Sonntag, 29. Januar 2012

S E H N S U C H T

definiere Sehnsucht -


Sehnsucht danach, woanders zu sein
ich will zurück
ich will in lauwarmen Sommernächten auf der Mauer langlaufen und aufs Wasser schauen, wie es gemächlich dahinfließt; will, wenn es warm ist, auf den Stufen, die in den Fluss führen, sitzen und meine Füße reinhängen. an nichts denken. ich vermisse dieses Leben in diesem kleinen, öden Dorf, in dem man gut Inlineskaten kann, weil es nicht zu hügelig ist. wo man zwischen drei Spielplätzen wählen kann und es zum Weiher nicht weit ist. wo man die Donau in jeder Jahreszeit entlanglaufen kann und es einfach wunderschön ist.

Sehnsucht danach, anders zu sein
so zu sein, wie ich mich gern hätte, so zu sein, wie meine Vorbilder sind. vielleicht nicht in allen Punkten, aber in den meisten.
doch wie macht man das? sich zu ändern ist an sich garnicht soooo schwer.
eigentlich.
but how often I tried to change myself.. -
vergebens.
wie ich sein will, weiß ich ganz genau. was ich machen will, wie ich mich verhalten will, ich weiß das. ich nehm mir jeden Tag aufs Neue vor, mich zu ändern, aber es endet immer wieder gleich.
ich bin so verdammt unmotiviert. ich kriege meinen faulen Hintern einfach nicht hoch und ich hasse mich dafür.

Sehnsucht danach, mit jemandem zu sein
ich will bei Dir sein und mit Dir zusammen unter eine warme Decke gekuschelt auf dem Sofa liegen und einen Film schauen, ich möchte, dass Du mir mit Deinen wundervoll - warmen - liebevollen Händen über den Kopf streichelst und mir sagst, dass Du mich nicht mehr vermissen willst und wir einfach viel mehr zusammen machen müssen. dass Du mir erzählst, was wir alles zusammen machen könnten und warum Du mich so in Dein Herz geschlossen hast. ich möchte den ganzen Sonntagnachmittag mit Dir verbringen, jede Woche. und Dir noch länger zuhören, wenn Du mir etwas erzählst.


S E H N S U C H T
sie scheint oft so unstillbar, sodass man das Gefühl hat, ohne das, nach dem man Sehnsucht hat, zu sterben. melancholische Gedanken im Überfluss und zumeist depressive Stimmung. keine Lust mehr und einfach nur die Sehnsucht stillen zu wollen. ein Kopf voller Gedanken und Wünschen und so vielem mehr, dass man sich den Gefühlstod wünscht und einfach nur an nichts denken möchte. 
Doch - so oft haben wir Sehnsucht nach erfüllbaren Wünschen, wir wissen genau, dass sie irgendwann in Erfüllung gehen können. wenn wir etwas dafür tun! denn alles hat seinen Preis. doch wieso können wir dann nicht einfach abwarten und uns weiterhin Mühe geben, uns weiter nach vorne arbeiten, näher an unser Ziel heran, anstatt zu trauern und ungeduldig alles jetzt gleich sofort haben zu wollen, am Besten, ohne viel dafür zu tun? nach dem Motto "Vorfreude ist die schönste Freude", bald hab ichs geschafft und dann wird alles wunderwunderschön?

genau: weil das die Sehnsucht ausmacht.


Donnerstag, 26. Januar 2012

you (whoever you are)

the fray. limp bizkit. ac/dc. foo fighters. alexisonfire. ärzte. & many more
laut hören. stumm mitsingen. durch die Scheibe auf die eingeschneiten Landschaften blicken.. und ab und zu in deine Richtung.
I don't know you, keine Ahnung, wer Du bist, Du hast einen einprägsamen Pullover an und ein Lippenpiercing. ich hab zu der Person neben mir und zu der vor mir gesagt, dass ich den ganz gut finde. ein bisschen. ich glaub, Du hast das irgendwie gemerkt;
auch Du singst stumm. Deine Lippen bewegen sich und Du schaust auch in der Gegend rum. ich bin nicht allein.
Du sitzt so fünf Meter weg von mir. oder sind es zehn? sieben vielleicht?
kein Plan. ist ja auch vollkommen egal.
ab und zu schaue ich zu Dir und unsere Blicke kreuzen sich ein paarmal. was denkst Du? ich würde das ganz gern wissen. warum schaust Du mich an?
auch als ich nach Hause gehe, denke ich darüber nach, warum? 

ich weiß genau, wir sehen uns nie wieder.

