ich glaube, ich verdiene nicht viel mehr als ein halbes Gramm Mitleid. oder einen abwertenden Blick. 
es ist so grausam, ich denke immer wieder, dass es vorbei ist, doch nie ist es wirklich vorbei. es kommt immer wieder. deine Worte legen mich regelrecht lahm, ich kann nichts tun, als entzückt zu sein. und nachher könnte ich mir dann wieder eine reinhauen dafür.
und selbst der liebste Mensch der Welt sagt: trau dich doch einfach
zu mir. als ob das so einfach wäre. ich wette, nachher will ich mir dann auch dafür eine reinhauen. nee, lass mal..
ich mache meine Laune von Dir abhängig. ich weiß nicht, wen ich jetzt hassen soll dafür - Dich oder mich? weil es mir leichter fällt, hasse ich erstmal mich. denn Dich kann ich nicht hassen, Dir kann ich nur zu Füßen liegen..

Montag, 9. Juli 2012

c'mon, gurl



seitdem ich Dub Inc höre, bin ich viel entspannter.
und seitdem ich weiß, dass Notenschluss ist und ich keine Angst mehr haben muss. vorerst.

die Sonne scheint und ich habe gute Laune, du auch?
wenn die Sonne scheint, kann man Texte auf einer hässlichen Sprache viel besser übersetzen, wenn man dabei draußen sitzt, und Vokabeln abschreiben ist dann auch garnicht mehr so grausig und langweilig. generell ein entspannter Tag heute. bin wohl auch etwas verpennt..
ich freu mich auf einen ruhigen, von Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen begleiteten Abend im Bett mit Tatort. Tatort mit Felix Stark, der ein bisschen aussieht wie Casper und sooooo niedlich ist aufgrund seiner geschätzten einssiebzig, seiner braunen Augen, seines Lächelns und seiner niedlichen Art. habe nur ich eine Schwäche für braune Augen? bestimmt nicht.
das Wetter macht irgendwie unglaublich viel aus, wenn es um meine Laune geht. ist ein wenig belastend, geht aber, glaube ich, vielen so. tut mir Leid, okay?

ich würde gern mal wieder einen ichliebedichundduweißtesnichtundichweißnichtobichdirdassagensollundwieundüberhaupt - Text schreiben, wirklich. es ist Sommer und überall springen hübsche, schlanke Pärchen rum, knutschend und händchenhaltend. es ist wahrlich zum Kotzen und ich bin neidisch, jaha. allerdings mehr auf Schönheit und Schlankheit, wenn ich mal gnadenlos ehrlich bin - denn sich selber lieben ist ja schonmal nichts Schlechtes. 
während ich nun musikhörend und baucheinziehend jeden Tag zum Bus schlurfe und um mich herum alles aufzublühen scheint - übertrieben natürlich, wer die Stadt kennt, in der ich wohne, weiß, dass da maximal drei schöne Menschen ohne Hartzerstyle (hierzu: ich habe kein Problem mit Leuten, die wenig verdienen. ich habe ein Problem mit faulen Menschen, um das mal klarzustellen.) rumlaufen -, versuche ich, das alles unglaublich positiv zu sehen, wirklich: ich versuche es. 
ich weiß.. es reicht nicht, es zu versuchen. man muss es tun. blabla.
ehrlich gesagt zermalme ich diese zarten Primaballerinabarbie & Ken - Pärchen gedanklich zwischen meinen Fingern und lächle sie dabei an. es nervt langsam auch wirklich, vor allem in der Schule. üüüberall stehen die rum und befummeln sich. nee du. wär mir nix - nicht mehr. man wird ja auch ein bisschen erwachsener und weiser. oder sowas.
dennoch.. verliebt sein ist ein schönes Gefühl und es fehlt mir!

was nicht heißt, dass ich ohne bestimmte Personen, die mein Herz überhaupt erst zum Schlagen bringen, überleben könnte. (könnte ich nicht.)

jedenfalls texte ich immernoch haufenweise Müll und komme ewig nicht auf den Punkt, aber ich denke, daran gewöhnt man sich irgendwann. was ich eigentlich sagen will: 
ich lese lauter Bücher über Menschen, die ihr Leben verändern, eifere mit, freue mich mit - und will das selber eigentlich auch. mache ich aber nicht. ich würde mir selber am Liebsten in den Hintern treten. geht nur schlecht.
ich will auch endlich was verändern. ich will wieder mehr unternehmen und mehr das Leben genießen, wieder Leute kennenlernen, warum kommt mir das so schwer vor?
schonwieder stehe ich unter einem Fragenschauer und meine Finger kribbeln vor Unternehmungslust und Fernweh, es macht mich wütend, wie ich mit meinem Leben umgehe. 

aber ich freue mich auf Felix Stark und sein Caspergesicht.



Sonntag, 8. Juli 2012

no more pleasure

07.07.12, 23.39
so und da liege ich jetzt, auf einer nassen Wiese im Halbdunkel, iPod mit Casper und Papa Roach auf voller Lautstärke, um alles andere nicht zu hören. weinen, mal wieder, aber ich bin eigentlich stolz auf mich - ich tu das für mich allein. wobei ich es nicht ablehnen würde, würde jemand zu mir kommen und mich fragen, was los ist - Schwachsinn. macht eh keiner.
da liege ich nun also im Gras. es ist verdammt nass, aber ist mir auch egal. und Casper sagt:

Und du sagtest auch: 'Wenn das Leben nur Zitronen gibt,
mach verdammt nochmal Limonade draus!
Sprich grade raus, Kinn hoch, nie feige, Sohn!
Spiel nicht mit Herzen, oder denen, die das mit deinem tun.
Wir sind nicht reich, werden's nie sein.
Probleme für's Leben zu groß, für's Sterben zu klein.
Du weißt, es regnet nicht ewig immer nur schwer,
nur stets zum Kinn und hör, Zeit schwimmen zu lernen.

und ich weiß, er hat Recht. Probleme fürs Leben zu groß, fürs Sterben zu klein. und etwas in mir sagt: ach, sei ruhig. machst du eh nicht. weil du schwach bist.
was mich zu dem Punkt zurückbringt, auf dem ich schon vorhin stand. ich bin ein Nichts. ich bin fett, undiszpliniert, schwach und naja, den Rest kennen meine LeserInnen mittlerweile zur Genüge.
ich liege da und erfriere fast, trotz Jacke, welche nicht mir gehört. schlechtes Gewissen, aber ausziehen geht auch nicht, dann erfriere ich wirklich.
unkontrollierbares Zittern und Schluchzen, ununterdrückbar, heiße Tränen rinnen mein Gesicht herab. beschissener Abend. geflüchtet, als das Zitat "no reason to stay is a good reason to go" hunderprozentig zutraf und sich langsam aber sicher Tränen bildeten. vorher noch zigmal gegrübelt, ob da nicht doch noch irgendein Grund ist. da war einer. ein halber.
du. aber du warst quasi verhindert. und später hättest du sicher auch keine Lust auf mich gehabt. also kein Grund. gut, ich bin weg.
auf der Wiese. mein iPod sprengt mir fast den Kopf, aber es geht nicht anders. alle anderen Geräusche müssen ausgeblendet werden. Zeit und Raum so weit weg, kein Zeitgefühl mehr da, alles verschwimmt irgendwie, aber es verschwimmt nicht genug, ist immernoch zu scharf

ich überlege. wie immer.
ich weiß:
ich bin allein, weil mich keiner bei sich haben will, logisch. keiner hat einen Nerv für mich. nichts Neues.
mit mir tanzen will niemand, weil ich hässlich bin, ebenfalls logisch. und ein Trauerkloß. Kloß im wahrsten Sinne des Wortes. Trauer auch.
Blick auf mein Handy. sinnlos! interessiert keinen, wo ich bin, was ich mache, von wegen: "du bist mir so ans Herz gewachsen"
fick dich, fick dich, fick dich! fickt euch, alle die, die das sagten und es einfach nicht ernst meinten. fickt euch.
mein Blick fällt auf Menschen, die mir viel bedeutet haben und jetzt nur noch eine Erinnerung sind, Schuldbewusstsein legt sich wie zwei Hände um meinen Hals und drückt fest zu, 
Tränen steigen in meine Augen und ich kann nicht anderes tun, als meine Tasche zu packen und weg zu laufen, möglichst schnell, an Menschen vorbei, die mich anschauen, schnell fort.