Dienstag, 17. Januar 2012

disastrous escape

gerade eben lag ich noch in Deinen Armen, geschützt vor allem und jedem, ich fühlte mich so wohl wie nie zuvor. ich musste an nichts denken, außer an Dich und mich. es war wunderschön und nichts konnte den Moment zerstören.

und jetzt sitze ich hier. es regnet und die Regentropfen laufen die Scheibe entlang, an der mein Kopf lehnt. der Bus fährt über unebene Straßen, holpert, mein Kopf schlägt leicht gegen die Scheibe und meine Tränen laufen mein Gesicht entlang, wie die Regentropfen an der Scheibe. 
ich will es nicht wahrhaben. mein Kopf ist so leer. und er tut weh. ich will nach Hause. 

doch Zuhause ist es nicht besser. auf meinem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit: lernen für die Schule, Termine machen, Termine einhalten, Hausaufgaben, Referate, Aufgaben, Aufgaben, Aufgaben.. 
ich drücke mich erfolgreich davor. weinend und mit kalten Füßen flüchte ich in mein Bett und vergrabe mich in einem dicken Buch, das mich alles vergessen lässt: Dich, den ganzen Stress, mich, die ganzen Aufgaben, einfach alles. obwohl ich genau weiß, dass ich meine Zeit vergeude, mache ich das immer wieder. anstatt mich wirklich wichtigen Dingen zu widmen, verschwende ich meine Zeit, als hätte ich genug davon, doch das ist nicht so. durch meine Aufschieberei mache ich alles nur noch schlimmer - und das weiß ich auch.
ich flüchte vor allem, so gut es nur geht, obwohl ich doch eigentlich mutig sein und das alles schaffen will. 
ich glaube, das nennt man den inneren Schweinehund. wie überwindet man den?
wüsste ich es, wäre ich um einiges reicher.

ich würde Dir ins Gesicht sagen, was ich denke; ich würde Sport machen; ich würde abends weggehen, wie alle anderen; ich würde fremde Menschen ansprechen; ich würde jeden Tag meine Hausaufgaben machen und für Arbeiten lernen;
ich würde so vieles. aber mir fehlen Mut & Motivation, das glorreiche Duo.

Donnerstag, 5. Januar 2012

mainstreamopfer - willkommen im 21. jahrhundert

und ich kann es garnicht fassen, was aus den vielen (mehr oder weniger) individuellen Charakteren, die ihr einst dargestellt habt, geworden ist. nun gliedert ihr euch alle in irgendwelche Gruppen ein, ihr seid Emos, Scene - Queens, Schickimickidiscogänger oder auch einfach nur Angeber; ihr seid die Kinder von Spießern, die jetzt einen auf "good girl gone bad" machen wollen und in verrauchte und versoffene Bars gehen, um sich dort den Leuten, die sich ebenda aufhalten, anzupassen. was euch misslingt, denn Spießer bleibt Spießer. ihr tragt alle dieselben Markenklamotten oder komplett nur H&M - Klamotten, Nerdbrillen, habt Tunnel und Piercings, hängt den ganzen Tag bei facebook - selbst wenn ihr nebeneinander sitzt (reden - und lesen im Bezug auf Bücher - habt ihr teilweise auch verlernt) - und ladet Bilder von euch hoch; erst welche, auf denen ihr eure, ich nenne es jetzt mal übertrieben Dekolletés, eigentlich handelt es sich um zusammengedrückte Haut mit leichter Tendenz zur 75A, verpixelt; später sind es andere Bilder, oftmals aber genauso bescheuert. ihr seid "bekloppt und stolz drauf"; ihr seid zu jung, um zu trinken, zu rauchen, exzessiv zu feiern und rumzuhuren; zu jung, um euch zu schminken wie Achtzehnjährige, damit ihr mit 13, 14 oder 15 in Clubs für Leute ab 16 oder 18 reinkommt. es ist erbärmlich, euch zuzusehn. 
ich habe euch kennen und mögen gelernt, weil ihr anders wart. nicht oberflächlich, aber auch nicht niveaulos. ihr wart das gesunde Mittelmaß. doch jetzt seht euch an.
womöglich seid ihr ganz zufrieden damit, okay. 
womöglich steckt das Besondere, das ich - und viele andere - so anziehend an euch fand, noch in euch; aber ihr habt es erfolgreich versteckt und seht jetzt genauso aus und benehmt euch wie alle anderen.