wieso? wieso muss ich leben? was hindert mich eigentlich am Sterben? 
"Todeswunsch, bloß um zu gucken, wer kommt"
oh Casper, Du hast so recht. ich weiß es besser, mache es aber nicht besser, wie immer. ich weiß:
ich sollte einfach auf gute Laune machen und mich zu den Tanzwütigen gesellen, einfach, ganz einfach, sollte ich das tun. sollte kein Wort darüber verlieren, was ich getan und gedacht habe. ich sollte augenblicklich aufstehen, die Jacke ausziehen, Bauch rein, Brust raus, Schultern grade, Lächeln aufsetzen, Haare ordentlich machen, Tränen aus dem Gesicht wischen und hingehen, das sollte ich. aber das kann ich nicht, ich bin generell zu schwach um irgendwas zu wollen. 
also bleibe ich sitzen und flüstere die Texte mit, weine immer mehr und spüre irgendwann meine Hände nicht mehr, weil es so kalt ist.

doch dann fällt mir etwas ein. es gibt jemanden, der sich über mich freut. ich stehe auf, meine Beine sind wackelig, völlig kraft- und mutlos gehe ich langsam nach Hause. im Kopf den üblichen Dialog zwischen mir und mir. kennt man ja..
sobald sich der Schlüssel im Schloss dreht und ich meine Schuhe von den Füßen gestreift habe, kommt es die Treppe herunter, langsam. etwas verschlafen, aber freudig. mein kleines ein und alles streift mir um die Beine und gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden.
Klamotten vom Leib ziehen, zäh wie Karamell läuft das alles ab. ins Bett fallen und immernoch Casper zuhören, langsam aber sicher in den Schlaf weinen, in einen betäubten, schmerzlosen Schlaf.
es ist immer das Selbe mit mir und ich habe wirklich keine Lust mehr auf das, auf mich.

Donnerstag, 5. Juli 2012

die wichtigen Leute sitzen immer hinten



wenn Erinnerungen hochkochen. 

Erinnerungen an Sommernachmittage, ihr wisst schon, solche schönen, an denen die Sonne scheint und man auf Walnussbäume klettert mit seiner graugestreiften Katze. beziehungsweise Kater. an denen man auf ebendiesem Baum sitzt und sich hunderttausende von wahnwitzigen Geschichten ausdenkt, und irgendwann grübelt, wie man von diesem Baum wohl wieder runter kommt.
Tage, an denen man mit seiner besten Freundin Drachen steigen lässt im Garten, bis es regnet, und wenn es dann regnet, läuft man durch den Regen, dreht sich im Kreis, lacht, weil es schwül ist, aber schön. und wenn man dann auf Inlinern durch die Straßen fährt, wenn die Sonne tief steht und alle Nachbarn draußen sitzen, manche grillen. Tage, an denen man nach Hause kommt und wartet, auf Papa, und wenn man den Volvo in der Einfahrt hört, sofort aufspringt uns hinausrennt, ihn anspringt und man einen Kuss auf die Wange bekommt und eine warme Umarmung, auf die man den halben Tag gewartet hat...
Erinnerungen an Herbstnachmittage, die grauen, verregneten, in denen man im Auto sitzt und die Regentropfen, die die Scheibe herunterlaufen, mit dem Finger nachzeichnet, wenn man noch klein ist und hinten sitzt, vielleicht so klein, dass man sogar die Beine baumeln lassen kann. damals hat Papa gesagt, dass die wichtigen Leute immer hinten sitzen.
Du und ich. und wir sind in den Urlaub gefahren, nach Dänemark, ans Meer, das weiß ich noch genau. wenn man abends vom Strand heimkam, hatte man das Gefühl, man hätte ihn komplett mitgenommen, so viel Sand hatte man in der Badehose und im Rucksack. ich kann mich noch erinnern an unsere Kleckerburgen, an den Sand - Wasser - Matsch, den man nie ganz aus der Taucherbrille rausbekam, an deinen Sonnenbrand, an den Game Boy, den alten, riesengroßen, schweren, schwarzen. mit gelbgrün - schwarzem Display und nicht mehr als A, B, dem Steuerkreuz, START und SELECT. und an die Abende, an denen ich im Doppelstockbett unten lag und Du oben, ich hab das Lattenrost angestarrt, während Du nach wenigen Minuten geschlafen - und wie Papa geschnarcht - hast; und irgendwann bin ich eingeschlafen. in dem weißen, kurzen Schlafanzug mit den blauen Enten drauf, mit meinem kleinen weiß - roten Herzchenkissen im Arm.
Erinnerungen an die weißen Winternachmittage, mit grauem Himmel und Schneematsch, wenn man wieder im Auto sitzt und die ganzen Menschen in der Altstadt beobachtet, wie sie mit hochgeschlagenen Kragen durch halbe Schneestürme laufen, und man sich denkt: bloß gut, dass ich im warmen Auto sitze. 
hinten natürlich.
wenn man dann durch diese Altdtadtstraßen läuft, natürlich an Papas oder Mamas oder deiner Hand, wäre ja sonst viel zu gefährlich! wenn man dann dort lang läuft, am Dom und Hand in Hand laufenden Pärchen und Bücherläden und warm beleuchteten Cafés vorbei, auf kopfsteingepflasterten Straßen, aufpassen muss, weil es rutschig ist, froh ist, dass man Winterstiefel und einen Schal anhat. und die beiden Hände links und rechts.
wenn man dann durch zu warme Geschäfte geschliffen wird, in denen man schon wieder schwitzt und es nach Parfum riecht und stickig ist, und eigentlich nur noch weg will. wenn man dann so lange Papa gebettelt und schöne, liebe Augen gemacht hat, bis man doch noch einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt gemacht und eine pinkfarbene Zuckerwatte bekommen hat; man dann endlich zuhause ankommt und eine heiße Schokolade trinkt und in der Badewanne taucht und Schaum durch die Gegend pustet.
Erinnerungen an zarte Frühlingsmorgende, an denen man in Papas und Mamas Schlafzimmer schleicht und unter die Bettdecke kriecht, gekuschelt wird. an denen man verzweifelt versucht, Dich zu wecken - ein Ding der Unmöglichkeit. an denen man zum ersten Mal zum Bäcker geht, wovon natürlich ein Bild gemacht wird, weil das was Besonderes ist. an denen man am Frühstückstisch sitzt und sich nicht entscheiden kann zwischen Erdbeermarmelade und Nutella, minutenlang überlegt, konzentriert auf den Teller starrt.

Erinnerungen daran, wie schnell das alles vorbei sein kann; Erinnerungen an die Zukunft, ohja, vor allem das. 




Mittwoch, 4. Juli 2012

Angst



Neid ist schlecht.
doch Neid ist Angst.
ist Angst denn schlecht?

ich bin neidisch; ich bin eifersüchtig.
ich will zwar, dass du glücklich bist, ich schwöre, ich will das von ganzem Herzen - aber ich will dich auch für mich. 
ich will dich nicht wegsperren oder soetwas, ja, ich bin besitzergreifend - aber nicht so. ich will einfach viel Zeit mit dir verbringen. ich möchte einen besonderen Platz in deinem Herzen haben, so wie du in meinem einen hast. ich will unersetzbar sein für dich, so wie du für mich unersetzbar bist. 
ich möchte, dass du mir das oft sagst: dass ich dir wichtig bin. dass ich unersetzbar bin für dich. dass ich einen besonderen Platz in deinem Herzen habe.
nein, anders: ich möchte es spüren und ich will es wissen, nicht nur vermuten. sag es nicht, aber lass es mich irgendwie merken. 

ich möchte nicht, dass du die ganze Zeit von einer anderen Person sprichst. dass sie unentwegt bei dir sein kann und ich nicht. dass sie womöglich ständig dabei ist, wenn wir etwas zusammen machen, dass ich dich nie für mich habe. dass du dich mehr freust, sie zu sehen, als mich. dass sie dir wichtiger ist, als ich es bin, weißt du, da kommen mir die Tränen. denn ich will dich nicht verlieren, das ist nackte Angst. und Angst ist nicht dumm, Angst ist natürlich. ich liebe dich und ich habe Angst!

ich weiß, dass es nicht fair ist, wenn ich das sage. denn womöglich macht dich diese andere Person glücklicher, als ich es tu, und ich möchte ja, dass du glücklich bist - nichts will ich mehr als das! aber deine Aufmerksamkeit ist mir dennoch wichtig, wichtiger als du es je erahnen könntest. deine Worte sind mir wichtig, deine Blicke, dein Lächeln, deine Anerkennung. verstehst du mich? du bedeutest mir sehr viel und ich würde es mir nie verzeihen, würde ich dich verlieren! bitte vergib mir meine Eifersucht, meine Angst, womöglich auch meine Dummheit; versuche, mich zu verstehen und nimm mich so, wie ich bin; hör nicht auf, mich zu lieben, denn...

brooder


 ich mag: Tatort, Musik von Yann Tiersen, Geschichtsunterricht, Bücher, Nächte, Bahn fahren, das Meer, Regensburg und mein Bett. und noch viel viel mehr.
ach ja, und dich. dich mag ich ganz besonders.


ich will gern mal wieder das absolute Kind raushängen lassen und niedlich gefunden werden. das ist gar nicht so einfach mit einsachtundsiebzig. dauernd werde ich älter geschätzt, "nicht nur, weil ich so aussehe". mir wurde heute gesagt, man kann sehen, dass ich erwachsen werde.
bald werde ich sechzehn und will das gar nicht. ich fühle mich manchmal so alt.
ich finde das natürlich gut, keine Frage. ein durch und durch kindlicher Mensch kann in dieser Gesellschaft schlecht bestehen, und ich bin auch stolz darauf, so selbstständig zu sein. und ein bisschen erwachsen.
aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Kindheit viel zu kurz war. ich bin eigentlich immer noch ein Kind, ich lese Kinderbücher von Christine Nöstlinger, denke mir Geschichten aus und keine Ahnung. das ist so zwiespältig. ich mag auch Horrorfilme und Parties. aber ich würde sehr gerne mal wieder morgens zu jemandem ins Bett kriechen und mich kuscheln lassen und beschützt fühlen. 
doch nein. ich bin "zu alt dafür".
zu alt für Liebe? zu alt für Fürsorge und Schutz? zu alt für Flucht aus der Realität?
verschwindet das jetzt alles, und alles was bleibt ist bittere Realität mit Rechnungen, Falten, Kaffee, grauen Haaren und Steuererklärungen?

ich denke, ein bisschen Kind sollte man immer bleiben, also lasst mir das alles, nehmt es mir nicht - ihr nahmt mir schon so vieles




ich liege im Bett. Tatort ist mal wieder vorbei und ich starre aus dem Fenster. der Himmel hat eine seltsame Farbe, die ich bisher sehr selten sah. rosaorange. dennoch ist es sehr hell.
ich habe Sehnsucht. ich denke an vieles, wie so ziemlich immer. ich denke, ich verbringe mindestens vier Stunden am Tag mit Nachdenken. doch so lange kann ich gar nicht Sehnsucht empfinden - der Schlaf legt sich nach wenigen Minuten auf mich wie ein Schleier und schließt meine Augen.

ich schlage die Augen auf. es ist noch zu früh, merke ich, mein Wecker hat noch gar nicht geklingelt. aber draußen ist es hell und recht warm. ich liege da unter meiner Bettdecke und denke schon wieder ein bisschen nach - der Tag hat eben erst begonnen und ich denke schon nach. ich finde mich selber schon komisch. macht nichts.
ich liege da, ziehe mir die Decke bis zur Nasenspitze und drücke meine verwuschelten Haare ins Kissen. mein kleines ein und alles schläft noch, leise atmet es vor sich hin.
und ich denke nach über die Sehnsucht, die mich jetzt schon überkommt. diese riesige Sehnsucht nach eigentlich erreichbaren Dingen, die so endlos weit entfernt scheinen. am Liebsten würde ich einfach in den Zug steigen und zu allen Menschen fahren, nach denen ich Sehnsucht habe, an alle Orte fahren, nach denen ich Sehnsucht habe. alles finden, wonach ich Sehnsucht habe. 
ich liege also da und mein Kopf spinnt sich wieder Dinge zusammen, denn ich bin im Halbschlaf und träume ein bisschen; Träume vermischen sich mit halbwegs realisierbaren Plänen und ich schlafe wieder ein...




 zweieinhalb Wochen - zwölf Schultage noch, dann sind Sommerferien. sechs Wochen, mit denen man anstellen kann, was man will: man kann aufräumen, lernen, lesen, Musik hören, etwas mit Freunden und Familie unternehmen, sich neue Hobbies suchen, ein Buch schreiben, Filme schauen, renovieren, feiern.. oder einfach nur abgammeln.
am Anfang denkt man: "boah, sechs Wochen! das sind 42 Tage - 1008 Stunden! was ich da alles machen kann!"
und am letzten Tag denkt man dann - oha. soviel dazu.

ich freue mich auch und zähle die Tage sowie Stunden. 
ich denke daran, wie viele Bücher ich am Strand lesen, 
wie viele Bilder ich von Venedig, generell Italien, Regensburg, meinem Cousin, meiner Oma, meinem Opa an der Nordsee machen, 
wie gut ich mein Leben aufräumen, wie viel ich Zug fahren, den ganzen Tag Musik hören und wie viel ich unternehmen werde. und daran, wie ich einfach nur irgendwo liege werde und mich dann alle mal in Ruhe lassen können.

aber wie ich nun mal bin, denke ich noch viel weiter. ich komme im September in die zehnte Klasse. soll wesentlich entspannter sein als die neunte, ich bin gespannt.
gestern kam mein Timer für das neue Schuljahr an, der von der bpb. gefällt mir gut. jedenfalls kam er an und ich hab mich sehr gefreut... und erstmal die Deckblätter und Hefter für das neue Schuljahr gemacht. geschaut, wo ich studieren kann und welchen NC ich brauche. überlegt, wie ich das Lernen in Zukunft strukturieren werde. überlegt, wie das dann ist, wenn ich das Abi geschafft habe und dann ein neuer Lebensabschnitt beginnt. verfiel erneut in Tagträume...
nun, mag ich womöglich wahnsinnig sein. doch so bin ich, und das zeichnet mich aus.




ich bin heut durch die Stadt gelaufen. den Blick in Christian Krachts " Imperium" vertieft und Yann Tiersen im Ohr, nicht nach links und rechts geschaut, nur den sanften Wind und die Sonne gespürt; und die Spitze meines Pferdeschwanzes im Nacken.
ich muss sagen, das war sehr schön. ich lief an einem Spielplatz vorbei und ich glaube, da saßen sie wieder, die rauchenden kleinen Mädchen mit zu viel Kajalstift und zu tiefen Ausschnitten; aber ich habe sie nicht gesehen und das, genau das, hat meinen Tag ein bisschen schöner gemacht, weil ich nicht darüber nachdenken musste.
ich lief weiter mit meinem Buch im Gesicht und La Valse D'Amélie im Kopf. ich hab mich dann an der Bushaltestelle hingesetzt und eine Oma hat mich angelächelt, vermutlich wegen des Buches, ich habe zurückgelächelt und verfiel wieder in Tagträume. ich dachte daran, wie es dann ist, wenn ich woanders wohne, studiere, arbeite oder einfach nur lebe, in einer anderen Stadt, und wie es dann ist, irgendwo zu sitzen und Yann Tiersen zu hören und an mein Mädchen zu denken, mein schönes, blauäugiges Pianisten - Mädchen und an ihr schönes Lächeln. wie es dann ist, über alles nachzudenken.
und ich habe überlegt, wie es wohl ist, dieses Gefühl, wenn man sein Zuhause gefunden hat. 
ich bekam Gänsehaut und vertiefte mich wieder in das Buch. die Dame sah mich immer noch an.


Du fehlst mir übrigens sehr. komm bitte ganz schnell wieder!